Weiterkommen in Gefahr: Eintracht Frankfurt ohne Fans und mit Last-Minute-Niederlage

Lüttich - Für Bundesligist Eintracht Frankfurt war das Auswärtsspiel am 4. Spieltag der Europa-League-Gruppe F bei Standard Lüttich ganz besonders schwer. Denn neben einem heimstarken Gegner mussten die Hessen aufgrund von UEFA-Sanktionen auf sämtliche Unterstützung aus der Heimat verzichten. Wohl auch dieser Umstand sorgte dafür, dass die Hessen mit 1:2 (0:0) verloren und somit auch das vorzeitige Weiterkommen in die K.O.-Runde verpassten.

Die Startformation der Frankfurter Eintracht bei Standard Lüttich.
Die Startformation der Frankfurter Eintracht bei Standard Lüttich.  © DPA/BELGA/Bruno Fahy

Zinho Vanheusden brachte die Gastgeber im mit rund 20.000 Zuschauern gefüllten Lütticher Stade Maurice-Dufrasne in Führung (56.). Filip Kostic glich per direktem Freistoß aus (65.). Maxime Lestienne sorgte kurz vor dem Abpfiff für die Entscheidung (90.+4).

Im Gegensatz zum spektakulären 5:1-Kantersieg der SGE am Samstag gegen den FC Bayern München tauschte Chef-Coach Adi Hütter nur zwei Mal. Der wiedergenesene André Silva sowie Makoto Hasebe rückten für Bas Dost und Evan Ndicka in die Startelf.

Die Abwesenheit des "12. Mannes" machte den Kickern der Eintracht in der Anfangsphase nur wenig aus. Die Hessen suchten mutig den Weg nach vorne, wahrhafte Torchancen blieben in der Anfangsphase jedoch aus. Die Ausnahme bildete ein Direktschuss aus der Drehung von Silva, den Lüttich-Keeper Arnaud Bodart aber sicher fangen konnte (11.).

Ein Aspekt, der die Chance auf fußballerische Feinkost erheblich schmälerte, war das vom Dauerregen durchweichte und ohnehin schon in einem bedauerlichen Zustand befindliche Geläufe. Dies zeigte sich an allerhand Aktionen, bei denen den Spielern das Leder auf dem Rasen versprang. Davon unbeeindruckt zeigte sich Goncalo Paciencia, der in Spielminute 23 mit seinem Volleyschuss, die bis dahin beste Gelegenheit hatte.

Halbzeit eins: Schlechtes Geläuf, harmlose Gastgeber, Eintracht leicht dominant

Frankfurts Gelson Fernandes (Mi.) im Duell mit Lüttichs Mehdi Carcela-Gonzalez (Re.).
Frankfurts Gelson Fernandes (Mi.) im Duell mit Lüttichs Mehdi Carcela-Gonzalez (Re.).  © dpa/Marius Becker

Was währenddessen von den Hausherren zu sehen war? Wenig bis nichts! Ein harmloser Eckball sowie ein nicht viel gefährlicherer Torschuss standen bis zur Mitte des ersten Durchgangs für die Belgier zu Buche.

Rund zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff durfte sich SGE-Schlussmann Frederik Rönnow dann aber doch nochmal beweisen. Standards Gojko Cimirot zog nach starker Vorarbeit direkt aus etwa 20 Metern ab, doch der Däne im Kasten der Hessen kam mit seinen Fingerspitzen noch heran (33.). Darauf hatten die Frankfurter aber umgehend eine Antwort parat - und was für eine!

Praktisch im direkten Gegenzug marschierte Djibril Sow auf das gegnerische Tor zu, wurde zunächst geblockt und legte dann auf den blankstehenden Silva auf. Doch der Portugiese köpfte das Leder tatsächlich aus rund drei Metern gegen den rechten Pfosten - das hätte die Führung sein müssen (35.)!

Kurz vor dem Gang in die Kabinen dann noch einmal Glück für die Gäste: Hasebe kam bei einem Pass in den Strafraum zu spät, Duje Cop zwirbelte den Ball im Fallen dann haarscharf am Tor vorbei - Puh (45.)! Kurz darauf ging es dann doch mit dem Pausenstand von 0:0 in die Pause.

Nach einem mäßigen Start in Halbzeit zwei kamen die Belgier verschärft besser ins Spiel - und belohnten sich. Nach einer Ecke entwischte Vanheusden seinem Gegenspieler Paciencia und nickte zum 0:1 ein (56.), nun waren die Hessen gefordert.

Halbzeit zwei: Lüttich geht in Führung, Kostic hält die Eintracht auf Kurs

Filip Kostic erzielte per Freistoß das 1:1 gegen Lüttich.
Filip Kostic erzielte per Freistoß das 1:1 gegen Lüttich.  © dpa/Marius Becker

Das nahm sich vor allem Kostic zu Herzen und stürmte nach einem öffnenden Pass völlig allein auf Bodart zu. Dabei ignorierte er den mitgelaufenen Silva und dribbelte sich schließlich fest - Chance vertan (61.). Danach war für Silva Schluss, er wurde von Daichi Kamada ersetzt (62.). Und der brachte sich gleich gewinnbringend ein.

Der Japaner wurde an der Strafraumlinie zu Fall gebracht, den fälligen Freistoß donnerte Kostic per Flachschuss ins linke Eck - 1:1 (65.). Ziemlich unglücklich agierte Schiedsrichter Matej Jug, als er nach einem Foul von Lüttichs Konstantinos Laifis - der bereits gelb gesehen hatte - an Sebastian Rode, der sonst alleine aufs Tor zugelaufen wäre, nach langer Diskussion lediglich auf Freistoß entschied. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung.

Hütter setzte daraufhin nochmals auf frische Offensiv-Power und brachte Dost für Paciencia (73.). Doch das tiefe Geläuf und das muntere Hin und Her forderten ihren Tribut, sodass vor beiden Toren nicht mehr allzu viel Spektakuläres geschah. Kurz vor dem Abpfiff sollte Timothy Chandler an Stelle von Danny da Costa für neue Impulse über die rechte Seite sorgen (89.).

Und dann doch der Schock: Nachdem Kostic eine tausendprozentige Chance liegen ließ, sorgte Lestienne mit seinem Treffer für einen herben Nackenschlag für die Eintracht - 1:2 kurz vor dem Abpfiff. Das Weiterkommen wird für die Eintracht nun zur Herkules-Aufgabe.

Für die Hessen wird es in der Bundesliga schon am Sonntag (10. November/18 Uhr) wieder ernst. Am 11. Spieltag ist die Hütter-Truppe beim ebenfalls schwer zu bespielenden SC Freiburg zu Gast.

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