So schützt sich das Chemnitzer Rathaus vor Angreifern

Chemnitz - Einlasskontrollen, Notfallteams, Alarmknöpfe: Das Chemnitzer Rathaus wird zur Festung. So sollen Politiker und Verwaltungsmitarbeiter vor Angreifern besser geschützt werden.

Das Chemnitzer Rathaus - eine Festung? Die Stadt rüstet auf, will das Foyer umbauen. Die Hintertür ist bereits verschlossen. So sollen Mitarbeiter von Verwaltung und den Fraktionen besser geschützt werden.
Das Chemnitzer Rathaus - eine Festung? Die Stadt rüstet auf, will das Foyer umbauen. Die Hintertür ist bereits verschlossen. So sollen Mitarbeiter von Verwaltung und den Fraktionen besser geschützt werden.  © Peter Zschage

"Das Thema Sicherheit von Beschäftigten, Wahlbeamten, Stadträten und Gästen in Kommunalverwaltungen, aber auch von Parlamentsabgeordneten, hat in den vergangenen drei Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen", erklärt Bürgermeister Sven Schulze (45, SPD) in einem Rundschreiben.

Ein Asylbewerber bedrohte 2015 Mitarbeiter des Sozialamtes (TAG24 berichtete) mit Messer und Eisenstange. Schulze: "Allein an die Unfallkasse Sachsen ergingen 24 Meldungen zu Übergriffen auf Beschäftigte seit 2015." Der verstärkte Wachschutz in der Ausländerbehörde soll weitergeführt werden.

Gefährdete Ämter und die Stadtratsfraktionen erhalten auf ihre Computer einen speziellen Notrufknopf. Die Bildung eines "psychologisch geschulten Notfallteams" sei erfolgt.

MOPO-Redakteur Torsten Schilling (50) scheitert am Hintereingang des Rathauses. Früher war die Tür zum Jakobikirchplatz stets offen.
MOPO-Redakteur Torsten Schilling (50) scheitert am Hintereingang des Rathauses. Früher war die Tür zum Jakobikirchplatz stets offen.  © Peter Zschage

Das Rathaus am Markt mit seinen rund 350 Beschäftigten soll nur noch durch den Haupteingang betreten werden. "Die bisher stets offenen und nicht einsehbaren Hintereingänge am Jakobikirchplatz sollen verschlossen gehalten werden", heißt es in dem Schreiben an die Fraktionen.

Schulze kündigt außerdem den "Umbau des Empfangstresens im Rathaus" an - unter anderem, um die Eingangstür besser beobachten zu können. Was die Stadt das neue Sicherheitskonzept kostet, ist bisher nicht bekannt.

Rund 3.800 Beschäftigte hat die Stadtverwaltung. Die sind an mehreren Standorten wie dem Bürgerhaus Am Wall oder auch dem Neuen Technischen Rathaus untergebracht.

Rathaus-Besucher werden heute schon gefilmt.
Rathaus-Besucher werden heute schon gefilmt.  © Peter Zschage
Seit Jahren gibt es mehr und mehr Übergriffe in den Amtsstuben.
Seit Jahren gibt es mehr und mehr Übergriffe in den Amtsstuben.  © dpa/Frederik von Erichsen
Bürgermeister Sven Schulze (45, SPD) stellte in einem Schreiben an die Fraktionen das Sicherheitskonzept vor.
Bürgermeister Sven Schulze (45, SPD) stellte in einem Schreiben an die Fraktionen das Sicherheitskonzept vor.  © Uwe Meinhold

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