Einheizen! Eins verfeuert täglich 4000 Tonnen Kohle

Für schlechte Zeiten: 20.000 Tonnen Braunkohle lagern auf dem Heizkraftwerksgelände.
Für schlechte Zeiten: 20.000 Tonnen Braunkohle lagern auf dem Heizkraftwerksgelände.

Chemnitz - Damit wir drinnen nicht bibbern, wenn’s draußen eiskalt ist, sorgen die 95 Mitarbeiter des Eins-Heizkraftwerks (Blankenburgstraße) für wohlige Fernwärme. Rund 50.000 Chemnitzer Haushalte nutzen sie.

„Derzeit verbrauchen wir 4000 Tonnen Braunkohle am Tag“, sagt Silvia Trümper (54), Kraftwerksleiterin. Alle drei Heizblöcke laufen, einer davon wird mit Erdgas betrieben. Zusammen können sie bis zu 234 Megawatt Leistung produzieren.

„Aktuell sind wir bei knapp 80 Prozent“, zeigt Michael Ruschel (45) an den Messgeräten des Kohleheizblocks B. Dahinter verbirgt sich eine Turbine, welche die zerkleinerten glühenden Kohlen in den Wärmekreislauf bläst.

Herr Ruschel kontrolliert die 67 Megawatt starke Anlage. „Gesteuert wird sie per Mausklick“, merkt Chefin Trümper an.

Sie ist der Energie-Boss: Kraftwerksleiterin Silvia Trümper (54) steht auf dem Heizblock-Dach.
Sie ist der Energie-Boss: Kraftwerksleiterin Silvia Trümper (54) steht auf dem Heizblock-Dach.

Pro Block gibt es einen Kontrolleur, das macht drei pro Schicht. Frau Trümper: „Wir arbeiten im Fünfschichtensystem mit jeweils 50 Personen.“ Schichtdauer: acht Stunden. Drinnen wie draußen.

Vor den Förderbändern auf dem Kraftwerksgelände liegt inmitten des Schnees ein langer weiß-braun gescheckter Hügel. „Das sind unsere 20.000 Tonnen Kohlevorrat“, sagt die Kraftwerksleiterin. Nützlich bei Lieferausfällen. Drei Güterzüge bringen täglich Kohle.

„Dieser sogenannte Stapelvorrat ist auch im Sommer notwendig“, sagt Silvia Trümper. Zwar verbraucht die Anlage dann nur 2000 Tonnen am Tag, aber Wetterextreme wie Hochwasser können zu ausbleibenden Güterzügen führen.

Feuersturm im Kessel: Kraftwerks-Mitarbeiter Steffen Hänel (52) zeigt einen Reinigungsschaft. Durch ihn schießen heiße Gase, Abfallprodukte bei der Kohleverbrennung.
Feuersturm im Kessel: Kraftwerks-Mitarbeiter Steffen Hänel (52) zeigt einen Reinigungsschaft. Durch ihn schießen heiße Gase, Abfallprodukte bei der Kohleverbrennung.

Fotos: Uwe Meinhold


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