Chemie Leipzig verliert Flutlicht-Kick deutlich, nimmt aber viel Geld mit heim

Frankfurt - Das war definitiv kein normales Testspiel in der Länderspielpause! Am Freitagabend trafen Eintracht Frankfurt und Chemie Leipzig in der hessischen Metropole aufeinander. Der 5:1 (2:1)-Sieg der SGE war aber nur Nebensache, vielmehr ging es darum, Geld für die Kampagne "Flutlicht für Leutzsch" zu sammeln - starke 100.000 Euro kamen zusammen. Vor 9000 Zuschauern in der PSD Bank Arena am Bornheimer Hang, der Heimspielstätte des FSV Frankfurt, trafen André Silva (15./84.), Erik Durm (40.), Lucas Torró (61.) und Timothy Chandler (64.) für die Gastgeber, Tomas Petracek konnte zwischenzeitlich ausgleichen (17.) und hätte die Leutzscher sogar beinahe in Führung geschossen.

Bas Dost (l.) blieb ein Tor verwehrt, dafür traf Timothy Chandler (2.v.l.).
Bas Dost (l.) blieb ein Tor verwehrt, dafür traf Timothy Chandler (2.v.l.).  © Eintracht Frankfurt

In diesem Jahr feiern beide Vereine ihre 15-jährige Fanfreundschaft. Aber nicht nur die Ultras der SGE und BSG haben Sympathien füreinander, auch auf die Verantwortlichen schwappt diese Euphorie über. Anders ist das nun schon zweite Aufeinandertreffen von Eintracht und Chemie (Hinspiel 2:2 in Leipzig 2016) nicht zu erklären.

Und die Freundschaft ist so groß, dass zahlreiche Leutzscher Fans die Eintracht in der vergangenen Saison sogar bei Auswärtsspielen quer durch Europa live unterstützt haben.

Diesmal kamen rund 700 Chemie-Anhänger mit einem eigens organisierten Sonderzug nach Hessen gefahren, insgesamt wurden im Vorfeld etwa 1500 Tickets an Chemiker abgesetzt. Die in Frankfurt angebotenen historischen Sondertrikots wurden alle verkauft, sie sind aber >>>hier online erhältlich.

Ebenso Grund zur Freude machte auch ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung. Denn Adi Hütter schickte mit den Neuzugängen André Silva und Bas Dost zwei Hochkaräter als Sturmduo ins Spiel. Aber auch Weltmeister Erik Durm, Timothy Chandler und David Abraham begannen und sind jedem Fußballfan ein Begriff.

Petracek trifft und hat dann Latten-Pech

Neuzugang André Silva setzt zum Sprint an, Chemies Kicker versuchen die Leihgabe des AC Mailand zu stoppen.
Neuzugang André Silva setzt zum Sprint an, Chemies Kicker versuchen die Leihgabe des AC Mailand zu stoppen.  © Eintracht Frankfurt

Es war eine äußerst ansehnliche erste Halbzeit, in der den Gastgebern die erste Chance gehörte: Eine Flanke von Chandler nahm Dost Volley mit rechts, schoss aber am Tor vorbei (6.).

In der nächsten Szene legte Silva bedrängt von vier Gegenspielern auf Dost, dessen Schuss Benjamin Bellot abprallen ließ und im Nachfassen hatte (7.).

Doch nach einer Viertelstunde war es dann soweit: Nach einer wunderbaren Flanke von Chandler von links in die Mitte ging Silva noch ein paar Schritte und traf zur durchaus verdienten Eintracht-Führung (1:0).

Im Gegenzug passte die Frankfurter Hintermannschaft aber nicht auf - und fing sich prompt den Ausgleich: Björn Nikolajewski passte nach Halbdrehung einfach mal blind in den Strafraum, dort nahm Tomas Petracek den Ball mit und zimmerte ihn aus spitzem Winkel über Jan Zimmermann hinweg in den Kasten - 1:1 (17.).

Chemie-Kapitän Stefan Karau musste nach einer knappen halben Stunde mit Schmerzen im hinteren, linken Oberschenkel raus, für ihn kam Tommy Kind neu rein.

Vorstände unter sich: Chemies Frank Kühne (r.) bekam in der Halbzeitpause von Axel Hellmann (Eintracht) einen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreicht. Die Freude war sichtlich groß.
Vorstände unter sich: Chemies Frank Kühne (r.) bekam in der Halbzeitpause von Axel Hellmann (Eintracht) einen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreicht. Die Freude war sichtlich groß.  © Twitter/Eintracht Frankfurt

Danach war es wieder Dost, der diesmal nach Flanke von Almamy Touré freistehend drüber köpfte (31.).

Doch auch die Leipziger hatten hier und da gute Ideen, in der 34. Minute erreichte Florian Schmidts Weitergabe in aussichtsreicher Position Petracek nicht. Fünf Minuten später fing die BSG einen Angriff ab, es ging schnell nach vorn auf Petracek, der sah, dass Zimmermann weit vor seinem Tor stand. Er setzte zum Lupfer an, doch der klatschte nur gegen die Latte (39.).

Im direkten Gegenzug folgte das 2:1 für Frankfurt: Weltmeister Durm wird rechts angespielt, verlud Philipp Wendt und schoss durch seine Beine ins kurze Eck, Bellot geschlagen - 2:1 (40.).

Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff war es wieder Dost, der den Treffer auf dem Fuß hatte. Diesmal schoss er Nikolajewski auf der Linie an (50.).

Dann sorgte die Eintracht doch schnell für die Vorentscheidung: Erst traf Lucas Torró nach einer Ecke (61.), dann schraubte Chandler das Ergebnis mit einem schönen Lupfer über Bellot hinweg auf 4:1 nach oben (64.).

Nach einem Abstauber-Treffer von Silva (84.) tröpfelte die Partie vor sich hin, Frankfurt brachte den am Ende deutlichen Sieg über die Zeit und machte die BSG Chemie Leipzig trotz der 1:5-Pleite (finanziell) glücklich.

© Eintracht Frankfurt

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