Bye, bye, Robert Redford: So ist sein letzter Film "Ein Gauner und Gentleman" geworden

Berlin - Nach 59 Jahren vor der Kamera ist Schluss! Schauspiel-Legende Robert Redford (82) hört auf (TAG24 berichtete). Mit "Ein Gauner und Gentleman" kommt nun sein letzter Film in die Kinos.

Forrest Tucker (r., Robert Redford) und Jewel (Sissy Spacek) kommen sich schnell näher.
Forrest Tucker (r., Robert Redford) und Jewel (Sissy Spacek) kommen sich schnell näher.  © PR/Eric Zachanowich DCM

In diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Werk hält im Jahr 1981 ein Gentleman-Bankräuber die USA in Atem.

Forrest Tucker (Robert Redford) kundschaftet eine Bank zuerst aus, sucht sich gezielt eine Angestellte raus, droht "freundlich" mit einer Pistole, lässt dabei seinen Charme spielen und verschwindet ungesehen mit dem Geld wieder, weil er aufgrund seiner Erfahrung ganz ruhig bleibt.

Dennoch verfolgt ihn natürlich die Polizei. Doch Tucker weiß unterzutauchen. Als Jewel (Sissy Spacek) eine Autopanne hat, hilft er ihr, während die Cops an ihnen vorbeifahren.

Da die Chemie zwischen den beiden stimmt, vertraut er sich ihr an und erzählt, was er "beruflich" macht.

Das schreckt sie jedoch nicht ab. Immer wieder treffen sich die beiden. In der restlichen Zeit tourt er mit seinen Kumpanen Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) durch die USA und raubt weiter Banken aus.

Doch Detective John Hunt (Casey Affleck) ist ihnen schon auf den Fersen...

Detective John Hunt (l., Casey Affleck) mit seiner Frau Maureen (Tika Sumpter).
Detective John Hunt (l., Casey Affleck) mit seiner Frau Maureen (Tika Sumpter).  © PR/Eric Zachanowich DCM

Redfords letzte Performance ist stark. Er lässt sein Charisma spielen und kreiert so eine sympathische Gangster-Figur der alten Schule. Mit all seiner Erfahrung und großen Vielseitigkeit stellt er Tucker packend dar und hält die Zuschauer so bei der Stange und wurde für seine Leistung mit einer Golden-Globe-Nominierung belohnt.

Schließlich kommt auch dank Redfords Schauspiel die Sucht seiner Figur nach dem Bankraub-Kick gut erklärt und überzeugend daher. Es liegt schlichtweg nicht in seiner Natur, aufzuhören, egal, wie nah ihm die Polizei und damit auch eine weitere Gefängnisstrafe kommen.

Auch wegen dieser Szenen erinnert der Film teilweise stark an Redfords siebenfach mit dem "Oscar" ausgezeichneten Klassiker "The Clou" (1973), ohne dessen Qualität ganz zu erreichen.

Ohnehin ist "Ein Gauner und Gentleman" ein grundsolider Film geworden - aber leider nicht der erhoffte Überflieger, den man Redford nach all der Zeit gewünscht hätte.

Denn dafür sind die Figuren nicht gut genug ausgeschrieben und bleiben zu rätselhaft, um emotional wirklich mitreißen zu können. Deshalb hat der Film trotz seiner Laufzeit von nur 93 Minuten einige Durchhänger und mitunter langatmige Szenen.

Forrest Tucker (Robert Redford) bespricht mit Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) im Diner den nächsten geplanten Coup.
Forrest Tucker (Robert Redford) bespricht mit Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) im Diner den nächsten geplanten Coup.  © PR/Eric Zachanowich DCM

Dennoch hat das Drehbuch mit seinen weisen Dialogen durchaus Qualität. Daher entwickelt sich ein angenehm zu schauender Feel-Good-Film, der mit der ruhigen Kameraführung, den erstklassigen Kostümen und den schönen Locations weitere positive Aspekte hat.

Hinzukommen auch die klasse Performances der anderen Darsteller: Ob Spacek (Carrie), Affleck (Manchester By The Sea), Glover (Lethal Weapon) oder Waits (7 Psychos), alle spielen Redford gut die Bälle zu und sorgen für eine starke Ensemble-Leistung.

Ein bewegendes Mash-Up mit Aufnahmen aus früheren Redford-Filmen sorgt dann doch mal für größere Emotionen und vor allem Wehmut, diesen großartigen Schauspieler, der jahrzehntelang die Filmlandschaft geprägt hat, nie wieder in einem neuen Werk auf der großen Leinwand sehen zu können.

"Ein Gauner und Gentleman" ist ein würdiger, aber nicht überragender Abschluss der 59 Jahre dauernden Filmkarriere von Robert Redford geworden. Denn trotz der sympathischen Figuren und Geschichte wird man emotional nicht vollends mitgerissen.

Forrest Tucker (Robert Redford) legt sich immer wieder mit der Polizei an.
Forrest Tucker (Robert Redford) legt sich immer wieder mit der Polizei an.  © PR/Eric Zachanowich DCM

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