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Einbruchschutz: Mehr Sicherheit im Smart Home

In Deutschland wird durchschnittlich alle vier Minuten eingebrochen. Meist in der dunklen Jahreszeit, meist in der Abenddämmerung, wenn noch niemand zu Hause ist.
Alle 4 Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Die Aufklärungsrate ist mit 15 % sehr gering.
Alle 4 Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Die Aufklärungsrate ist mit 15 % sehr gering.

Deutschland - In Deutschland wird durchschnittlich alle vier Minuten eingebrochen. Meist in der dunklen Jahreszeit, meist in der Abenddämmerung, wenn noch niemand zu Hause ist.

Die Eindringlinge haben oftmals leichtes Spiel, da der Einbruchsschutz vielfach sträflich vernachlässigt wird.

Wie sich Haus und Wohnung sicherer machen lassen und welche Möglichkeitenein Smart Home dabei bietet, zeigen unsere sieben Tipps.

Trotz leichtem Rückgang: Einbruchszahlen auf hohem Niveau

Erstmals seit Jahren geht die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland zurück. Gab es 2015 mit über 167.000 Einbrüchen zehn Prozent mehr gemeldete Fälle als 2014, zeigen aktuelle Zahlen ein anderes Bild: In 13 von 16 Bundesländern, die bislang ihre Einbruchstatistiken veröffentlicht haben, ging 2016 die Zahl der Wohnungseinbrüche entweder zurück oder blieb auf demselben Level.

Besonders deutlich ist der Rückgang in Nordrhein-Westfalen, wo die Einbruchzahlen generell am höchsten sind: Wurden 2015 noch 62.362 Einbrüche gezählt, waren es 2016 knapp 10.000 Wohnungseinbrüche weniger (52.578). Lediglich in Sachsen-Anhalt ist die Zahl leicht gestiegen: 2.795 Einbrüche in 2015, 3.061 in 2016.

Doch weniger Einbrüche bedeuten nicht gleichzeitig mehr Sicherheit. Zudem ist die Aufklärungsrate nach wie vor sehr niedrig, nur rund 15 Prozent aller Einbrüche werden aufgeklärt.

Wie die Infografik von Statista zeigt, ist die Höhe der durch Einbrüche entstandenen Schäden in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, trotz Rückgängen in einzelnen Jahren.
Wie die Infografik von Statista zeigt, ist die Höhe der durch Einbrüche entstandenen Schäden in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, trotz Rückgängen in einzelnen Jahren.

Am häufigsten werden Schmuck und Uhren, danach Bargeld und elektronische Kleingeräte bei einem Wohnungseinbruch geklaut.

Ein Einbruch hinterlässt tiefe Spuren

Die Einbruchsopfer bleiben in der Regel hilflos zurück: Selbst wenn keine wertvollen Dinge entwendet wurden – der emotionale Schaden ist oft groß.

Betroffene erleben einen Schock: Jemand ist in ihre Privatsphäre eingedrungen, hat den vermeintlich sichersten Ort in einen Ort des Schreckens verwandelt. Schränke und Schubladen wurden durchwühlt, häufig auch Möbel mutwillig zerstört.

Als Reaktion auf den Einbruch versuchen viele Opfer, wieder Alltagsnormalität herzustellen. Sie beseitigen die Spuren des Einbruchs, putzen und räumen auf. Andere Betroffene flüchten zunächst: Sie wünschen sich Abstand, um den Schock zu verdauen.

Doch spätestens wenn Polizei und Versicherung Fragen zum Tathergang stellen, werden die Opfer wieder mit den Geschehnissen konfrontiert. Das führt oftmals zu zusätzlicher Verunsicherung und dem Selbstvorwurf, man habe sich nicht gut genug gegen einen Einbruch abgesichert.

Auch wenn man das teure Erbstück der Großmutter vielleicht nicht besonders schön fand – eine unbezahlbare Erinnerung war es trotzdem. Die Aussicht, dass Diebesgut wieder zu Gesicht zu bekommen, ist gering.

Psychische Folgen eines Einbruchs

In vielen Fällen bleiben Angstgefühle und Schlafprobleme auch noch Wochen nach dem Einbruch bestehen. Das Vertrauen in die ehemals schützende Umgebung ist zerstört.


Manchmal ist nach einem Einbruch eine langfristige psychologische Therapie notwendig. Einer Studie zufolge, die

Ein Viertel der Einbruchsopfer hegt nach der Tat sogar den Wunsch, in eine neue Bleibe zu ziehen. Etwa jeder Zehnte wechselt dann auch tatsächlich den Wohnort.

Doch ein Umzug ist immer mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Bis sich in der neuen Umgebung ein Gefühl der Sicherheit einstellt, kann es zudem ebenfalls eine Zeit dauern.

Oftmals die bessere und deutlich günstigere Alternative ist es, die Wohnung oder Haus zu modernisieren – und zwar in Hinblick auf einen wirksamen Einbruchschutz. Schon vergleichsweise kleine mechanische und technische Nachrüstmaßnahmen sorgen für deutlich mehr Schutz vor Wohnungseinbrüchen, stärken das Sicherheitsgefühl.

Wohnung und Haus modernisieren: Sieben Tipps für mehr Einbruchschutz

Auch wenn die Überwachungskameras nicht vor dem Einbruch schützen, helfen sie der Polizei bei der Aufklärung des Vorfalls.
Auch wenn die Überwachungskameras nicht vor dem Einbruch schützen, helfen sie der Polizei bei der Aufklärung des Vorfalls.

1. Fenster und Türen sichern

Nur wenige Sekunden benötigen Einbrecher, um ungesicherte Fenster und Balkontüren aufzuhebeln oder eine herkömmliche Haustür zu knacken.

Mechanische Sicherungen machen den Tätern das Leben deutlich schwerer. Fenster im Erdgeschoss beispielsweise lassen sich mit sogenannten Pilzkopfzapfenbeschlägen und abschließbaren Fenstergriffen ausstatten. Äußere Eingangstüren sollten massiv und widerstandsfähig sein. Einbruchhemmende Schlösser mit Profilzylinder und Mehrfachverriegelung sind sinnvoll.

Wohnungstüren können durch Querriegelschlösser sicher gemacht werden. Kellerfenster und -luken können durch Gitter und Schachtabdeckungen vor unerwünschtem Eindringen geschützt werden. Leiter und Mülltonne sollte man nicht nahe der Hauswand platzieren – sie könnten Einbrechern als Einstiegshilfe dienen.

2. Tresor für Wertgegenstände

Selbst wer das scheinbar sicherste und ausgefallenste Versteck für Wertsachen und Bargeld in seiner Wohnung hat – die Einbrecher werden es garantiert finden.

Wirklich Wertvolles gehört in einen Tresor. Ein solcher Panzerschrank muss aber bestimmte Anforderungen erfüllen, um rabiaten Öffnungsversuchen standzuhalten: Experten empfehlen einen Wertschutzschrank von mindestens 200 Kilogramm Gewicht, der in Wand oder Boden verankert ist. Er sollte zudem geprüft und mit Gütesiegel zertifiziert sein.

Nur wenn der Tresor den Sicherheitsbestimmungen der Hausratversicherungen entspricht, kommt die Versicherung für einen Schaden auf, falls der Safe bei einem Einbruch aufgebrochen wurde. Weil Einbrecher gegebenenfalls den Schlüssel für den Safe finden, empfehlen Experten ein Modell mit Zahlenschloss.

3. Licht als Abschreckung einsetzen

Grundstückseigentümer können ihr Anwesen durch Bewegungsmelder im Außenbereich absichern. Einbrecher profitieren vom Schutz der Dunkelheit. Springt beim Betreten des Grundstücks plötzlich ein greller Scheinwerfer an, werden sie abgeschreckt.

Die Bewegungsmelder sollten dabei so eingestellt sein, dass sie nicht bei jedem Fußgänger auf dem Bürgersteig oder jeder Katze im Garten anspringen – sonst stellt sich bei den Bewohnern ein Gewöhnungseffekt ein.

Eine zusätzliche Außenbeleuchtung sieht in der Dunkelheit nicht nur stimmungsvoll aus: Wird jeder Winkel des Gebäudes mit einem Strahler ausgeleuchtet, finden Einbrecher keine dunklen Nischen zum Verstecken vor.

4. Zeitschaltuhren für Beleuchtung und Rollläden programmieren

Auch in den Innenräumen stellt Licht ein probates Mittel für den Einbruchschutz dar. Einbrecher beobachten mögliche Tatorte oft ganz genau. Sind die Bewohner im Urlaub, erhöht sich die Einbruchgefahr drastisch. Zeitschaltuhren, die zwischen Steckdose und Lampe installiert werden, gaukeln Einbrechern Anwesenheit vor. Wichtig: Die Lichter dürfen nicht jeden Tag nach demselben Schema an- und ausgehen. Besser verschiedene Intervalle in unterschiedlichen Räumen programmieren. Solche Zeitschaltuhren lassen sich ebenfalls für elektrische Rollläden installieren, die zusätzlich Fenster und Türen sichern.

5. Alarmanlage einrichten

Die mechanischen Schutzmaßnahmen an Türen und Fenstern sollten mit weiteren technischen Sicherheitsvorkehrungen kombiniert werden. Alarmanlagen lassen sich per Draht- oder Funkverbindung installieren.

Die Geräte sollten nach DI-Norm geprüft sein und von einem Profi eingerichtet werden. Die meisten Alarmanlagen reagieren mit einem lauten Signal, um den Einbrecher abzuschrecken.

Viele Modelle setzen auch automatisch einen Notruf bei der Polizei ab. Manche Warnanlagen reagieren nur mit einem stillen Alarm – damit die Polizei die Chance hat, den Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen.

6. Überwachungskamera installieren

Eine Überwachungskamera allein schützt nicht vor Einbruch – schon gar nicht eine Kamera-Attrappe. Selbst von einer funktionierenden Überwachungskamera fühlen sich viele Täter nicht gestört. Doch kommt es zu einem Einbruch, können die Aufzeichnungen der Kamera der Polizei bei den Ermittlungen hilfreich sein.

Einige Überwachungskameras sind mit intelligenten Systemen vernetzt, sodass sie Push-Nachrichten aufs Smartphone verschicken, sobald ein Unbefugter in den Radius der Kamera tritt. Der Empfänger, der Besitzer der Kamera, kann sofort handeln und gegebenenfalls die Polizei alarmieren.

7. Smart Home nutzen

Apropos Smartphone: Im vernetzten Smart Home lässt sich fast die komplette Technik zum Einbruchschutz via App regeln. Mit einer Anwendung auf dem Smartphone oder Tablet können Licht, Heizung und alle elektronischen Geräte von unterwegs gesteuert werden.

Wer seine Wohnung oder sein Haus modernisieren und zu einem Smart Home machen möchte, erhöht damit auch den Einbruchschutz. Weitere Informationen dazu erhält man etwa auf intelligent-modernisieren.de.

Sind erst einmal mechanische Vorkehrungen getroffen, werden die technischen Sicherheitsmaßnahmen mit dem Smart Home verknüpft. Alarmanlage, Überwachungskameras und Bewegungsmelder sind so ebenfalls ins System integriert.

Auch das Licht lässt sich im Smart Home individuell und ohne Zeitschaltuhr steuern. Die App benachrichtigt über Auffälligkeiten und lässt den Besitzer zu jeder Zeit nach dem Rechten sehen: Per Smartphone kann er sich das Bild der Überwachungskamera anzeigen lassen und bei einem Alarm checken, ob es sich tatsächlich um einen versuchten Einbruch handelt.

Gegebenenfalls ist die App mit einem Lautsprecher im Haus verbunden. So teilt man dem Täter etwa mit, dass der Einbruch gefilmt wird und die Polizei benachrichtigt ist.

Im Smart Home lassen sich zudem Bewegungsmelder mit der Innenbeleuchtung und Sensoren an Türen und Fenstern sowie mit einer Alarmanlage koppeln.

Staatliche Förderungen für den Einbruchschutz

Ob technisch oder mechanisch – Einbruchschutz kostet Geld. Das Haus umfassend in Hinblick auf optimalen Einbruchschutz zu modernisieren ist nicht ganz billig. Doch die Ausgaben lohnen sich!

Bei rund 40 Prozent der Wohnungseinbrüche bleibt es beim Versuch: Wenn die Täter zu viel Zeit benötigen, um in die Wohnung oder das Haus zu kommen, lassen sie in der Regel von dem Einbruch ab.

Seit März 2017 profitieren Eigentümer zudem von einer Neuregelung bei der Förderung für Einbruchschutz.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat die Untergrenze bei der staatlichen Förderung von 2.000 Euro auf 500 Euro herabgesetzt.

So können Fördermittel schon für kleinere Maßnahmen beantragt werden, die dann mit zehn Prozent der Summe subventioniert werden. Maximal 1.500 Euro Förderung sind möglich.

Kostenlose Maßnahmen und Hilfestellungen für mehr Sicherheit

Es gibt aber auch Einbruchschutz, der gar nichts kostet: Aufmerksamkeit. Wer auffällige Personen in der Nachbarschaft meldet und bei ungewohnten Geräuschen im Treppenhaus nachsieht oder ebenfalls die Polizei verständigt, trägt zur Sicherheit bei.

Selbst wenn sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten: Besser die Polizei einmal zu viel als einmal zu wenig informieren. Die Beamten werden die Situation durch Nachfragen einschätzen und entsprechend handeln.

Weitere Maßnahmen: Bei Abwesenheit bleiben Fenster und Türen immer geschlossen. Zu Urlaubszeiten Nachbarn oder Freunde bitten, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen, die Post aus dem Briefkasten zu holen und die Rollläden zu bewegen.

Was man dagegen tunlichst unterlassen sollte: In den sozialen Netzwerken öffentlich seinen Urlaub zur Schau stellen – damit lädt man die Einbrecher quasi zu sich nach Hause ein.

Die Polizeilichen Beratungsstellen der Länder und des Bundes bieten Verbrauchern kompetent und kostenlos Hilfestellung in Sachen Einbruchschutz. Eine Beratungsstelle in der Nähe findet man über die Suche auf polizei-beratung.de.

Fotos: de.statista.com, Picture Alliance_85958158_Westend61, Picture Alliance_66081140_dpa_Themendienst

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