Ein Punkt reicht? Aues Hertner: "Das darf gar nicht in die Köpfe rein!"

Keine Kampfreden! FCE-Bosss Helge Leonhardt (l., mit Coach DomenicoTedesco) ist sicher, dass seine Kicker wissen, was heute aufdem Spiel steht.
Keine Kampfreden! FCE-Bosss Helge Leonhardt (l., mit Coach DomenicoTedesco) ist sicher, dass seine Kicker wissen, was heute aufdem Spiel steht.  © picture point/Sven Sonntag

Aue - Der Geist der Spieler, so FCE-Präsident Helge Leonhardt, ist klar wie ein italienischer Bergsee in den Dolomiten. „Die Jungs wissen, worauf es in Düsseldorf ankommt. Da braucht es kein besonderes Leckerli als Motivation. Es braucht aber auch keine Peitsche.“

Es braucht einfach nur einen Punkt heute, und alles ist gut.

Auch auf besondere Worte hat Leonhardt in dieser Woche verzichtet, die Kampfreden in der Schublade gelassen.

„Die Jungs sollen einfach nur das vollenden, was sie bis jetzt durchgezogen haben. Sie sollen sich für eine starke Leistung in der Rückrunde belohnen - mit dem Klassenerhalt“, sagt der 58-Jährige ganz ruhig.

Aber was wird das Sonntag für eine Situation? 50.000 Fans im Stadion, der Einlauf der 22 Spieler und jeder einzelne weiß: „Hey, Junge, ein Zähler reicht uns allen!“

Ein Punkt reicht! Diese Einstellung wäre in Düsseldorf laut Sebastian Hertner (r., gegenden Bochumer Anthony Losilla) fatal.
Ein Punkt reicht! Diese Einstellung wäre in Düsseldorf laut Sebastian Hertner (r., gegenden Bochumer Anthony Losilla) fatal.  © picture point/Sven Sonntag

Kann genau dieser Gedanke wirklich ausgeblendet werden? „Das ist ja das Gefährliche. Klar weiß jeder, dass ein Punkt reicht. Aber das darf nicht rein in die Köpfe rein. Du musst das Spiel so angehen, dass du es unbedingt gewinnen willst, vielleicht sogar musst“, sagt Verteidiger Sebastian Hertner.

„Die Gefahr besteht auch, dass du dann nur 95 Prozent deiner Leistung abrufen kannst. Das darf nicht passieren, auch weil du dann den Schalter einfach nicht mehr umlegen kannst“, fügt der 25-Jährige an: „Es kann im Spiel so viel passieren, da musst du 100 Prozent reagieren können. Alles andere wäre fatal.“

Zwar nicht fatal, aber ungemein ärgerlich wäre es, wenn Aue tatsächlich noch auf den Relegationsplatz abrutschen würde und vielleicht ... Lassen wir das. Hertner weiß nur zu gut, was vor zwei Jahren in Heidenheim passierte.

„Einige Spieler kamen zu mir, um zu erfahren, was 2015 los war. Da habe ich gesagt: Das wollt ihr nicht wissen. Das war scheiße. Das will ich nicht mehr.“ Und genau daher wird er mit seinen Mannen heute 100 Prozent für den Klassenerhalt geben.


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