Der mit dem schweren Stand: Jetzt hat SGE-Tor-Held Paciencia "Blut geleckt"!

Frankfurt am Main - Bereits im Sommer 2018 wechselte Goncalo Paciencia vom FC Porto an den Main, doch erst jetzt fängt das Kapitel Eintracht Frankfurt für ihn richtig an!

Luka Jovic (Mitte) und Sebastian Rode (li.) sind die ersten Gratulanten beim Siegtorschützen Paciencia.
Luka Jovic (Mitte) und Sebastian Rode (li.) sind die ersten Gratulanten beim Siegtorschützen Paciencia.  © bild pressehaus

Samstagnachmittag im Frankfurter Stadtwald. Die Eintracht liegt mit 1:2 gegen die TSG Hoffenheim zurück. Es läuft die 80. Spielminute. Sebastian Rode verlässt entkräftet das Feld, für ihn kommt Paciencia in die Partie. Und mit ihm eine spektakuläre Wende.

Die nach einem Platzverweis der Gäste in Überzahl anrennende Eintracht gleicht kurz vor Ablauf der offiziellen Spielzeit durch Sebastien Haller aus (89.). In der sechsten Minute des Nachschlags hat dann Paciencia seinen magischen Moment: Haller hebt den Ball gefühlvoll in Richtung zweiter Pfosten, dort steht der kantige Portugiese goldrichtig und köpft den Ball in den Knick - der 3:2-Siegtreffer, das Stadion bebte. Für Paciencia eine Art Erlösung.

"Darauf habe ich so lange gewartet: Spielen, Tore schießen, das ist immer mein Ziel. Aber am Ende ist es aber egal, wer die Tore macht. Deshalb bin ich sehr glücklich, wie es heute gelaufen ist", zog der 24-Jährige nach der Partie Fazit und konnte dabei einfach nicht aufhören zu grinsen.

Kein Wunder. Für diesen Moment musste der bullige Angreifer hart arbeiten. Im Sommer-Transferfenster kam Paciencia für rund 3 Millionen Euro Ablöse in die Mainmetropole. Auf einen Treffer beim Erstrunden-Aus im DFB-Pokal beim SSV Ulm folgte ein herber Rückschlag: Im Training zog sich der Portugiese einen Meniskusriss zu und fiel monatelang aus.

Der entscheidende Moment: Das Leder zappelt im Netz, Paciencia dreht zum Jubeln ab.
Der entscheidende Moment: Das Leder zappelt im Netz, Paciencia dreht zum Jubeln ab.

Im Schatten der aufbrausenden "Büffelherde" - Luka Jovic, Ante Rebic und Haller - kämpfte sich Paciencia mit eisenhartem Willen zurück in den Kader. Erstmals schnupperte er beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach am 17. Februar 2019 Bundesliga-Luft, als ihn Trainer Adi Hütter eine Minute vor Abpfiff aufs Feld schickte. In Hannover schenkte ihm der Coach vier Minuten mehr. Nun folgte der entscheidende Treffer zum Sieg gegen Hoffenheim.

"Das Tor war nach der schweren Verletzung etwas ganz Besonderes. Jetzt wird weitergekämpft, ich habe Blut geleckt", sagte Paciencia und zeigte sich direkt angriffslustig: "Das soll nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein."

Das muss es auch nicht. Paciencia, der aktuell nur Angreifer Nummer vier im Kader der Eintracht ist, bietet sich durch seine Sieger-Mentalität als ernsthafte Alternative an. Wie viel Spielzeit er nach seinem Treffer bekommt, hängt allerdings von etwaigen Leistungsschwankungen seiner Sturm-Kollegen ab.

So bleibt Paciencia bei der Eintracht vorerst der mit dem schweren Stand.

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