Eintrachts Paciência feiert Kamada: "Besser als Sushi"

Frankfurt am Main/London - Held des Tages bei Eintracht Frankfurt in London war der Japaner Daichi Kamada. Mit seinen zwei Toren avanciert der schmächtige Offensiv-Künstler beim 2:1 gegen Arsenal zum Match-Winner. Die Tür zur K.o.-Runde der Europa League steht für die Hessen wieder weit offen.

Daichi Kamada (r.) bejubelt sein Tor zum 2:1 mit seinen Mannschaftskollegen.
Daichi Kamada (r.) bejubelt sein Tor zum 2:1 mit seinen Mannschaftskollegen.  © dpa/Uwe Anspach

Gonçalo Paciência lobte den Helden des Abends auf originelle Weise. "Was ist besser aus Japan als Sushi?", twitterte der Portugiese nach dem 2:1 (0:1) von Eintracht Frankfurt im Europa-League-Spiel beim FC Arsenal und liefert die überschwängliche Antwort gleich mit: "Daichi Kamadaaaa!!!"

Auch Adi Hütter war vom Auftritt des 23-Jährigen begeistert: "Er hat sich ein Extra-Lob verdient. Mit seinen zwei wichtigen Tore in London ist er der Match-Winner", sagte der Eintracht-Trainer. "Daichi hat es sich verdient und ich hoffe, es geht so für ihn weiter."

Kamada selbst konnte sich nach seinem Doppelpack (55./64. Minute) gar nicht feiern lassen. Statt im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras zu stehen, saß er in den Stadion-Katakomben bei der Dopingprobe.

Dass er den ersten Treffern im Europacup welche in der Bundesliga folgen lässt, hofft Abwehrchef und Landsmann Makoto Hasebe: "Er hat zu mir gesagt, wenn er endlich mal ein Tor schießen würde, kommen auch zwei, drei hinterher." Vor seinem Doppelpack hatte Kamada nur im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim getroffen.

Adi Hütter: "Nach dem Sieg haben wir wieder alles in der Hand"

Adi Hütter ist zuversichtlich, dass die Eintracht in der Europa League überwintern wird.
Adi Hütter ist zuversichtlich, dass die Eintracht in der Europa League überwintern wird.  © dpa/Patrick Seeger

In der Saison 2018/19 war Kamada zum belgischen Fußball-Erstligisten VV St. Truiden ausgeliehen und die Rückkehr des japanischen Nationalspielers nicht gewiss gewesen.

"In Belgien bin ich gut gewachsen", sagte Kamada am Anfang der Spielzeit. Als er vor zwei Jahren für rund 1,6 Millionen Euro von Sagan Tosu an den Main kam, begann seine Karriere mit nur 218 Einsatzminuten nicht großartig.

"Dass Kamada mal explodiert, ist Gold wert", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Mit seinen Toren hat der filigrane Techniker die Tür zur K.o.-Runde für die Eintracht wieder weit geöffnet.

"Nach dem Sieg haben wir wieder alles in der Hand", sagte Hütter. Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel am 12. Dezember gegen Vitoria Guimarães wäre die Eintracht (9 Punkte), die hinter Arsenal (10 Punkte) und vor Standard Lüttich (7) auf Rang zwei liegt, definitiv weiter.

Im Idealfall hat Kamada also seine Ablösesumme mit einem Schlag eingespielt. Für den Erfolg gegen die Gunners, die sich am Freitag von Trainer Unai Emery trennten, gibt es eine Prämie von 570 000 Euro. Für das Erreichen der Zwischenrunde kämen eine halbe oder ganze Million dazu.

"Wir freuen uns alle für Daichi. Wie oft hat er schon erfolglos aufs Tor geschossen, und der Ball wollte einfach nicht reingehen", sagte Teamkollege Martin Hinteregger.

Eintracht Frankfurt beendet Mini-Krise

Die Spieler bejubeln den Sieg gegen den FC Arsenal. Zuvor hatte es drei Pflichtspiel-Niederlagen für Eintracht Frankfurt gegeben.
Die Spieler bejubeln den Sieg gegen den FC Arsenal. Zuvor hatte es drei Pflichtspiel-Niederlagen für Eintracht Frankfurt gegeben.  © dpa/Uwe Anspach

Mit dem Erfolg an der Themse beendeten die Frankfurter zugleich ihre Mini-Krise.

"Nach drei Niederlagen hätte uns wohl niemand in London einen Sieg zugetraut. Es tut gut und gibt Selbstvertrauen für die Bundesliga", sagte Hütter mit Blick auf das Bundesliga-Spiel am Montag beim FSV Mainz 05.

Beim Nachbarn, der mit dem neuen Trainer Achim Beierlorzer zuletzt einen 5:1-Coup bei der TSG 1899 Hoffenheim landete, hat die Eintracht in bisher elf Anläufen noch nie gewinnen können.

"Da müssen wir es hinbringen und von Anfang an unsere Tugenden und das, was uns stark macht, zeigen", sagte Eintracht-Profi Danny da Costa.

Beim FC Arsenal begann der Europa-League-Halbfinalist der Vorsaison "zu ehrfürchtig und ängstlich", wie Hütter bemängelte. Der knappe Pausenrückstand durch den Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (45.+1) war mehr als schmeichelhaft.

"Wir hatten drei Niederlagen am Stück in den Knochen. Das muss man erst einmal abschütteln", entschuldigte Sportvorstand Fredi Bobic die mäßige Leistung in der ersten Halbzeit und lobte: "Die Jungs haben es nach der Pause richtig stark gemacht."

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0