Aus der Traum von Baku! Chelsea kegelt Eintracht nach Elfer-Drama raus

London - Aus der Traum von der Finalteilnahme in Baku! Eintracht Frankfurt hat das Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Chelsea mit 4:5 (0:1,1:1,1:1) unglücklich nach Elfmeterschießen verloren. Die Hessen sind nach einer wundersamen Reise über den Kontinent aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Ante Rebic kommt gegen Jorginho (vorne) zu spät.
Ante Rebic kommt gegen Jorginho (vorne) zu spät.  © DPA

In der regulären Spielzeit traf Ruben Loftus-Cheek (28.) für die Hausherren. Luka Jovic (52.) netzte für die Hessen ein. Im Elfmeterschießen markierte Eden Hazard den entscheidenden Treffer.

Die Stamford Bridge war an diesem Europapokal-Abend natürlich ausverkauft: Ingesamt 40.853 Zuschauer pilgerten in das geschichtsträchtige Stadion, das mitten im vornehmen Wohngebiet Fulham im Westen Londons liegt.

Nach dem Chancenlos-Debakel in Leverkusen (1:6) am vergangenen Wochenende, wählte Trainer Adi Hütter für das Gastspiel auf der Insel ein deutlich offensiveres 3-1-4-2-System.

Zudem nahm der Österreicher ingesamt vier Wechsel vor: Jetro Willems (nicht im Kader), Evan N'Dicka, Almamy Touré und Gelson Fernandes wurden durch Jovic, Simon Falette, Mijat Gacinovic und Sebastian Rode ersetzt.

Sébastien Haller, der wegen einer hartnäckigen Bauchmuskelverletzung seit dem 31. März kein Spiel mehr für die Frankfurter absolviert hatte, kehrte in den Kader zurück und nahm zunächst auf der Bank Platz.

In strahlend weißen Trikots betrat die Eintracht, frenetisch angepeitscht von den mitgereisten Anhängern, den Rasen. Angesteckt vom gigantischen Support, begannen die Gäste mutig.

Luka Jovic schirmt einen Ball vor David Luiz ab.
Luka Jovic schirmt einen Ball vor David Luiz ab.  © DPA

Jovic köpfte den Ball nach einer Ecke von rechts etwas zu zentral und somit genau in die Arme von Chelsea-Keeper Kepa Arrizabalaga (4.).

Deutlich knapper wurde es in der 16. Minute: Jovic machte einen Ball auf der linken Außenbahn fest und flankte auf den zweiten Pfosten. Dort fand er Danny da Costa, der Kepa mit einem nahezu perfekten Volley zu einer Glanztat zwang.

Chelsea drehte mächtig auf: Emerson setzte Giroud in Szene, doch der Franzose scheiterte an Kevin Trapp, der sich am kurzen Pfosten mächtig breit machte (23.).

Nur zwei Minuten später klärte Makoto Hasebe einen Abschluss von David Luiz gerade noch auf der Linie (25.).

Durchaus verdient gingen die Blues dann in Führung: Superstar Eden Hazard setzte Loftus-Cheek in Szene, der nach dem Eindringen in den Sechzehner unbedrängt ins lange Eck einschieben konnte (28).

Die Londoner kontrollierten in der Folge die Partie nach Belieben. Somit schaffte es die Eintracht nicht, noch einmal in der Offensive vorstellig zu werden. Nach 45 intensiven Minuten gingen die Frankfurter mit einem knappen Rückstand in die Kabine.

Wuchtig: Olivier Giroud (re.) im Kampf um die Lufthoheit mit Simon Falette.
Wuchtig: Olivier Giroud (re.) im Kampf um die Lufthoheit mit Simon Falette.  © DPA

Die zweite Halbzeit begann mit einem echten Knaller-Effekt! Gacinovic steckte an der Strafraumkante zu Jovic durch. Der Youngster behielt die Ruhe und legte den Ball an Kepa vorbei ins Netz - 1:1 (49.).

Nach dem Ausgleich blieb Frankfurt gefährlich: Gacinovic versuchte es direkt aus der Distanz, doch der stramme Schuss fand nur die Fäuste von Kepa (59.).

Die Eintracht nutzte das Momentum, lief die Blues früh an, feierte zahlreiche Balleroberungen und inszenierte einen Angriff nach dem anderem.

Rode musste in der 69. Minute verletzt und unter Tränen vom Feld, Jonathan de Guzman kam für den Mittelfeldmann ins Spiel. Trapp reagierte bei einem Flatterball von Zappacosta prächtig (78.). Der Eintracht-Keeper wehrte auch gegen Giroud ab (88.).

Durch das 1:1 im Hinspiel und demselben Ergebnis nach 90 Minuten an der Stamford Bridge, ging es in die Verlängerung.

Kurz vor dem 30-minütigen Nachschlag verließ Rebic das Feld, Sebastien Haller kam zu seinem Comeback.

Wechsel kurz vor der Verlängerung: Rebic raus, Haller rein.
Wechsel kurz vor der Verlängerung: Rebic raus, Haller rein.  © DPA

Jovic verpasste die erste Gelegenheit für die Hessen in Führung zu gehen, der Schuss des Serben wurde im letzten Moment abgeblockt (93.). Auf der Gegenseite setzte Cesar Azpilicueta nach einer Ecke etwas zu hoch an (95.).

In der 100. Minute legte der eingewechselte Haller einen Ball vorbei an Kepa. Der Torhüter war bereits geschlagen, da kratzte der Luiz den Ball mit einer Sensations-Tat von der Linie. Auch den Einschlag einer Kopfballgelegenheit von Haller konnten die Blues verhindern (105.).

Im zweiten Durchgang prüfte Zappacosta erneut Trapp, der seine rechte Hand gerade noch so an das Geschoss bekam (115.). Nach 120 Minuten sollte das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

Kevin Trapp hielt zunächst gegen Azpilicueta, doch auch der bärenstarke Hinteregger scheiterte an Kepa. Vor dem letzten Schützen herrschte Gleichstand. Joker Paciencia fand seinen Meister in Kepa, ehe Hazard die Hausherren ins Finale schoss.

Durch die dramatische Niederlage an der Stamford Bridge ist der Frankfurter Traum vom Finale in Baku endgültig geplatzt - die wundersame Reise quer über den Kontinent endete in London.

Nun müssen die Hessen ihre volle Konzentration auf die Bundesliga richten: Am Sonntag (12.5., 18 Uhr) steht das Rhein-Main-Duell gegen den FSV Mainz 05 an. Am letzten Spieltag geht die Reise in die bayerische Landeshauptstadt zum FC Bayern München (18.5., 15.30 Uhr).

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