Erst Schock, dann Erleichterung: Die Eintracht-Kicker dachten, sie wären draußen

Frankfurt am Main - Weil sich Eintracht Frankfurt die Partie gegen Vitoria Guimaraes in der Schlussphase noch mit 2:3 aus der Hand nehmen ließ, können sich die Hessen für das Weiterkommen in der Europa League letztendlich beim FC Arsenal bedanken. Die Spieler erfuhren von ihrem Glück erst, als die Fans anfingen zu jubeln.

Daichi Kamada freut sich über seinen Treffer zum 2:1. Da standen die Zeichen noch auf Sieg für die SGE.
Daichi Kamada freut sich über seinen Treffer zum 2:1. Da standen die Zeichen noch auf Sieg für die SGE.  © dpa/Uwe Anspach

Eigentlich sah alles ganz einfach aus. Die SGE hatte zur Halbzeit durch Tore von Danny da Costa (31.) und Daichi Kamada (38.) den unglücklichen 0:1-Rückstand (8.) gedreht und führte verdient mit 2:1.

Nach der furiosen Schluss-Phase der ersten 45 Minuten schien es da nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Hessen ihren Vorsprung ausbauen und mit einem Sieg sicher in die K.-o.-Phase der Europa League einziehen würden.

Doch dann kam alles anders. Im anderen Gruppenspiel führte auf einmal Standard Lüttich gegen den FC Arsenal durch Tore von Samuel Bastien (47.) und Selim Amallah (69.) mit 2:0.

Noch ein Tor der Belgier und Frankfurt würde gegen Guimaraes kein Unentschieden mehr zum Weiterkommen reichen, da die Belgier dann im Vergleich das bessere Torverhältnis hätten.

Weil zu diesem Zeitpunkt die Portugiesen immer besser ins Spiel kamen und die SGE-Defensive nicht den stabilsten Eindruck machte, lag der Ausgleichstreffer tatsächlich in der Luft.

Doch zunächst kam die Entwarnung, da es dem FC Arsenal durch einen Doppelschlag von Alexandre Lacazette (78.) und Bukayo Saka (81.) gelang, die Partie in Lüttich auszugleichen. Damit hätten die Belgier selbst bei einem Ausgleichstreffer in Frankfurt noch zwei Tore für Platz zwei schießen müssen.

Danny da Costa: "Ein Abend unter dem Motto: Glück gehabt"

Martin Hinteregger enttäuscht nach dem 2:3: Erst nach dem Abpfiff erfuhren die Spieler, dass sie es doch geschafft hatten, in der Europa League weiterzukommen.
Martin Hinteregger enttäuscht nach dem 2:3: Erst nach dem Abpfiff erfuhren die Spieler, dass sie es doch geschafft hatten, in der Europa League weiterzukommen.  © dpa/Uwe Anspach

Allerdings beruhigte das die Nerven der Mannen von Adi Hütter nicht sonderlich, im Gegenteil.

Durch zwei abgefälschte Schüsse gegen die nunmehr schwer ungeordnete Eintracht-Abwehr (85./87.) drehte Guimaraes die Partie erneut.

Ein Treffer für Lüttich im in der Schlussphase offenen Schlagabtausch mit den Engländern hätte das Aus für die Hessen bedeutet. Zum Glück kam es dazu aber nicht mehr und die SGE zitterte sich gerade so in die K.-o.-Phase.

"Wir haben das Spiel unnötig aus der Hand gegeben", befand auch Fredi Bobic nach dem Spiel im Interview mit dem Sender DAZN. "Wir hatten keine einfache Gruppe", ergänzte der Sport-Vorstand der Eintracht. "Wir haben die zweitmeisten Punkte und sind verdient weitergekommen."

Die Spieler erfuhren erst nach dem Abpfiff, dass sie das tatsächlich geschafft hatten. "Wir hatten beim Abpfiff keine Ahnung, ob wir weiter sind", sagte Danny da Costa der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Erst als die Fans gejubelt haben, machte sich noch etwas Hoffnung breit". Das Fazit des Torschützen zum 1:1: "Der Abend steht unter dem Motto: Glück gehabt."

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0