Eintracht-Coach Kovac ist kein Fan von Bundesliga am Montag

Trotz aller Querelen um die Partien zum Wochenbeginn: Niko Kovac konzentriert sich voll auf ein schweres Spiel gegen das Top-Team RB Leipzig.
Trotz aller Querelen um die Partien zum Wochenbeginn: Niko Kovac konzentriert sich voll auf ein schweres Spiel gegen das Top-Team RB Leipzig.  © dpa/Andreas Arnold

Frankfurt - Am Montag kommt es in der Commerzbank Arena zum Spitzenspiel zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig (20.30 Uhr). Die sportliche Seite gerät beim Thema Montagsspiel dabei aber schon fast in den Hintergrund.

Das Aufeinandertreffen mit dem Tabellendritten könnte richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf der bislang glänzend aufgelegten Adlerträger werden. Ein Heimsieg könnte erstmals eine kleine Kluft zwischen der Tabellengruppierung um Rang zwei bis sechs und den Teams ab Platz sieben schaffen. Doch die angekündigten Fan-Boykotts beider Lager (TAG24 berichtete) überschatten das Premieren-Montagsspiel der höchsten deutschen Spielklasse.

Auch Frankfurts Fußballlehrer Niko Kovac ließ das Thema im Gespräch mit den Journalisten nicht kalt. "Ich bin kein Freund von Montagsspielen. Wenn alle Kontrahenten erstmal vorlegen können, baut das erheblichen Druck auf", so sein Statement zur weiterhin nicht anhalten wollenden Debatte (TAG24 berichtete).

Bei seiner Kritik an den Montagsspielen denkt Niko Kovac vor allem an die Fans.
Bei seiner Kritik an den Montagsspielen denkt Niko Kovac vor allem an die Fans.  © dpa/Bernd Thissen

Eine baldige Abschaffung einer Spielansetzung zum Wochenbeginn wünschte sich der 46-Jährige Kovac vor allem auch für die Anhänger seiner Mannschaft.

"Es ist vollkommen logisch, dass nicht alle Fans am Montagabend ins Stadion kommen können. Die meisten müssen arbeiten und haben keine Möglichkeit pünktlich zum Anpfiff anzureisen oder problemlos wieder nach Hause zu kommen." Dass auch dieser Umstand nun heftige Proteste auf den Plan gerufen hat, kann Kovac ebenfalls nachvollziehen.

"Wir spielen Fußball zwar auch für uns, aber hauptsächlich für die Fans. Wenn die ihre Grundrechte angegriffen sehen, dürfen sie ihrem Unmut auch Luft machen", so der Eintracht-Trainer, der es ebenfalls für richtig hält, dass die geplanten Aktionen direkt im Stadion stattfinden. Trotz alledem hofft er darauf, dass "alles friedlich ablaufen wird.

Unter dem Strich bleibt für den Pragmatiker "ein Abendspiel stets ein Abendspiel". Diese Aussage kostete ihn eine erneute Spende in Richtung Eintracht-Phrasenschwein (TAG24 berichtete). Tatsächlich konnte dann endlich über den aktuellen Gegner aus Leipzig gesprochen werden.

Für Kapitän David Abraham könnte es gegen Leipzig sogar zum Comeback auf dem Platz kommen.
Für Kapitän David Abraham könnte es gegen Leipzig sogar zum Comeback auf dem Platz kommen.  © dpa/Andreas Arnold

"Leipzig ist ein starker Gegner mit hoher Qualität", rückte Kovac den Tabellendritten ins Rampenlicht.

Für besonders gefährlich hielt er das Umschaltspiel des Teams von Ralph Hasenhüttl. "Einen verlorenen Ball versuchen sie umgehend zurückzuerobern, was viele Gegner total überrascht." Anders als im Hinspiel, das mit 1:2 in Leipzig verloren ging, möchte der Eintracht-Trainer den Gästen nicht mehr so offensichtlich in die Karten spielen.

"Wir müssen unsere Stärken zeigen und die Stärken des Gegners eliminieren", so die klare Ansage Kovacs. Nach den zusätzlichen Belastungen für Leipzig aufgrund der Teilnahme an der Champions und nun der Europa League, habe sich RB wieder gefangen und sei so gefährlich wie in der Vorsaison. "Man gewinnt nicht einfach so gegen den Ersten der Serie A. Dazu braucht es jede Menge Qualität", warnte Frankfurts Coach erneut vor Hasenhüttls Truppe.

Es ist fraglich, Ob Omar Mascarell für Eintracht Frankfurt auflaufen kann.
Es ist fraglich, Ob Omar Mascarell für Eintracht Frankfurt auflaufen kann.  © DPA/Arne Dedert

Mit einer längeren Erholungsphase als der Gegner im Rücken hoffte Kovac auf eine gelungene Trainingssteuerung, um auf den Punkt für das Top-Spiel vorbereitet zu sein.

"Es kann schwer sein, den Fokus über solch einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten", meinte der "Adler"-Trainer. Aber zumindest personell kann die Eintracht mit einem Luxus-Problem protzen.

Bis auf Omar Mascarell, dessen Einsatz für das Montagsspiel aufgrund von Fuß-Problemen fraglich ist (TAG24 berichtete), stehen alle Akteure bedingungslos zum Einsatz bereit. Auch Kapitän David Abraham könnte wieder in den Genuß des Gefühls des Spielballs am Fuß kommen. "David fühlt sich gut. Er wird zumindest im Kader stehen. Er hatte jede Einheit mitgemacht und könnte eine ganz große Alternative sein", machte Kovac Hoffnungen auf ein Comeback des Langzeitverletzten Abraham.

Das Wort Europa bleibt währenddessen weiterhin ein Tabu in Frankfurt. "Aktuell ist mir das noch zu viel. Warten wir bis Ende März ab, dann wird es neue, klar definierte Saisonziele geben", unterstrich Kovac. Natürlich schaue man auf die Tabelle, vor einer Änderung der Marschroute stünde jedoch noch einiges an Arbeit an.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold


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