Aufstiegsfavorit Eintracht Braunschweig haut Trainer Flüthmann raus!

Braunschweig - Die nächste Trainerentlassung im deutschen Profifußball! Nach Mirko Slomka (Hannover 96) und Niko Kovac (FC Bayern München) muss auch Christian Flüthmann (37) von Eintracht Braunschweig seinen Hut nehmen.

Zu diesem Zeitpunkt lief es noch gut bei Christian Flüthmann (r.) und Eintracht Braunschweig. Zwar kassierte er gegen einen seiner Vorgänger, Torsten Lieberknecht und den MSV Duisburg die erste Pleite, doch die Löwen standen weit oben in der Tabelle.
Zu diesem Zeitpunkt lief es noch gut bei Christian Flüthmann (r.) und Eintracht Braunschweig. Zwar kassierte er gegen einen seiner Vorgänger, Torsten Lieberknecht und den MSV Duisburg die erste Pleite, doch die Löwen standen weit oben in der Tabelle.  © dpa/Peter Steffen

Das gaben die Niedersachsen auf ihrer Twitter-Seite bekannt.

Sportdirektor Peter Vollmann sagte zu der Entscheidung: "Wir sehen die Risiken, aber auch die Chancen, die hinter so einem bedeutsamen Wechsel auf der Position des Chef-Trainers stehen. Die Entwicklung der Mannschaft verlief zuletzt nicht wie gewünscht."

Nach hervorragendem Saisonstart und sechs Siegen aus den ersten sieben Spielen stand die Eintracht in der Tabelle noch weit oben - wie geplant.

Kein Wunder, war die Mannschaft im Sommer doch mit veranlagten Akteuren wie Martin Kobylanski und Nick Proschwitz namhaft verstärkt worden, um das Ziel, den Aufstieg in die 2. Bundesliga, zu erreichen.

Doch anschließend lief es bei weitem nicht mehr so rund, wie noch in der Frühphase der Spielzeit.

So holten die Braunschweiger aus den letzten neun Partien lediglich zwei Siege, dazu kamen vier Unentschieden und drei Niederlagen.

Man trat auf der Stelle, was auch daran lag, dass Leistungsträger wie Kobylanski ihre Form nicht halten konnten und die Mannschaft nicht mehr so dominant auftrat.

Christian Flüthmann soll unter großem Autoritätsverlust gelitten haben

Christian Flüthmann soll beim Team einen großen Autoritätsverlust erlitten haben.
Christian Flüthmann soll beim Team einen großen Autoritätsverlust erlitten haben.

Laut dem "kicker" wurde von Vollmann ein großer Autoritätsverlust bei Flüthmann ausgemacht. Auch konkrete Lösungsschritte habe er nicht vorweisen können. Dazu seien die Leistungen der Spieler im Training zurückgegangen.

Trotz dieser Argumente verabschiedet Vollmann den gefeuerten Coach mit warmen Worten: "Wir schätzen Christian sowohl menschlich als auch fachlich und danken ihm für seine geleistete Arbeit. Wir wünschen ihm für seine weitere Zukunft alles Gute."

Klar ist, dass es in der ausgeglichenen und gut besetzten 3. Liga bei weitem nicht ausreicht, sich nur auf die individuelle Klasse zu verlassen, um dauerhaft vorne mitzuspielen. Das wurde in den letzten Wochen deutlich.

Deshalb meinte Vollmann weiter: "Wir alle sind nach Abwägung aller Argumente nicht mehr zu der Überzeugung gekommen, dass Christian Flüthmann die Wende mit der Mannschaft schaffen wird."

Momentan stehen die Löwen auf dem fünften Platz. Mit nur drei Punkten Rückstand auf Rang zwei stehen sie aber noch gut da und haben daher in den kommenden Wochen alle Chancen, wieder vorzurücken.

Eintracht Braunschweig nahm sich Zeit für die Entscheidung, Christian Flüthmann zu entlassen

Christian Flüthmann ist nicht länger Trainer von Eintracht Braunschweig.
Christian Flüthmann ist nicht länger Trainer von Eintracht Braunschweig.

Deshalb kann Flüthmann bei seiner ersten Station als Profi-Cheftrainer auch keine ausnehmend schlechte Arbeit vorgeworfen werden.

Dass es bei so einer Fluktuation im Kader durchaus Phasen geben kann, in denen es nicht so gut läuft, dürfte in Braunschweig von vornherein klar gewesen sein. Doch nun sahen sich die Verantwortlichen offenbar zum Handeln gezwungen.

So stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt der Entlassung: Warum musste Flüthmann sechs Tage nach dem letzten Spiel (1:1 beim SC Preußen Münster) gehen? Wieso nicht direkt danach?

Hat die Aufarbeitung so lange gedauert oder gab es interne Gründe, sich erst jetzt von ihm zu trennen?

In der Braunschweiger Mitteilung heißt es kryptisch: "Der Entschluss aller Verantwortlichen ist mit reiflicher Überlegung und dem nötigen Abstand zum letzten Pflichtspiel in Münster getroffen und Flüthmann in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt worden."

Ob der Sonntagabend, kurz vor Ende der Länderspielpause, ein guter Moment dafür ist, müssen die kommenden Tage und Wochen zeigen. Die Antwort auf die wichtigste Frage wird wohl noch auf sich warten lassen: Wer wird neuer Trainer der ambitionierten Niedersachsen?

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