Dresdens Herrchen in Angst vor der Räude!

Ein an Räude erkrankter Fuchs tappte erst kürzlich mitten durch die Neustadt.
Ein an Räude erkrankter Fuchs tappte erst kürzlich mitten durch die Neustadt.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Ein Fuchs alleine verbreitet noch keine Räude. Aber Sachsens Jäger haben allein im vergangenen Jahr rund 350 Tiere im Dresdner Stadtgebiet erschossen.

Die genaue Anzahl lebendiger Tiere ist unbekannt, wird aber deutlich darüber liegen. Jetzt tappte sogar ein erkrankter Fuchs mitten durch die Neustadt - zum Sterben bereit, denn die Räude endet in aller Regel nach drei Monaten mit dem Tod.

Die Erreger, kleine Grabmilben, leben jedoch weiter. Eine Gefahr für alle Hundebesitzer. Halter wie Stephanie Wezer (19) kennen die Krankeit häufig nicht: „Ich habe von der Räude bislang nicht gehört, halte meinen Hund aber von fremden Dingen fern.“

Mittlerweile leben mehr Füchse in und um Großstädten als in ihrem ursprünglichen ländlichen Lebensraum.
Mittlerweile leben mehr Füchse in und um Großstädten als in ihrem ursprünglichen ländlichen Lebensraum.

Und die Füchse verbreiten noch weitere Krankheiten: „Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude sind übertragbare Krankheiten. Deutschland gilt aber seit 2008 als tollwutfrei“, so die Stadtverwaltung. Die Räudemilben springen trotzdem auf Hunde über.

Steffen Richter, Geschäftsführer beim Landesjagdverband rät deshalb allen Hundehaltern: „Um Kontakte zu vermeiden, sollten sie jederzeit Einfluss auf ihren Vierbeiner haben.“

Und die Chance auf ein Fuchs zu treffen, ist groß, denn inzwischen leben mehr Füchse in Großstädten als im ursprünglichen ländlichen Lebensraum. Auch die Stadt empfiehlt: „Der Kontakt sollte generell vermieden werden. Bei einer Verletzung von Mensch oder Hund ist ein Arzt aufzusuchen.

Und für erkrankte Hunde hilft ein Bad mit medizinischem Shampoo. Das macht Stephanie zum Glück regelmäßig: "Meinen Max wasche ich jede Woche", sagt sie. So bleibt jeder Hund reudefrei!

Was ist Räude?

Die Räude ist eine Hautkrankheit, ausgelöst von Parasiten. Beim Fuchs handelt es sich um die Grabmilben. Das sind winzige Spinnentiere, die sich im Fell und auf der Haut des Fuchses einnisten.

Ihre Eingrabungen in der Haut und Ausscheidungen sorgen für eine allergische Reaktion. Für den Menschen sind die kleinen Milben ungefährlich, für Hunde ist die Krankheit jedoch ansteckend.

Besonders dort, wo viele Füchse leben, breitet sich die Räude aus und tötet viele Tiere im Bestand, da die Krankheit häufig tödlich verläuft.

Fotos: Dominik Brüggemann


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