Silva-Treffer ziehen Salzburg den Zahn: Eintracht Frankfurt im Achtelfinale

Salzburg/Frankfurt am Main - Nach dem 4:1-Sieg im Hinspiel zieht Eintracht Frankfurt durch ein 2:2-Unentschieden bei Red Bull Salzburg ins Achtelfinale der Europa League ein. Andreas Ulmer (10.) und Jérôme Onguéné (72.) trafen für die Österreicher, André Silva (30./83.) glich zweimal für die SGE aus.

Red Bull Salzburg bejubelt den frühen Führungs-Treffer von Kapitän Andreas Ulmer (2.v.li.).
Red Bull Salzburg bejubelt den frühen Führungs-Treffer von Kapitän Andreas Ulmer (2.v.li.).  © dpa/Uwe Anspach

Eintracht-Coach Adi Hütter rotierte wie erwartet seine Startelf wieder ordentlich durch. Im Vergleich zur Heim-Niederlage (1:2) gegen den 1. FC Union Berlin standen für Timothy Chandler, Makoto Hasebe, Dominik Kohr, Erik Durm und Goncalo Paciencia (alle Bank) Almamy Touré, Stefan Ilsanker, Sebastian Rode, Djibril Sow und Andé Silva von Beginn an auf dem Platz.

Die SGE versuchte zunächst das Spiel zu kontrollieren, um erst gar nichts anbrennen zu lassen.

Eine Schrecksekunde gab es für die Hessen dennoch bereits in der dritten Minute, als Martin Hinteregger im Strafraum gegen Sekou Koita klärte und der Salzburger zu Boden ging.

Schiedsrichter Benoit Bastien ließ die Szene vom Video-Assistenten überprüfen: zu Recht kein Strafstoß.

Dennoch gab Salzburg von nun an richtig Gas und wurde früh belohnt. Patson Daka spielte den sträflich frei stehenden Andreas Ulmer links am Strafraum der SGE an, dessen 15-Meter-Schuss dann zum 1:0 im linken Torwinkel einschlug (10.)

Jetzt schwamm die Abwehr der Hessen bedenklich und Kevin Trapp musste gegen Koita, der aus zehn Metern zum Kopfball kam, mit einer Glanzparade klären (12.). Kurz darauf riskierte der Eintracht-Keeper gegen Daka Kopf und Kragen (16.). Die Sensation lag in der Luft.

Filip Kostic auf André Silva: glücklicher Ausgleich für Eintracht Frankfurt

Filip Kostic (r.) und Daichi Kamada (M.) freuen sich mit André Silva (l.) über dessen Treffer zum 1:1.
Filip Kostic (r.) und Daichi Kamada (M.) freuen sich mit André Silva (l.) über dessen Treffer zum 1:1.  © dpa/Uwe Anspach

Dann endlich ein Lebenszeichen der Gäste: Ein schneller Angriff landete bei Daichi Kamada, dessen Schuss Torhüter Cican Stankovic aber parieren konnte (18.).

Kurz darauf drosch Silva den Ball frei vor dem Salzburger Keeper an die Latte. Der Portugiese war allerdings knapp im Abseits gewesen (19.).

Der SGE gelang es nun, das Spiel etwas zu beruhigen. Die Salzburger standen aber weiterhin sehr hoch, was sie allerdings anfällig für Konter machte.

So in der 30. Minute: Nach Ballgewinn durch Sow am Mittelkreis kam der Ball zu Kamada, der Fililp Kostic über links schickte.

Und der Serbe tat, was er nahezu perfekt beherrscht: Er sprintete bis zur Grundlinie durch und schlug eine genaue Flanke an den Fünfer auf André Silva, der das Kopfball-Duell gegen Jérôme Onguéné gewann und zum 1:1 einnetzte.

Die Salzburger reagierten zunächst geschockt, versuchten dann aber doch wieder Tempo ins Spiel zu bringen. In der 40. Minute konnte der glänzend aufgelegte Trapp einen Schlenzer von Daka aus 15 Metern entschärfen. Auf der Gegenseite scheiterte Kostic an Stankovic (42.).

So ging die sehr ansehnliche Partie mit einem für die Hessen durchaus glücklichen 1:1 in die Halbzeit-Pause.

Eintracht Frankfurt kontrolliert das Spiel, Salzburg macht das Tor

 Salzburgs Dominik Szoboszlai (l) und Frankfurts Almamy Toure kämpfen um den Ball.
Salzburgs Dominik Szoboszlai (l) und Frankfurts Almamy Toure kämpfen um den Ball.  © dpa/Uwe Anspach

Wer nun dachte, dass die Hausherren mit viel Druck und in Alles-oder-Nichts-Manier aus der Kabine kommen würden, wurde enttäuscht.

Ungenauigkeiten und Abstimmungs-Probleme in den Reihen der Salzburger machten es den nun auch besser stehenden Hessen recht einfach, das Spiel zu kontrollieren und Tor-Chancen des Gegners weitgehend zu unterbinden.

Gegen Mitte der zweiten Halbzeit schoben sich die Frankfurter phasenweise weiter nach vorne mit dem Ziel, durch ein weiteres Tor den Sack zuzumachen.

Das wäre nach einem feinen Konter erneut über den starken Kostic auch beinahe gelungen. Doch seine Hereingabe war etwas zu steil, sodass Silva den Ball aus spitzem Winkel nur noch ans Außennetz drücken konnte (66.).

Kurz darauf suchte Kostic beim nächsten Konter selbst den Abschluss, scheiterte aber aus 15 Metern an Stankovic (70.).

Dann aber doch der erneute Führungs-Treffer für Red Bull, weil Hinteregger nach einer Ecke von links das Kopfballduell gegen Jérôme Onguéné verlor, der dann aus kurzer Distanz wuchtig zum 2:1 ins Tor köpfte (72.). War jetzt doch noch das große Zittern für die Eintracht angesagt?

Doppelpacker André Silva macht den Sack endgültig zu

Doppelpacker André Silva (2.v.r.) war der Mann des Spiels.
Doppelpacker André Silva (2.v.r.) war der Mann des Spiels.  © dpa/Uwe Anspach

In der Tat ging ein Ruck durch die Reihen der Salzburger, die auf einmal wieder die große Chance witterten.

Hütter wechselte defensiv und brachte Danny da Costa für Kamada (73.) und es dauerte nicht allzu lange, bis die SGE die Situation wieder einigermaßen im Griff hatte. Dennoch hatten die Salzburger ihre zwischenzeitliche Lethargie abgelegt.

Das änderte sich, als da Silva vor dem Red-Bull-Strafraum einfach nicht angegriffen wurde und aus 16 Metern den Ball leicht abgefälscht und unhaltbar in den Winkel zirkelte: 2:2 (83.).

Damit war das Spiel gelaufen - hätte Salzburg zum Weiterkommen noch vier weitere Tore erzielen müssen.

Nach dem fulminanten Hinspiel und einer nach Silvas 1:1 insgesamt souveränen Leistung im Rückspiel ziehen die Hessen verdient in das Achtelfinale der Europa League ein. Hier geht es am 19. März dann zum FC Basel.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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