Eintracht feiert nächste Euro-Party: Gewalt-Eskalation überschattet Sieg gegen Lüttich

Frankfurt am Main - Es war weder ein schönes, noch ein spektakuläres Spiel. Doch hätte der mittlerweile zweite Sieg von Eintracht Frankfurt in der Europa-League-Gruppe F kaum verdienter, geschweige denn wichtiger sein können. Mit 2:1 (1:0) besiegten die Adlerträger die Belgier von Standard Lüttich. Was nach dem Spiel geschah, hatte aber wenig mit einem Fußballfest zu tun.

Mijat Gacinovic (Li.), Daichi Kamada (Re.), David Abraham (Mi. h.) und Martin Hinteregger bejubeln dessen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Eintracht.
Mijat Gacinovic (Li.), Daichi Kamada (Re.), David Abraham (Mi. h.) und Martin Hinteregger bejubeln dessen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Eintracht.  © dpa/Uwe Anspach

Ohne Bas Dost (30) und André Silva (23) und deren Offensiv-Power musste Coach Adi Hütter (49) seine Eintracht dennoch auf den gewohnten Hau-Ruck-Angriffsfußball einstellen. Somit war es kaum verwunderlich, dass die Schlagkraft im vorderen Drittel zunächst einmal fehlte.

Ebenfalls wenig verwundern sollte, dass es diesmal zwei gelernte "Tor-Verhinderer" waren, die der Eintracht den Sieg brachten. David Abraham (33) und Martin Hinteregger (27) besorgten die beiden Frankfurter Tore in der 28., respektive 73. Spielminute.

Da störte es auch eher wenig, dass Selim Amallah die Gäste kurz vor dem Abpfiff noch auf 2:1 heranbrachte (82). Viel eher stellte unter anderem Torschütze Hinteregger die Kräfteverhältnisse nach dem wichtigen Sieg klar: "Das war verdient, obwohl wir uns schwer getan und den Ball oft zu leichtfertig verloren haben."

Dem pflichtete auch Mittelfeld-Fighter Sebastian Rode bei: "Das war ein sehr wichtiger Sieg, aber es war kein einfaches Spiel. Es macht dann eine gute Mannschaft aus, dass wir über Standards zum Erfolg kommen", so der 29-Jährige, der außerdem über den Tellerrand hinausschaute: "In zwei Wochen haben wir jetzt eine gute Chance, den Sack fast schon zuzumachen".

Aktuell stehen die Hessen hinter Favorit FC Arsenal (9 Punkte) auf Rang zwei ihrer Gruppe, haben nach zwei Siegen und einer Niederlage sechs Punkte auf dem Konto. Ein Auswärtssieg in Lüttich (7. November/18.55 Uhr) würde wohl tatsächlich die Frage nach dem Weiterkommen beantworten. Doch müssen die Frankfurter in den beiden kommenden Spielen in der Europa League wohl ohne einen ihrer größten Erfolgsfaktoren - ihre Fans auskommen.

Lüttich-Fans gehen auf Polizisten los: Beamte verletzt

Die beiden Torschützen der Eintracht: Kapitän David Abraham (Li.) und Martin Hinteregger.
Die beiden Torschützen der Eintracht: Kapitän David Abraham (Li.) und Martin Hinteregger.  © dpa/Uwe Anspach

Nach den erneuten Ausschreitungen in Guimaraes und der Aufhebung der von der UEFA ausgesprochenen Bewährung wird man in Belgien definitiv, in London wohl mit größter Wahrscheinlichkeit ohne die eigenen Anhänger auskommen müssen.

Das fuchste auch Goalgetter Hinteregger: "Die Fans geben uns immer wieder neue Luft. Sie sind so wichtig für uns und deswegen tut es umso mehr weh, dass unsere Fans die nächsten zwei Europa-League-Spiele nicht dabei sind"

Alles in allem herrschte in Frankfurt dennoch die pure Euphorie über die Festigung von Platz zwei in der Europa-League-Gruppe F hinter dem FC Arsenal vor. Doch außerhalb der Arena kam es zu verurteilenswerten Szenen, die in diesem Sport nichts verloren haben sollten.

Wie ein Polizeisprecher berichtet, habe es während der Eskorte der Auswärts-Fans zu deren Fanbussen plötzlich Ausschreitungen gegeben. Steine sollen geflogen sein, Beamte seien des Weiteren mit Stangen von den belgischen Fußballanhängern attackiert worden sein.

Schon im Vorfeld der Partie wurde den Lüttich-Anhängern ein Aufenthaltsverbot für die Frankfurter Innenstadt erteilt. Darüber hinaus wurden bei einer Autobahn-Kontrolle der Bundespolizei nahe Aachen rund 2,5 Kilogramm Sprengstoff in einem Lütticher-Reisebus sichergestellt.

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