Pokal-Überraschung! Eintracht Frankfurt haut RB Leipzig raus

Frankfurt am Main - Revanche vergeigt! Weniger als zwei Wochen nach der überraschenden Bundesliga-Pleite des Tabellenzweiten RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt (TAG24 berichtete), kam es im Achtelfinale des DFB-Pokals zum erneuten Aufeinandertreffen. 

André Silva (Li.) verwandelte den fälligen Handelfmeter souverän und ließ sich von Eintracht-Kollege Sebastian Rode feiern.
André Silva (Li.) verwandelte den fälligen Handelfmeter souverän und ließ sich von Eintracht-Kollege Sebastian Rode feiern.  © dpa/Uwe Anspach

Vor rund 47.000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena hatten die Hessen nach einem 3:1 (1:0) erneut das bessere Ende für sich und stehen nun im Viertelfinale des Wettbewerbs. Die Treffer erzielten André Silva (1:0, HE/17.), Filip Kostic (2:0, 51.), RB-Neuzugang Dani Olmo (2:1, 69.) und erneut Filip Kostic (3:1, 90.+5).

Vier neue fanden Platz in der Startformation von SGE-Coach Adi Hütter: Almamy Touré, Silva, Mijat Gacinovic und Makoto Hasebe ersetzten Danny da Costa, Goncalo Paciencia, Daichi Kamada und Timothy Chandler, die noch beim schmeichelhaften 1:1-Unentschieden bei Fortuna Düsseldorf (TAG24 berichtete) auf dem Rasen standen.

Eintracht-Neuzugang Stefan Ilsanker stand nicht im Aufgebot seines neuen Klubs. Zunächst war von einer Klausel im Vertrag des Österreichers ausgegangen worden.

RB-Geschäftsfüher Oliver Mintzlaff gab gegenüber "Sport1" nun zu Protokoll, dass es sich lediglich um "eine mündliche Absprache im Zuge des Wechsels" gehandelt habe. Die Leipziger hätten Ilsanker gerne bis Sommer gehalten, der hatte jedoch auf einen sofortigen Wechsel gedrängt.

Gleich fünf Mal veränderte RB-Trainer Julian Nagelsmann seine Startelf im Vergleich zum 2:2-Remis gegen Borussia Mönchengladbach: Yvon Mvogo stellte sich an Stelle von Péter Gulácsi in den Kasten. Nordi Mukiele, Tyler Adams, Emil Forsberg und Timo Werner machten Platz für Neuzugang Angelino, Amadou Haidara, Yussuf Poulsen und Patrik Schick.

Halbzeit eins: RB Leipzig macht das Spiel, Eintracht Frankfurt geht erneut überraschend in Führung

Leipzigs Marcel Halstenberg setzt sich im Kopfballduell gegen Frankfurts Torschützen André Silva durch.
Leipzigs Marcel Halstenberg setzt sich im Kopfballduell gegen Frankfurts Torschützen André Silva durch.  © dpa/Uwe Anspach

Die Anfangsphase der Partie gehörte voll und ganz den Gästen aus Sachsen. Auch die erste Riesengelegenheit ließ nicht lange auf sich warten: Schick erkämpfte sich den Ball von Hasebe, tauchte dann völlig blank vor Kevin Trapp auf. Doch der Keeper der Eintracht parierte glänzend - das hätte die Führung sein müssen (10.)!

Einer der wenigen Frankfurter Entlastungsangriffe sorgte umgehend für Unruhe. Eine Flanke von Kostic segelte durch den RB-Strafraum, verpasste jedoch Freund und Feind - dachte man zumindest.

Denn Marcel Halstenberg spielte den Ball im Sprung mit Hand - was Schiedsrichter Felix Brych schließlich nach Hinzunahme des Videobeweises erkannte. Dass er daraufhin auf den Elfmeterpunkt zeigte, war die logische Konsequenz - Silva verwandelte den Strafstoß souverän und sorgte für die (wieder einmal) überraschende Frankfurter 1:0-Führung (17.).

Davon gänzlich unbeeindruckt suchte der Tabellenzweite der Bundesliga umgehend wieder den Weg nach vorne. Besonders auffällig war hierbei der Leipziger Neuzugang von Manchester City, Angelino, der seine linke Seite fleißig beackerte.

Doch den Adlerträgern gelang es mit ihrer kompakt agierenden Defensive, die meisten Offensivbemühungen der Roten Bullen zu unterbinden. Darüber hinaus taten die Gastgeber alles dafür, um das Spiel möglichst langsam und ereignislos zu machen.

Halbzeit zwei: Kostic eiskalt, Olmos Kabinettstückchen reicht für Leipzig nicht aus

Filip Kostic legte zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Eintracht nach.
Filip Kostic legte zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Eintracht nach.  © DPA/Arne Dedert

Und das wurde zumindest bis zum Ende des ersten Durchgangs belohnt: Nur noch ein Mal kam Angelino auf Links durch, seine Hereingabe in den Rückraum donnerte Haidara jedoch in den Frankfurter Abendhimmel (36.). Somit ging es mit der durchaus überraschenden 1:0-Führung für die Hausherren in die Kabinen.

Für RB, die Neuzugang Olmo für Haidara brachten, wurde es kurz nach Wiederanpfiff so richtig bitter: Einen laschen Pass von Dayot Upamecano fing Evan Ndicka gekonnt ab - und dann ging es schnell. Über Rode kam das Spielgerät direkt zu Kostic, der sich bis vor den Leipziger Kasten tankte und trotz zwischenzeitlichem Straucheln zum 2:0 einnetzte (51.).

Getragen von der hessischen Ekstase auf den Rängen, hätte Gacinovic sogar beinahe noch das 3:0 nachgeliefert.

Der quirlige Serbe traf jedoch nur das Außennetz (58.). Für Nagelsmann gab es nun keine andere Wahl, als auf volle Offensive zu setzen - und so kam Toptorjäger Werner für Konrad Laimer (61.).

Nachdem sich die Leipziger im weiteren Verlauf zu viele Abspielfehler leisteten, dann doch noch der Anschlusstreffer im kongenialen Zusammenspiel der Neu-Bullen: Olmo spielten den Ball nach Linksaußen zu Angelino, der erneut den spanischen Nationalspieler bediente, der den Ball dann sehenswert und technisch fein flach in die Maschen setzte (69.).

Filip Kostic macht für Eintracht Frankfurt den Deckel drauf!

RB-Neuzugang Dani Olmo traf zum 1:2-Anschlusstreffer für Leipzig.
RB-Neuzugang Dani Olmo traf zum 1:2-Anschlusstreffer für Leipzig.  © dpa/Uwe Anspach

Nach einer Riesen-Kopfballchance für Martin Hinteregger (72.), die die Vorentscheidung hätte bedeuten müssen, schickte Hütter Dominik Kohr anstelle von Sebastian Rode aufs Feld (78.), der kurz zuvor eine Platzwunde im Gesicht davongetragen hatte.

Kurz darauf ersetzte Chandler den nimmermüden Gacinovic, während auf Leipziger Seite Ademola Lookman für Christopher Nkunku kam (81.).

Und das muntere Wechselspieler fand schließlich seinen letzten Akt: Paciencia ersetzte Elfmeter-Torschütze Silva (88.).

Währenddessen bemühten sich die Sachsen um den Ausgleich, die mit Mann und Maus verteidigenden Hausherren kämpften aber um jeden Millimeter - auch wenn sich hin und wieder hochkarätige Chancen, wie die verpatzte Direktabnahme Werners nach Lookman-Vorlage, ergaben (89.).

Und kurz vor dem Ende der fünfminütigen Nachspielzeit setzte Kostic mit seinem Tor zum 3:1 endgültig einen Strich unter die Frage nach dem Weiterkommen. Somit war für RB der erste Titeltraum geplatzt, während die Eintracht auf die Auslosung des Viertelfinales warten kann.

Schon am Wochenende geht es für beide Teams in der Bundesliga weiter: Während die Eintracht am Freitag (7. Februar/20.30 Uhr) den FC Augsburg empfängt, müssen die Roten Bullen am Sonntag (9. Februar/18 Uhr) zum Topspiel beim FC Bayern München antreten.

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