Darum wissen die Verkäufer an der Kasse genau, ob Ihr arm oder reich seid

Menschen, die mehr aufs Geld achten müssen verhalten sich beim Einkaufen anders.
Menschen, die mehr aufs Geld achten müssen verhalten sich beim Einkaufen anders.  © 123RF

Neu-Isenburg - Die Schlange lang, das Band voll, Kunden, die kurz vor Ladenschluss ihren Wochenend-Einkauf machen. Für Ulrike Schwerdhöfer ist das seit 43 Jahren Alltag - und ein Job den sie liebt.

Nicht umsonst wurde die REWE-Kassiererin 2014 von Kunden zur Mitarbeiterin des Monats gekürt. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sie Einblicke gegeben.

Dabei erzählt die 67-jährige, die eigentlich gelernte Frisörin ist, auch, wie sie Kunden sofort an der Kasse entlarvt. Durch unser Einkaufsverhalten geben wir den Menschen hinter der Kasse nämlich sofort intime Details über den Stand unseres Bankkonto preis.

Und das liegt nicht nur an den Sachen, die auf dem Band liegen. Klar, das auch. "Ich weiß genau, ob sie Geld haben oder nicht. Den Leuten mit viel Geld ist der Preis egal, die nehmen nur das Teuerste und viel Bio", erzählt Schwerdhöfer.

An der Kasse zeigt sich, was im Geldbeutel ist. Und das nicht nur bei dem, was wir da einkaufen.
An der Kasse zeigt sich, was im Geldbeutel ist. Und das nicht nur bei dem, was wir da einkaufen.  © 123RF

Ein weiterer Punkt: Reiche Kunden hätten meist nie einen Einkaufszettel dabei, packen einfach alles in den Korb, was ihnen gefällt. "Kassenzettel? Nein, danke!"

Wer mehr aufs Geld schauen muss, hat meist genau aufgelistet, was diese Woche auf den Tisch kommt. Da wandern dann auch nicht noch der Grüne Smoothie oder die neue Schoko-Sommeredition in den Wagen.

"Kunden, die nur wenig Geld haben, haben auch immer einen Zettel dabei. Selbst wenn sie nur ein oder zwei Sachen einkaufen wollen. Bei denen ist alles genau abgezählt, und sie kaufen möglichst viele Sonderangebote", weiß die Rentnerin, die trotzdem noch 18 Stunden die Woche arbeitet.

Außerdem wollen ärmere Kunden meist den Kassenbon haben, kontrollieren noch einmal ob alles richtig abgerechnet wurde.

Doch auch wenn Schwerdhöfer genau weiß, wie die Einkaufenden ticken, an der Kasse ist sie natürlich diskret. Die Kunden vertrauen ihr. Mit manchen war die gebürtige Essenerin sogar schon einen Kaffee trinken oder schreibt ihnen eine aufmunternde Nachricht aufs Handy. Denn oft wird an der Kasse mehr gesprochen als nur über Preis, Paybackpunkte und Kartenzahlung.

Wenn die Schlange nicht zu lang ist, geht es auch manchmal um private Dinge. "Ich weiß viel von meinen Kunden", erklärt Schwerdhöfer stolz.

Und oft liegen die privaten Dinge ja auch auf dem Band. Wenn Kunden ihre "peinlichen" Einkäufe verstecken, kann sie sich einen kleinen Kommentar nicht verkneifen.


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