Ist die Eintracht schon bereit für das nächste Europa-League-Wunder?

Frankfurt am Main - Im Gedanken an den Donnerstagabend werden viele Fans von Bundesligist Eintracht Frankfurt wohl schon ein freudiges, nervöses Zucken verspüren. Denn um 19 Uhr trifft die SGE in der 2. Qualifikations-Runde für die Europa League in Estland auf Flora Tallinn. Doch ist die Eintracht überhaupt schon soweit, auf internationalem Parkett zu bestehen?

Eintracht-Coach Adi Hütter (im Hintergrund) weist seine Spieler zurecht.
Eintracht-Coach Adi Hütter (im Hintergrund) weist seine Spieler zurecht.  © dpa/Uwe Anspach

Noch gar nicht allzu lange ist es her, da begeisterten die Adlerträger vom Main im Europapokal, schieden erst im Halbfinale nach einer wahren "Schlacht" mit dem FC Chelsea nach Elfmeterschießen aus - eine wahnsinnige Werbung für den Verein und den deutschen Fußball.

Doch die Vorzeichen für das erste Pflichtspiel für das Team von SGE-Coach Adi Hütter (49) sind mittlerweile vollkommen anders: Die Topscorer Luka Jovic (21) und Sébastien Haller (24) haben der Eintracht den Rücken gekehrt, im Sturm haben die verbliebenen Ante Rebic (25) und Goncalo Paciencia (24) außer Sturmjuwel Dejan Joveljic (19) noch keine wirkliche Verstärkung erhalten.

Zwar kündigte Sportvorstand Fredi Bobic noch weitere, möglichst namhafte Neuzugänge an. "Es wird sicherlich auch noch weitergehen. Wir werden auf jeden Fall noch das eine oder andere tun". Doch in Tallinn sind der Kroate und der Portugiese auf sich allein gestellt.

Auch die restlichen Mannschaftsteile der Eintracht wirken zum Auftakt der Pflichtspiel-Phase noch nicht vollends ausgereift. Weiterhin ist die Torhüter-Position, für die man immer noch auf eine Rückkehr von Kevin Trapp (28) hofft, ein hitziges Thema. Zudem fällt die aktuelle Nummer eins Frederik Rönnow (26) verletzt gegen Flora Tallinn aus. Im Mittelfeld soll zumindest Sebastian Rode (28) nach der Leihe im letzten Halbjahr fest von Borussia Dortmund verpflichtet werden.

Ob Martin Hinteregger (26) ebenfalls den Weg vom FC Augsburg nach Frankfurt zurückfindet wird dagegen immer unwahrscheinlicher. Neue Namen, die mit der Eintracht in Verbindung gebracht werden sind dagegen unter anderem Kevin-Prince Boateng (32/US Sassuolo) und Maximilian Philipp (25/Borussia Dortmund).

Pech hatten die Hessen zudem bei Rekord-Neuzugang Djibril Sow. Der 22-Jährige der von den BSC Young Boys Bern kam, verletzte sich kurz nach dem Start der Saisonvorbereitung, fällt bis zu zehn Wochen aus.

Wer kommt, wer geht? Die Eintracht steckt noch mitten in der Kaderplanung

Wohl einer der vielen Streichkandidaten bei Eintracht Frankfurt: Der Niederländer Jetro Willems (li.)
Wohl einer der vielen Streichkandidaten bei Eintracht Frankfurt: Der Niederländer Jetro Willems (li.)  © dpa/Ina Fassbender

Doch nicht nur das Thema eingehende Transfers brodelt bei der Eintracht, auch in Sachen Verkäufe soll (oder gar muss) sich noch einiges tun. Dies zeigt allein die Liste der Spieler, die nicht mit nach Estland reisten.

Neben den verletzten Gelson Fernandes, Sow und Rönnow sowie Simon Falette, der nach dem Afrika-Cup noch im Sonderurlaub weilt, stiegen Jetro Willems, Marc Stendera, Taleb Tawatha, Tuta, Marijan Cavar und Nicolai Müller nicht in den Flieger nach Tallinn.

Bei den letzteren sechs handelt es sich wohl auch um potenzielle Streichkandidaten, die im System von Hütter keine Rolle mehr spielen. Ob es möglich ist mit einer Mannschaft, die sich noch derart im Umbruch befindet, bereits Topleistungen auf internationalem Niveau auf den Rasen zu bringen, ist zwar keinesfalls unmöglich, darf jedoch berechtigterweise hinterfragt werden.

Doch wer die "Frankfurter Jungs" kennt weiß, dass die Hessen spätestens nach der letzten Saison in der Europa League und Bundesliga immer für eine Überraschung gut sind.

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