Eintracht-Hools überfallen Donezk-Fans auf offener Straße!

Frankfurt am Main - Es sollte ein sportlicher Feiertag werden, doch die hässliche Fratze des Fußballs hat wieder einmal gesiegt - und das schon vor dem Anpfiff!

Eintracht-Anhänger beim Hinspiel in Charkiw.
Eintracht-Anhänger beim Hinspiel in Charkiw.  © DPA

Vor der Europa-League-Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Schachtar Donezk ist es in der Mainmetropole zu Ausschreitungen gekommen.

Wie die Polizei Frankfurt rund drei Stunden vor dem Anstoß zum Sechzehntelfinale in der Commerzbank Arena auf Nachfrage von TAG24 mitteilte, hatten "heimische Problemfans" Gäste-Anhänger attackiert und überfallen.

Das Ganze spielte sich gegen kurz nach 13 Uhr in der Schweizer Straße im Stadtteil Sachsenhausen ab: Drei Ukrainer wurden von einer etwa 15-köpfigen Gruppe vermummter Frankfurt-Hools aufgesucht, angegriffen und sogar "um ihr Bargeld gebracht" - sprich ausgeraubt!

Einer der Ukrainer musste nach der Attacke in ein Krankenhaus eingeliefert werden, da er sich durch einen Schlag eine Verletzung zuzog. "Eine stationäre Aufnahme des Mannes wird aber nicht nötig sein", sagte der Polizeisprecher. Die Täter entkamen nach dem Übergriff.

Bei einer Kontrolle weiterer Unruhestifter im Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen stellten die Beamten einen Schlagring sowie ein Messer sicher. Diese Gruppe wird "das Spiel nicht sehen", hieß es von Seiten der Polizei.

Um 18.55 Uhr steigt das mit Spannung erwartete K.O.-Spiel im Frankfurter Stadtwald. Die Partie gegen Donzek (Hinspiel 2:2) ist bereits seit Wochen restlos ausverkauft.

UPDATE, 17.40 UHR: AUCH IM STADION AGGRESSIVE STIMMUNG

Gut eine Stunde vor dem Anstoß ist es auch in der Commerzbank Arena zu Ausschreitungen gekommen. Als die Polizei ein Banner "mit mutmaßlich beleidigendem Inhalt" gegen den hessischen Innenminister Peter Beuth sicherstellten wollte, kam es zu körperlichen Übergriffen von Heim-Fan gegenüber der Beamten. Verletzt wurde dabei niemand.

Der Appell der Polizei: "Verhaltet euch friedlich!"

UPDATE 17.56 UHR: CHOREO ABGEBLASEN!

Im Stadion spielten sich eine Stunde vor Beginn des Europa-League-Krachers kuriose Szenen ab: Die Fans, die eine Riesen-Choreografie geplant hatten, warfen alle dazugehörigen Elemente in den Stadioninnenraum.

Die stimmungsvolle Inszenierung fällt wegen eines Zerwürfnisses mit der Polizei flach.

UPDATE, 18.37 UHR: POLIZEI BESTÄTIGT VORFALL

Wie die Polizei gegenüber TAG24 bestätigte, war es im Innenraum zu Wortgefechten und körperlichen Auseinandersetzungen zwischen "Problemfans" und Beamten gekommen. Der Grund: Das von der Polizei sichergestellte Beuth-Banner!

Daraufhin bauten die Eintracht-Anhänger aus Trotz die komplette Choreografie ab. Ein Teil der magischen Europacup-Nacht fällt somit flach.

Laut eines Polizeisprechers habe es im Laufe des Tages im Stadion bereits Durchsuchungen wegen Pyrotechnik gegeben. Gefunden wurde allerdings nichts.

Dazu beigetragen hatte unter anderem die Aussage von Eintracht-Präsident Peter Fischer, dass die Commerzbank Arena am Donnerstagabend "brennen" solle.

UPDATE, 18.54 UHR: SGE-KLUBFÜHRUNG SCHIEßT GEGEN POLIZEI

Die Vereinsführung der Eintracht hat massive Polizeikontrollen und Durchsuchungen im Stadion gegen Schachtjor Donezk scharf kritisiert. Die Maßnahmen der Beamten seien ausschließlich auf Grundlage einer im Netz verbreiteten Videobotschaft von Eintracht-Präsident Peter Fischer veranlasst worden und hätten keine Funde von Pyrotechnik erbracht, erklärte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann am Donnerstagabend kurz vor dem Anpfiff der Partie. "Auch die Personenkontrollen haben nichts ergeben", sagte Hellmann.

Fischer hatte in dem Video erklärt, bei dem Spiel müsse das Stadion brennen. "Das bezog sich auf das Sportliche und die Stimmung und war keinesfalls ein Aufruf zu Gewalt", sagte Hellmann und fügte hinzu: "Die Kernfrage lautet: Ist ein Video eines emotionalen Präsidenten ein ausreichender Anlass, um eine Gefahrenabwehr heraufzubeschwören."

Durch den nach Ansicht des Vereins völlig überzogenen Einsatz der Sicherheitskräfte sei es den Fans nicht möglich gewesen, die 72 Stunden lang vorbereitete Choreographie zu 100 Prozent vorzubereiten. Deshalb hätten sich die Anhänger dazu entschieden, die Choreographie vor dem Spiel komplett abzubauen.

Alle Choreo-Elemente flogen plötzlich in den Innenraum.
Alle Choreo-Elemente flogen plötzlich in den Innenraum.  © DPA

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