Chaos-Defensive und Chancenwucher: Eintracht verliert Euro-League-Auftakt gegen Arsenal

Frankfurt am Main - Endlich war es wieder soweit: Die Europa League hielt am Donnerstagabend erneut Einzug in Frankfurt! Und die Hoffnung auf eine erneute Europa-Sause von Eintracht Frankfurt lockte 48.000 Zuschauer in die ausverkaufte Commerzbank-Arena, wo die Hessen auf das Premier-League-Schwergewicht FC Arsenal trafen. Am Ende brachte sich die SGE förmlich selbst um den Sieg und verlor mit 0:3 (0:1).

Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi (Li.) im Zweikampf mit Frankfurts Neuzugang André Silva.
Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi (Li.) im Zweikampf mit Frankfurts Neuzugang André Silva.  © dpa/Uwe Anspach

Joe Willock brachte die Gäste kurz vor der Pause in Führung (38.). Bukayo Saka (85.) und Pierre-Emerick Aubameyang (87.) sorgten mit ihren Treffern für die Entscheidung. Dominik Kohr musste zudem mit Gelb-Rot vom Platz (79.).

Im Vergleich zur bitteren Bundesliga-Auswärtsniederlage beim FC Augsburg (1:2/TAG24 berichtete) stellte Coach Adi Hütter seine Startelf auf drei Positionen um: Sebastian Rode fiel mit einer Knieprellung aus und wurde durch Kohr ersetzt. Darüber hinaus nahmen Timothy Chandler und Goncalo Paciencia an Stelle von Bas Dost und Filip Kostic auf der Bank Platz.

Bei den "Gunners" gab es neben der überraschenden Nicht-Nominierung von Mesut Özil mit Bernd Leno einen weiteren deutschen Kicker, der nicht von Beginn an im Kasten der Londoner stand.

Mit den nicht enden wollenden Schlachtrufen ihrer Anhänger im Rücken, versuchten sich die Akteure der Eintracht zunächst an Abschlüssen aus der Distanz. Doch die Versuche von Djibril Sow (4.) und André Silva (11.) waren zu ungenau. Ebenso unpräzise gestaltete sich so manches Zuspiel in den Reihen der SGE - ein Sow-Querpass ins Nichts hätte beinahe die Arsenal-Führung herbeigeführt (13.).

Und dann wackelte das Netz des Arsenal-Tores doch - aber leider nur der äußere Teil. Nach feinem Zusammenspiel von Silva und Kostic marschierte der Serbe allein auf Keeper Emiliano Martinez zu. Seinen Schuss konnte er jedoch nicht im Gehäuse unterbringen (18.).

Die Eintracht präsentiert sich vorne stark und hinten erneut wacklig

Mit Luftballons in den Vereinsfarben Schwarz, Rot und Weiß hießen die Fans ihre Eintracht willkommen.
Mit Luftballons in den Vereinsfarben Schwarz, Rot und Weiß hießen die Fans ihre Eintracht willkommen.  © dpa/Uwe Anspach

Und auch im weiteren Verlauf machte die Eintracht klar, dass sie eben doch ein ganz anderes Gesicht an den Tag legen kann, wenn Europa ruft.

In Spielminute 23 scheiterte der bärenstarke Kostic erneut denkbar knapp. Diesmal stand Martinez dem Torjubel im Weg. Währenddessen beschränkten sich die Nordlondoner aufs Kontern - und kamen unter anderem durch Willock zu brandgefährlichen Torraumszenen (30.).

Vollkommen neben sich stand an diesem Abend Rekord-Neuzugang Sow, der nach einem weiteren Lapsus einen großen Dank an seinen Keeper Kevin Trapp ausrichten musste. Der DFB-Torhüter parierte Emile Smith Rowes Abschluss (32.). Und die permanente Fahrigkeit der Frankfurter Defensive wurde noch kurz vor dem Pausenpfiff bestraft.

Ein von David Abraham abgefälschter Abschluss Willocks zappelte schließlich hinter Trapp im Netz (38.). Da auch der letzte Hochkaräter der Eintracht in Person von Silva an den Handschuhen von Martinez hängen blieb, schickte Schiedsrichter Davide Massa beide Teams mit einem 0:1-Pausenstand aus Sicht der Gastgeber in die Kabinen.

Personell unverändert, aber genauso bissig wie in Halbzeit eins gingen die Hausherren in den zweiten Durchgang, zu dessen Beginn Silva umgehend den nächsten Hochkaräter vergab. Der Abschluss des Portugiesen flatterte knapp über den Kasten der Gunners (49.).

Viel Aufwand, kein Ertrag für die Eintracht - Kohr sieht Gelb-Rot

Auch der gut aufgelegte André Silva konnte die Eintracht nicht vor der Niederlage bewahren.
Auch der gut aufgelegte André Silva konnte die Eintracht nicht vor der Niederlage bewahren.  © dpa/Uwe Anspach

Von hier an verflachten die Offensiv-Bemühungen der Eintracht zusehends. Zwar lag das Gros der Spielanteile bei den Adlerträgern, nennenswerte Gelegenheiten wurden aber zunächst zur Mangelware.

Im Sturm sorgte Hütter dann für frischen Wind: Paciencia ersetzte den blassgebliebenen Dost (66.).

Es blieb dabei: Die Eintracht bemühte sich enorm um den mittlerweile mehr als verdienten Ausgleichstreffer, legte dabei aber im entscheidenden Moment nicht die nötige Konsequenz an den Tag.

Für Danny da Costa war in der 74. Spielminute Schluss, für ihn kam Chandler aufs Feld. In der Schlussphase wurde es dann richtig bitter für die Frankfurter. Nach einem Foul an Bukayo Saka sah Kohr seine zweite gelbe Karte und flog vom Platz (79.).

Den finalen Nackenschlag erhielt die Hütter-Truppe kurz vor dem Abpfiff. Nach einem Ballverlust in des Gegners Hälfte fuhren die Gäste erneut einen brandgefährlichen Konter, den Saka mit einem gefühlvoll platzierten Schuss vollendete (85.). Und auch Aubameyang durfte kurz darauf noch einmal jubeln und erzielte das 0:3 aus Frankfurter Sicht (87.) - ein gebrauchter Tag für die Hessen hatte damit seinen traurigen Höhepunkt erreicht.

Lange Zeit zum Verdauen dieses Europa-Debakels bleibt der Eintracht nicht. Denn schon am Sonntag (22. September/18 Uhr) ist Bundesliga-Schwergewicht Borussia Dortmund in der Commerzbank-Arena zu Gast.

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