Verunsicherte Eintracht? Adi Hütter will 4:1 einfach "über die Runden bringen"

Salzburg/Frankfurt am Main - Eigentlich sollte Eintracht Frankfurt das 4:1 aus dem Hinspiel der Europa League gegen Red Bull Salzburg zum Einzug ins Achtelfinale reichen. Die bittere Pleite gegen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin lässt jedoch Zweifel aufkommen, dass alles glatt geht.

Trotz des eigentlich beruhigenden 4:1-Hinspiel-Siegs ist SGE-Coach Adi Hütter vor dem Rückspiel am Donnerstag in Salzburg skeptisch (Archivbild).
Trotz des eigentlich beruhigenden 4:1-Hinspiel-Siegs ist SGE-Coach Adi Hütter vor dem Rückspiel am Donnerstag in Salzburg skeptisch (Archivbild).  © DPA/Arne Dedert

Trainer Adi Hütter will das 4:1 aus dem Hinspiel der ersten K.o.-Runde der Europa League am Donnerstag (21 Uhr) bei Red Bull Salzburg jedenfalls nicht mit einer Mauertaktik verteidigen.

"Wir haben einen Vorsprung, wollen aber auch Nadelstiche nach vorne setzen und mit einem guten Spiel ins Achtelfinale einziehen", kündigte der 50 Jahre alte Österreicher und Ex-Coach der Salzburger an alter Wirkungsstätte an.

"Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, sind wir schwer zu schlagen."

Teil zwei der Salzburger Festspiele hätte für die Hessen in der österreichischen Kulturstadt ein Lustspiel sein können. Doch nach der Heimpleite gegen den 1. FC Union Berlin (1:2) hat die Begegnung nun das Potenzial für eine Zitterpartie.

"Ich glaube nicht, dass wir nach dem 4:1 im Hinspiel jetzt Warnungen aussprechen müssen", meinte Sportvorstand Fredi Bobic.

Wie schnell man besonders auf der europäischen Bühne vom sicheren Sieger zum spektakulären Verlierer werden kann, weiß aus bitterer Erfahrung Eintracht-Torwart Kevin Trapp. "Ich habe schon mal anderes erlebt", erinnerte er sich nach dem 4:1 gegen Salzburg an einen der schwärzesten Momente seiner Karriere.

2017 hatte Trapp mit seinem Ex- Club Paris Saint-Germain im Achtelfinale der Champions League den FC Barcelona erst mit 4:0 besiegt, um danach mit 1:6 unterzugehen.

Adi Hütter: "Wenn wir wie gegen Berlin spielen, wird es zappenduster"

Berlins Marius Bülter (r.) und Frankfurts David Abraham kämpfen um den Ball: Bei der Heimniederlage gegen Union Berlin zeigte sich die Eintracht-Abwehr ungewohnt anfällig.
Berlins Marius Bülter (r.) und Frankfurts David Abraham kämpfen um den Ball: Bei der Heimniederlage gegen Union Berlin zeigte sich die Eintracht-Abwehr ungewohnt anfällig.  © dpa/Uwe Anspach

Eingedenk des Trapp-Erlebnisses und des zuletzt extremen Wechsels der Leistungen der Eintracht ist auch Hütter nicht restlos sicher, ob der erneute Einzug ins Achtelfinale gelingt.

"Wir müssen das 4:1 über die Runden bringen", sagte er. Sollten seine Profis so schwach agieren wie in der ersten Halbzeit gegen Union - dann Servus. "Wenn wir wie gegen Berlin spielen, wird es zappenduster. Wenn wir wie beim 4:1 gegen Salzburg spielen, kommen wir hundertprozentig weiter", sagte Hütter.

"Auch, wenn wir einen guten Vorsprung haben: Im Fußball geht alles schnell", meinte Defensivspieler Timothy Chandler. "Jeder weiß selber, dass es gegen Berlin nicht gut war und muss sich an seine eigene Nase fassen. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht."

Ganz so lapidar sieht es sein Kollege Makoto Hasebe nicht. "Die Emotionen haben gefehlt. Wir müssen unsere Mentalität ändern", mahnte der 36-jährige Japaner und erinnerte an die "die letzten sechs Wochen der Hinrunde" mit nur einem Sieg bei Arsenal London (2:1) und acht Niederlagen sowie einem Remis in der Bundesliga.

Mijat Gacinovic und Bas Dost fallen weiterhin aus

Dass die erneut hohe Zahl von Spielen in kurzer Zeit in drei Wettbewerben zu dem Auf und Ab des spielerischen Eintracht-Niveaus beiträgt, lässt Bobic nicht gelten. "Wenn die Jungs große Träume und Ziele haben, dann macht ihnen das nichts aus", sagte der Ex-Nationalstürmer. "Es gibt keine Ausreden. Wir wollten das so."

Beim österreichischen Meister wird Hütter nach der großen Rotation mit fünf Personaländerungen gegen Union wohl wieder das A-Team mit Sebastian Rode, Djibril Sow und Almamy Touré aufbieten.

In die Abwehr wird zudem Martin Hinteregger stehen, der im Hinspiel gesperrt war. Nicht spielen können Mijat Gacinovic (Infekt) und Bas Dost (Adduktoren-Beschwerden).

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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