Eintracht Braunschweig rüstet auf: Volle Offensivpower!

Braunschweig - Ziel 2. Bundesliga? So lassen sich die Transfers von Eintracht Braunschweig deuten. Nachdem die Löwen ihren Kader bereits im vergangenen Winter gehörig verstärkt hatten, um die Klasse zu halten, wird die Mannschaft in der laufenden Sommer-Transferperiode mit weiteren namhaften Spielern ergänzt.

Nick Proschwitz wechselt vom SV Meppen zu Eintracht Braunschweig.
Nick Proschwitz wechselt vom SV Meppen zu Eintracht Braunschweig.  © Imago Images / Werner Scholz

Möglich ist das nur dank einer großartigen Aufholjagd und einem nervenaufreibenden Abstiegskrimi am letzten Spieltag gegen den FC Energie Cottbus.

Durch das 1:1 hielt Braunschweig die Klasse, während die Lausitzer aufgrund des um einen Treffer schlechteren Torverhältnisses absteigen mussten.

Damit es nicht wieder so knapp wird, rüstet der Fünfte der Rückrundentabelle den ohnehin schon starken Kader weiter auf.

Vom SV Meppen wechselt Sturmtank Nick Proschwitz zur Eintracht und wird dort der Zielspieler im Angriff sein. Dafür wechselt der vom SC Paderborn 07 ausgeliehene, gebürtige Braunschweiger Julius Düker zu den Emsländern.

Der 32-jährige Proschwitz traf für den SVM in der abgelaufenen Saison in 27 Liga-Spielen vierzehn Mal und bereitete drei weitere Tore direkt vor.

Der Strafraumstürmer hat in seiner Karriere bereits viel erlebt, spielte in Liechtenstein beim FC Vaduz, in der Schweiz beim FC Thun, in England bei Hull City, dem FC Barnsley, FC Brentford und Coventry City, war in Belgien für VV St. Truiden aktiv und schnürte in den Niederlanden die Töppen für Sparta Rotterdam.

In der Saison 2011/12 stand er beim SC Paderborn 07 unter Vertrag und wurde Torschützenkönig der 2. Bundesliga mit 17 Treffern. Proschwitz weiß also, wo das Tor steht und ist ein Angreifer, der - wenn es normal läuft - zehn oder mehr Buden garantiert.

Orhan Ademi kehrt zurück, Leandro Putaro fest verpflichtet

Orhan Ademi (r.) spielt zweiten Mal in seiner Karriere für Eintracht Braunschweig.
Orhan Ademi (r.) spielt zweiten Mal in seiner Karriere für Eintracht Braunschweig.  © DPA

Sollte er wider Erwarten nicht zünden, haben die Löwen vorgesorgt und auch Orhan Ademi von den Würzburger Kickers geholt.

Für den 27-Jährigen ist es das zweite Mal, dass er für die Eintracht spielt. Wirklich erfolgreich war er dabei aber nur bedingt: In bislang 85 Spielen netzte er acht Mal ein und legte sieben weitere Tore direkt auf.

Doch in Würzburg zeigte der Schweizer zuletzt, dass er konstant treffen kann: In der abgelaufenen Saison erzielte er in 35 Liga-Spielen elf Tore und bereitete weitere vier Treffer direkt vor.

In dieser Form wäre er auch für Braunschweig eine echte Verstärkung.

Neben diesen beiden wurde auch noch Leandro Putaro, der bereits in der letzten Spielzeit an die Eintracht ausgeliehen war, fest von Arminia Bielefeld verpflichtet.

Der gelernte Mittelstürmer, der in den Jugend-Bundesligen für den VfL Wolfsburg Tore am Fließband erzielte, kommt mittlerweile vornehmlich auf den offensiven Außenbahnen zum Einsatz und hat seine Qualitäten in Braunschweig bereits nachgewiesen.

Transfercoup Martin Kobylanski; auch Lasse Schlüter kommt

Martin Kobylanski (l.) war in der abgelaufenen Saison einer der besten Mittelfeldspieler der 3. Liga und wird in der kommenden Spielzeit für Eintracht Braunschweig kicken.
Martin Kobylanski (l.) war in der abgelaufenen Saison einer der besten Mittelfeldspieler der 3. Liga und wird in der kommenden Spielzeit für Eintracht Braunschweig kicken.  © DPA

Ein echter Transfercoup ist den Löwen zudem mit der Verpflichtung von Martin Kobylanski gelungen. Der sechsfache polnische U21-Nationalspieler war beim SC Preußen Münster in der vergangenen Saison einer der großen Leistungsträger.

In 37 Liga-Partien erzielte der gebürtige Berliner zwölf Tore und legte sieben Treffer direkt auf.

Als torgefährlicher Spieler aus der zweiten Reihe könnte Kobylanski für die Eintracht Gold wert sein. Denn obwohl er für Münster vor allem im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam, kann er auch auf beiden Außenbahnen agieren und als hängende Spitze- oder im Mittelsturm spielen.

Darüber hinaus hat er sich als herausragender Standardschütze einen Namen gemacht. Erfahrungen sammelte er zuvor bereits beim SV Werder Bremen, Cottbus, 1. FC Union Berlin und Lechia Gdansk in der ersten polnischen Liga.

Doch erst bei Münster schaffte er es, Leistungen auf konstant hohem Niveau zu zeigen.

Neben diesen vier Neuzugängen für die Offensive wurde mit dem Cottbuser Lasse Schlüter auch noch ein fähiger Linksverteidiger nach Niedersachsen gelotst, der bei Energie zu den unumstrittenen Stammspielern zählte und die Löwen mit seiner Dynamik, körperlichen Wucht und seinen Flanken verstärken wird.

Philipp Hofmann zum KSC; Suleiman Abdullahi fest zum 1. FC Union Berlin

"Kampfsau" Bernd Nehrig wechselte in der Winterpause vom FC St. Pauli zu Eintracht Braunschweig und war dank seiner Zweikampfstärke und seinen Führungsqualitäten mit für den Klassenerhalt der Löwen verantwortlich.
"Kampfsau" Bernd Nehrig wechselte in der Winterpause vom FC St. Pauli zu Eintracht Braunschweig und war dank seiner Zweikampfstärke und seinen Führungsqualitäten mit für den Klassenerhalt der Löwen verantwortlich.  © DPA

Allerdings hat Braunschweig auch zwei schwerwiegende Abgänge zu verkraften: Stoßstürmer Philipp Hofmann wechselt zu Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC. Seine Präsenz, seine elf Tore und vier Vorlagen in 38 Liga-Spielen werden der Eintracht fehlen, dürften mit der Verpflichtung von Proschwitz und Ademi aber gleichwertig ersetzt worden sein.

Auch Suleiman Abdullahi verlässt die Braunschweiger. Er war bereits in der vergangenen Saison an Union ausgeliehen und wurde von den Köpenickern nun für 500.000 Euro fest verpflichtet.

Außerdem geht der suspendierte Mergim Fejzullahu bei der Eintracht von Bord und wechselt zum ambitionierten Regionalligisten 1. FC Saarbrücken.

Neben den namhaften Neuzugängen stehen bei Braunschweig auch noch Spieler wie Jasmin Fejzic (Tor), Felix Burmeister (Innenverteidigung), Benjamin Kessel (Rechtsverteidiger), Stefan Fürstner, Christoph Menz, Marc Pfitzner, Bernd Nehrig (alle zentrales Mittelfeld), Marcel Bär (Rechtsaußen) unter Vertrag.

Der Weg in die 2. Bundesliga wird wohl nur über die Eintracht führen.

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