Dieser Dresdner legte die Bahn lahm

Claus Weselsky (55) trägt als GDL-Boss die Schuld an all den Zug-Ausfällen!
Claus Weselsky (55) trägt als GDL-Boss die Schuld an all den Zug-Ausfällen!

Von Hermann Tydecks

Dresden - Zum zweiten mal binnen acht Tagen legten die Lokführer gestern Deutschland lahm. Auch in Dresden fielen etwa zwei Drittel aller Züge im Nah- und Regionalverkehr aus, im Fernverkehr rollte gar nichts.

Eingebrockt hat uns das ein gebürtiger Dresdner: Claus Weselsky (55) ist Boss der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Der mächtige Sachse heizt der Bahn ein, lässt ordentlich Dampf ab ... Er gilt als Scharfmacher, Einheizer, Sturkopf. Keine Konflikte, die er scheut.

Seit 2008 ist Claus Weselsky Boss der GDL, setzt seinen Willen durch, führt die Gewerkschaft mit eiserner Hand.

Ganz Deutschland steht derzeit still. Auch wenn der Streik bis 4 Uhr dauern soll - die Nachwehen dauern erfahrungsgemäß weitere 12 Stunden ...
Ganz Deutschland steht derzeit still. Auch wenn der Streik bis 4 Uhr dauern soll - die Nachwehen dauern erfahrungsgemäß weitere 12 Stunden ...

„Mein Rezept war es immer, die Dinge mit Herz und Verstand anzugehen und sie konsequent einer Lösung zuzuführen“, sagt Weselsky.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) kämpft er für mehr Lohn (5 Prozent!) und weniger Arbeitszeit (37-Stunden-Woche!) für seine Lokführer.

Maschinen führen und Verantwortung übernehmen - das lernte Weselsky schon als Kind. 1959 in Dresden geboren, zogen die Eltern mit ihm ins Umland nach Kreischa. Dort lebte die Familie auf einem Bauernhof.

Der junge Claus fuhr Traktor, lenkte bei der Rübenernte die Zugmaschine auf dem Feld. In Dresden absolvierte er 1975 eine Lokführer-Lehre, steuerte dann Züge in der Stadt, ab 1982 in Pirna.

Hat gut reden auf den Pressekonferenzen - die Fahrgäste suchen währenddessen ihre Regio-Züge, so sie fahren ...
Hat gut reden auf den Pressekonferenzen - die Fahrgäste suchen währenddessen ihre Regio-Züge, so sie fahren ...

Nach der Wende tauschte der Lokführer Eisenbahner-Uniform gegen Nadelstreifen-Anzug, machte Karriere in der Gewerkschaft.

Der Vater eines Sohnes ist CDU-Mitglied, lebt heute in Leipzig, pendelt regelmäßig von der Messestadt in die GDL-Zentrale nach Frankfurt (Main).

Der 14-stündige Lokführerstreik endet Mittwochnacht um vier Uhr. Aber wie wir Claus Weselsky inzwischen kennen: Der nächste Bahnstreik kommt bestimmt ...

Leere Bahnsteige und lange Schlangen entnervter Reisender an den Info-Ständen der Deutschen Bahn: Schon wieder Streik-Chaos am Hauptbahnhof in Dresden!

Wann bekommt der Reisende eine Entschädigung?

  • Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, bietet die Deutsche Bahn die Möglichkeit, ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen und bei Online-Tickets über www.bahn.de kostenlos erstatten zu lassen.
  • Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen.
  • In diesem Fall wird bei Zug gebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes-Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.
  • Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der Deutschen Bahn können die von streikbedingten Zugausfällen betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen.
  • Für Verbundfahrkarten kommen die Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde zur Anwendung.

Fotos: dpa


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