Nervös, aber entschlossen wie nie: Feiert die Eintracht die nächste Europa-Sause?

Lissabon - Adi Hütter wirkte leicht angespannt, als er auf dem Podium im Estádio da Luz Platz nahm. Das erste Viertelfinale für Eintracht Frankfurt auf Europas großer Fußball-Bühne seit 24 Jahren ließ auch den Erfolgstrainer der Hessen nicht kalt.

Einheitlich im feinen Zwirn (v.l.n.r.): Ante Rebic, Mijat Gacinovic, Filip Kostic und Luka Jovic.
Einheitlich im feinen Zwirn (v.l.n.r.): Ante Rebic, Mijat Gacinovic, Filip Kostic und Luka Jovic.  © DPA

"Unser Traum lebt weiter", sagte Hütter vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League bei Benfica Lissabon an diesem Donnerstag (21 Uhr/RTL und DAZN). "Aber wir müssen ein Topspiel machen, um uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu verschaffen."

Auf dem Weg zum angestrebten Europa-League-Finale in Baku will sich der sowohl im Wettbewerb als auch in diesem Jahr noch ungeschlagene DFB-Pokalsieger auch vom portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon nicht aufhalten lassen.

"Du brauchst keinen Wettbewerb zu spielen, wenn du keine Träume hast", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic schon vor der Landung in der Kapitale am Tejo. Zehn Spiele haben die Hessen in dieser Saison auf Europas Fußball-Bühne bestritten, keines ging verloren.

Acht Siege und zwei Remis lautet die beeindruckende Bilanz des Bundesliga-Vierten, der in diesem Jahr in 15 Pflichtspielen ungeschlagen geblieben ist. "Die Serie hilft uns morgen nicht", sagte Hütter am Mittwochabend. "Aber sie gibt uns natürlich Selbstvertrauen."

Zu den geschlagenen Teams gehörten Vorjahresfinalist Olympique Marseille, Lazio Rom sowie die Champions-League-Absteiger Schachtjor Donezk und Inter Mailand. Nun soll gegen Benfica, das in der Gruppenphase der Königsklasse am FC Bayern München und Ajax Amsterdam gescheitert war, der nächste Coup folgen.

Auch der portugiesische Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia stellte sich im Vorfeld der Partie den Fragen der Pressevertreter.
Auch der portugiesische Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia stellte sich im Vorfeld der Partie den Fragen der Pressevertreter.  © DPA

Die Portugiesen haben allerdings seit 2009 in 20 Europa-League-Heimspielen keine Niederlage mehr kassiert. "Das ist eine homogene und torgefährliche Mannschaft", warnte Hütter. "Wir dürfen ihnen keine Räume anbieten."

Im Hinspiel helfen könnten auch die zuletzt angeschlagenen Sebastien Haller, Sebastian Rode, Mijat Gacinovic und Martin Hinteregger, die mit im Flieger saßen. Ihren Einsatz ließ Hütter - mit Ausnahme von Hinteregger - aber offen.

Anders als die Hessen hat Benfica auf seinem Briefkopf kaum noch Platz. "Es ist ein großer Name im europäischen Fußball", hatte Hütter das attraktive Los kommentiert. Der Hauptstadt-Club gewann 36 Mal die Meisterschaft, 26 Mal den Pokal und ist Stammgast in Europa.

Dort liegen die großen Erfolge allerdings lange zurück. 1961 und 1962 holte der Verein den Cup der Landesmeister. Danach gelang noch achtmal der Einzug ins Finale eines europäischen Wettbewerbes - zuletzt 2014 in der Europa League - aber nie mehr der ganz große Triumph.

Den strebt dieses Jahr auch die Eintracht an. "Wir müssen in beiden Spielen konzentriert sein und den unbedingten Willen zeigen, dass wir ins Halbfinale einziehen wollen", sagte Stürmer Luka Jovic. Für den Frankfurter Torjäger ist es ein ganz besonderes Duell, steht er doch immer noch bei Benfica unter Vertrag.

Ein Weiterkommen würde sich für die Eintracht, die in der Liga Kurs auf die erstmalige Teilnahme an der Champions League hält, auch finanziell auszahlen. Rund 30 Millionen Euro haben die Frankfurter bislang durch Prämien und Zuschauereinnahmen schon verdient.

Sollte sich der Traum vom zweiten Europa-Triumph nach dem Gewinn des UEFA-Pokals 1980 erfüllen, würden mindestens 15 Millionen Euro hinzukommen.

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