"Eine Party ist kein Verbrechen!" Die Linke möchte Open-Airs in Leipzig legalisieren

Leipzig - Vor allem im Sommer ist das Leipziger Party-Volk gerne draußen unterwegs. Nicht selten werden Open-Airs schnell von der Polizei aufgelöst, denn sie gelten als illegal. Das möchten die Linken nun ändern.

Im Sommer wird in Leipzig gerne draußen getanzt und gefeiert.
Im Sommer wird in Leipzig gerne draußen getanzt und gefeiert.  © 123RF

"Selbstorganisierte, nicht-kommerzielle Open Air-Musikveranstaltungen gehören seit jeher zum kulturellen Leben dieser Stadt. Sie sind ein Teil des Lebensgefühls vor allem junger Menschen in Leipzig und gehören nicht kriminalisiert!", stellt beispielsweise Stadträtin Juliane Nagel fest.

Zusammen mit anderen Parteimitgliedern fordert sie unbürokratische Lösungen von Seiten der Stadt.

Bereits 2012 hatte die Linke das Thema in den Stadtrat gebracht und die Stadt aufgefordert, Flächen zu schaffen und die Anmeldung für Party-Veranstaltungen zu vereinfachen.

Im März schlug das Jugendparlament Leipzig vor, eine freie Fläche ausfindig zu machen, auf der etwa 300 bis 500 Personen ihrer Tanz- und Feierlaune freien Lauf lassen können. (TAG24 berichtete) Der Stadtrat stimmte dem Vorschlag zu. Seitdem ist nichts weiter passiert.

Erst am vergangenen Wochenende war in Leipzig-Schönau eine nicht angemeldete Open-Air-Party aufgelöst worden. Zuvor hatte die Polizei Ende Mai gleich zwei illegal ausgeführte Techno-Partys mit insgesamt bis zu 1000 Personen in der Nähe des Kulkwitzer und Cospudener Sees abrupt beendet.

Obwohl der Vorschlag vor allem bei jungen Leuten auf bedingungslose Zustimmung stoßen sollte, sammeln sich unter dem Facebook-Post der Linken zu ihrem Vorschlag auch die Bedenken.

"Ich war vor kurzem Teilnehmer eines "open airs" und entsetzt wie dort die Umnwelt verschandelt wurde. Soviel Müll und Streifzüge in Lebensräume um sich zu erleichtern, dass kann nicht ok sein", berichtet zum Beispiel ein User. (Rechtschreibung übernommen) "Senioren, Leute, die im Schichtdienst arbeiten oder Familien mit Kindern werden euch darin ganz bestimmt unterstützen", kommentiert eine weitere Userin und verweist damit auf die Lärmbelästigung, die mit so einer Open-Air-Veranstaltung einher geht.

Nach wie vor gibt es bei diesem Thema also noch einiges an Diskussionsbedarf.

Nicht-kommerzielle Open-Airs "sind ein Teil des Lebensgefühls vor allem junger Menschen in Leipzig und gehören nicht kriminalisiert", sagt Stadträtin Juliane Nagel (Linke).
Nicht-kommerzielle Open-Airs "sind ein Teil des Lebensgefühls vor allem junger Menschen in Leipzig und gehören nicht kriminalisiert", sagt Stadträtin Juliane Nagel (Linke).  © Norbert Neumann

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