Chaos nach Eintracht-Fußball-Fest: Beuth im Fadenkreuz der Ultra-Szene

Frankfurt - Nach der magischen Europa League-Nacht der Frankfurter Eintracht und dem Einzug ins Achtelfinale gegen Inter Mailand spricht leider kaum noch jemand über die 4:1-Gala gegen Schachtar Donezk. Im Fokus steht fast ausschließlich das, was vor der Partie und im Nachhinein neben dem Platz geschah.

In vielen deutschen Stadien reagierten Fan-Gruppierungen mit Bannern gegen Beuth. Auch die Fans von Dynamo Dresden hatten beim Auswärtsspiel in Darmstadt ein entsprechendes Spruchband parat.
In vielen deutschen Stadien reagierten Fan-Gruppierungen mit Bannern gegen Beuth. Auch die Fans von Dynamo Dresden hatten beim Auswärtsspiel in Darmstadt ein entsprechendes Spruchband parat.  © imago/dpa

Doch von vorne: Schon am frühen Nachmittag kam es in Frankfurt zu Anfeindungen und Übergriffen heimischer "Problemfans" gegenüber den Anhängern des ukrainischen Spitzenklubs. Schon hier war das Verhältnis der Eintracht-Ultras zur Polizei angespannt. Im Stadion eskalierte die Situation jedoch komplett.

Rund eine Stunde vor dem Anpfiff kam es zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen der Polizei und den Eintracht-Fans in der Nordwestkurve. Grund hierfür war ein angeblich in höchstem Maße beleidigendes Banner gegen Innenminister Peter Beuth, welches die Beamten beschlagnahmen wollten. Dies gelang unter heftigen Protesten. Es kam wohl auch zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Als Reaktion darauf wurde die lange im Vorfeld geplante Choreographie für das Europa League-Match kurzerhand im kompletten Stadion entfernt. Zehntausende Fähnchen wurden kurzerhand in den Stadion-Innenraum geworfen.

Wie die Polizei gegenüber TAG24 bestätigte, war es im Innenraum zu Wortgefechten und körperlichen Auseinandersetzungen zwischen "Problemfans" und Beamten gekommen. Der Grund: Das von der Polizei sichergestellte Beuth-Banner!

Laut eines Polizeisprechers habe es im Laufe des Tages im Stadion bereits Durchsuchungen wegen Pyrotechnik gegeben. Gefunden wurde allerdings nichts. Diese Untersuchungen sollen aufgrund einer Aussage des Eintracht-Präsidenten Peter Fischer stattgefunden haben - Fischers Wortlaut: "Das Stadion soll brennen!". Für die Einsatzkräfte scheinbar ein Indiz auf Feuerwerks-Körper oder Pyrotechnik, die im Verlauf der Choreo hätte zum Einsatz kommen sollen.

Fan-Gruppierungen in ganz Deutschland mit Bannern gegen Beuth

Freunde machte sich Beuth, der die polizeilichen Maßnahmen im Nachgang rechtfertigte und den Eintracht-Präsidenten, aber auch den Verein, aufs Schärfste attackierte, in der Fan-Szene keinesfalls. Am Samstag kam es in vielen Stadien, darunter beispielsweise in München, Darmstadt oder Braunschweig zu heftigen Reaktionen.

Fans breiteten Banner auf den Tribünen aus, die den Innenminister aufs Heftigste beleidigten und Polizei-Einsätze in Fan-Kurven missbilligten. Hier zwei Beispiele:

Fans des FC Bayern München hielten ein Banner mit folgender Aufschrift hoch. "Beuth zurücktreten! Bullen aus der Kurve!"

Anhänger der SG Dynamo Dresden zeigten beim Auswärtsspiel in Darmstadt folgendes Spruchband: "Wenn einer Frankfurt f****, dann sind wir das Peter Beuth, du H********".

Wie der Clinch zwischen der Eintracht und dem hessischen Innen- und Sportminister weitergeht, bleibt abzuwarten.

Fest steht, dass Eintracht Frankfurt in einer offiziellen Pressemitteilung rechtliche Schritte gegen die Vorgänge im Stadion eingeleitet hat. Die veranlassten polizeilichen Maßnahmen bezeichnete man von Seiten des Bundesligisten als "wirklichkeitsferne Auslegung" des TV-Interviews des Eintracht-Präsidenten.

Auch Fans des FC Bayern München nahmen den Hessischen Innenminister Peter Beuth per Spruchband ins Visier.
Auch Fans des FC Bayern München nahmen den Hessischen Innenminister Peter Beuth per Spruchband ins Visier.  © Imago

Titelfoto: imago/dpa

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