Irre Eintracht-Schlussphase: Frankfurter Chancenwucher kostet zwei Punkte

Frankfurt am Main - Nur Remis! Vor 51.500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena trennten sich Eintracht Frankfurt und der SV Werder Bremen mit 2:2 (0:1). Den 2:1-Führungstreffer in der 88. Minute durch André Silva konnte Milot Rashica durch einen Elfer in der Nachspielzeit ausgleichen.

Andre Silva (r.) im Zweikampf mit Maximilian Eggestein: Der Portugiese hätte mehrfach den Frankfurter Führungstreffer erzielen können.
Andre Silva (r.) im Zweikampf mit Maximilian Eggestein: Der Portugiese hätte mehrfach den Frankfurter Führungstreffer erzielen können.  © DPA

Gegenüber dem 1:0 in der Europa League bei Vitoria Guimaraes veränderte Eintracht-Coach Adi Hütter seine Startformation auf drei Positionen.

Für Erik Durm, Gelson Fernandes und Evan N'Dicka rückten Danny da Costa, Daichi Kamada und der nach seiner Gehirnerschütterung wieder genesene Makoto Hasebe ins Team. Wermutstropfen für die SGE: Bas Dost musste mit muskulären Problemen passen.

Die Partie begann rasant und mit Vorteilen für Frankfurt. Die erste Großchance hatte allerdings Werder, als Maximilian Eggestein vom rechten Strafraumeck nur den Pfosten traf. Bei seinem platzierten Schuss mit dem Innenrist hätte Frederik Rönnow im Eintracht-Tor keine Chance gehabt (7.).

Im Gegenzug hätte Kamada beinahe seinen ersten Liga-Saisontreffer erzielt, verzog aber aus zehn Metern knapp (9.). In der 16. Minute verfehlte dann Goncalo Paciencia nach einer Flanke von Landsmann André Silva mit einem Kopfball das Gehäuse von SVW-Keeper Jiri Pavlenka ebenfalls nur um wenige Zentimeter.

Die Eintracht machte nun mächtig Druck und kam zu Chancen im Minutentakt. Erneut Kamada, der nach prima Pass von Paciencia nur die Latte traf (20.), und zweimal Silva mit dem Kopf (21./24.) hätten die SGE in Führung bringen müssen.

Eintracht Frankfurt macht das Spiel, der SV Werder Bremen das Tor

Werder Bremen bejubelt die zwischenzeitlich Führung durch Davy Klaasen (l.).
Werder Bremen bejubelt die zwischenzeitlich Führung durch Davy Klaasen (l.).  © DPA

Natürlich kam es dann, wie es kommen musste: Verwandelst du deine Chancen nicht, dann macht der Gegner die Bude.

Zunächst konnte Rönnow nach einem von Leonardo Bittencourt eingeleiteten Konter den Abschluss von Josh Sargent stark parieren. Den Nachschuss bretterte Bittencourt an die Latte, ehe der Ball nach kurzer Billard-Phase vor die Füße von Davy Klaasen fiel, der das Spielgerät im leeren Tor versenkte: 0:1 (27.).

Danach war die Luft erst einmal raus bei der Eintracht und irgendwie auch aus der kompletten Partie. Viele Ballverluste im Mittelfeld stoppten den Spielfluss bis zur Pause.

In Abschnitt zwei sorgte wieder die Eintracht für das erste Highlight: Eine perfekte Flanke von Almamy Touré nutzte Paciencia zu einem tollen Kopfball mittig aus sieben Meter, fand seinen Meister aber im glänzend parierenden Pavlenka (46.)

Aufregung gab es dann in der 50. Minute. Paciencia wurde im Werder-Strafraum klar von Milos Veljkovic gehalten, stand aber knapp im Abseits. Kein Elfer.

Die Frankfurter drückten weiter ordentlich aufs Gas und belohnten sich endlich. Eine Kamada-Ecke wurde abgeblockt und landete vor den Füßen des enorm starken Rode, der vom rechten Strafraumeck aus die Kugel zum mehr als verdienten 1:1 ins Bremer Tor wuchtete (55.).

In turbulenter Schlussphase kann die Eintracht späten Führungstreffer nicht über die Zeit retten

Ärger auch bei Goncalo Paciencia über zu viele vergebene Chancen.
Ärger auch bei Goncalo Paciencia über zu viele vergebene Chancen.  © DPA

Im Anschluss wollte Frankfurt unbedingt den Sieg. Immer wieder liefen die Hessen den Werder-Strafraum an und kamen zu zahlreiche Ecken.

Werder verlegte sich aufs Kontern, aber die Abwehr der SGE stand zumeist sicher - so wie auch die Defensive der Hansestädter.

Wäre doch Bas Dost nur einsatzfähig gewesen. Die beiden Portugiesen in der Spitze waren nach guter erster Halbzeit mittlerweile leider untergetaucht und der Holländer hätte dem Eintracht-Sturm mit seiner physischen Präsenz sicher gut getan.

Im SGE-Strafraum gab es in der 83. Minute noch einmal Alarm, als Bittencourt Milot Rashica steil schickte, der Kosovare aber zu schwach abschloss und Rönnow so nur wenig Probleme hatte.

In der Schlussphase des Spiels überschlugen sich dann die Ereignisse, Zunächst ging die Eintracht in Führung.

Einen Kopfball von Paciencia nach einer Flanke des sehr guten Touré konnte Pavlenka noch abwehren, der Nachschuss von Silva saß aber - 2:1 für die SGE (88.). War's das? Aus Frankfurter Sicht leider nicht.

Denn nur zwei Minuten später konnte Rönnow zwar gegen Rashica klären. Der Nachschuss kam zu Klassen, der von Hasebe in höchster Not gefoult wurde. Den berechtigten Elfer verwandelte Rashica zum 2:2-Endstand.

Vor der Länderspiel-Pause haben es sich die Hessen mit elf Punkten auf Platz neun im Mittelfeld der Liga nun erst einmal eingerichtet. Am Freitag (18. Oktober, 20.30 Uhr) steht erneut ein Heimspiel an. Dann kommt der Tabellensiebte aus Leverkusen in die Commerzbank-Arena.

Fazit: Im Endeffekt belohnten sich die Frankfurter trotz drückender Überlegenheit nicht und verspielten zwei eigentlich verdiente Punkte. An der Chancenauswertung sollte gearbeitet werden.

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