Zeitdruck, Transfers, Kräftehaushalt: Viele Baustellen vor Saisonstart der Eintracht

Frankfurt am Main - Am Mittwoch (3. Juli) startet Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt offiziell in die Spielzeit 2019/20. Auf die Verantwortlichen warten jedoch jede Menge Baustellen, die man aufgrund der bald bevorstehenden Europa-League-Qualifikation noch schneller abarbeiten muss.

Eintracht Frankfurts Coach Adi Hütter.
Eintracht Frankfurts Coach Adi Hütter.  © DPA

Vor allem auf Sportvorstand Fredi Bobic (47) und Co. wartet vor der 2. Quali-Runde, die am 25. Juli und 1. August entweder gegen Radnicki Nis oder Flora Tallinn ausgetragen wird, sehr viel Arbeit. Denn es gilt aus den "Fehlern" der abgelaufenen Saison zu lernen. Da schien es so, als wäre den Höhenfliegern der Eintracht im Endspurt die Puste ausgegangen.

Dafür sprachen die eher ernüchternden Ergebnisse, darunter beispielsweise nur ein Punkt aus den letzten drei Bundesliga-Heimspielen gegen den FC Augsburg, Hertha BSC und Mainz 05. Die Quintessenz: Die Frankfurter benötigen einen in der Breite stärker aufgestellten Kader, der auch eine Mammut-Spielzeit, wie sie auch in diesem Jahr anstehen könnte, bewältigen kann.

Ein weiterer Faktor, der wie ein Stachel vor allem im Nacken des Trainergespanns um Chef-Coach Adi Hütter (49) sitzt, ist das Thema Zeitdruck. Rund drei Wochen bleiben dem Österreicher, um die Spieler, die ihm bis zum Start der Europa-League-Qualifikation zur Verfügung stehen, zu einer fokussierten und harmonischen Einheit zu formen.

Schon in der vergangenen Saison stolperte die Eintracht mehr, als dass sie flüssig und einwandfrei funktionierte. Die Folge war ein schwacher Saisonauftakt inklusive dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Das soll und muss sich trotz geringerer Einfindungsphase ändern.

Eine Teilnahme an der Gruppenphase der Euro League ist für die Mannen vom Stadtwald schon beinahe Pflicht, während ein Weiterkommen im DFB-Pokal (11. August/15.30 Uhr gegen Waldhof Mannheim) ebenfalls fest eingeplant sein dürfte.

Ein entscheidender Faktor für die Eintracht: Welche Spieler kommen, bleiben oder gehen?

Könnte nach Luka Jovic der nächste prominente Abgang bei der Eintracht sein: Der kroatische Stürmer und Vize-Weltmeister Ante Rebic.
Könnte nach Luka Jovic der nächste prominente Abgang bei der Eintracht sein: Der kroatische Stürmer und Vize-Weltmeister Ante Rebic.  © DPA

Eine Baustelle, die wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Eintracht-Verantwortlichen baumelt, ist das Thema Transfers - und in diesem Bereich müssen die Frankfurter definitiv Fahrt aufnehmen.

Luka Jovic (21) hat den Verein in Richtung Real Madrid verlassen, Ante Rebic (25) könnte ihm Gerüchten zu Folge nach Madrid folgen. Doch scheint der Stadtrivale der "Königlichen", Atlético Madrid, am kroatischen Vize-Weltmeister dran zu sein. Ob auch der heißbegehrte Sebastién Haller (24) die SGE vor dem Saisonstart verlässt, bleibt abzuwarten.

Durch die prominenten Verkäufe blühen der SGE zwar Transfer-Einnahmen von rund 100 Millionen Euro, diese Summe ist jedoch nicht in vollem Maße reinvestierbar. Vor allem, da Jovics ehemaliger Arbeitgeber Benfica Lissabon am Weiterkauf des Serben finanziell beteiligt war. Nichtsdestotrotz sind die Kassen der Adlerträger auch durch die starken Saisonleistungen prall gefüllt.

Von diesem Geld muss aber in erster Instanz versucht werden, Leistungsträger der Vorsaison fest an die eigenen Vereinsfarben zu binden. Hochkaräter wie Martin Hinteregger, Kevin Trapp oder Sebastian Rode müssen von ihren Arbeitgebern losgeeist werden, was nur mit dem nötigen "Kleingeld" möglich sein wird.

Neu-Einkäufe waren bei den Hessen angesichts des finanziellen Wohlstandes aber währenddessen dennoch Mangelware. Lediglich Djibril Sow (22/BSC Young Boys Bern) und Dejan Joveljic (19/Roter Stern Belgrad) wechselten bisher an den Stadtwald. Um wirklich breiter aufgestellt zu sein, besteht hier definitiv noch Handlungsbedarf.

Fakt ist: Welche Truppe letztlich beim bald bevorstehenden ersten Pflichtspiel Ende Juli auf dem Platz stehen wird, verspricht eine spannende und heiße Angelegenheit zu werden.

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