Deshalb spielt die Eintracht in Stuttgart mit Trauerflor

Blickt zuversichtlich und fokussiert in Richtung Stuttgart-Spiel: Eintracht-Coach Niko Kovac.
Blickt zuversichtlich und fokussiert in Richtung Stuttgart-Spiel: Eintracht-Coach Niko Kovac.  © dpa/Fabian Sommer

Frankfurt - Ein turbulentes Montagsspiel mit vielen Höhepunkten auf und vor allem neben dem Platz liegt hinter Eintracht Frankfurt. Nach dem 2:1 (2:1) über RB Leipzig ist Trainer Niko Kovac zuversichtlich, dass sein Team auch beim VfB Stuttgart punkten kann.

Wenn es für die Adlerträger im "Ländle" unter der Leitung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus an den Start geht (15.30 Uhr), können sie sich auf rund 5000 treue Anhänger in ihrem Rücken verlassen, wie im Gespräch mit den Journalisten am Freitag bekannt gegeben wurde. Zwei von ihnen, die leider keinesfalls mit auf Auswärtsreise gehen können, standen dabei besonders im Fokus.

"Der Fan, der während des Leipzig-Spiels leider vom Zaun gestürzt ist, befindet sich auf dem Weg der Besserung", berichtete Jan Strasheim, Leiter Medien und Kommunikation der Eintracht. Zu Ehren des Mannes, der während des ersten Montagsspiels der Bundesliga verstarb (TAG24 berichtete) spielen die Frankfurter zudem mit einem Trauerflor am Arm.

Gegen die unter Neu-Coach Tayfun Korkut wiedererstarkten Stuttgarter (sieben Punkte aus den letzten drei Partien) muss Kovac auf zwei wichtige Stützen des Teams verzichten. "Omar Mascarell hat in dieser Woche versucht zu laufen, das ist aber nicht geglückt." Der Spanier laboriert weiterhin an Fußproblemen. Eine starke Schwellung macht einen Einsatz des 25-Jährigen somit unmöglich.

Während es dem gegen Leipzig vom Zaun gestürzten Fan besser geht, läuft die Eintracht zu Ehren des verstorbenen Anhängers mit Trauerflor auf.
Während es dem gegen Leipzig vom Zaun gestürzten Fan besser geht, läuft die Eintracht zu Ehren des verstorbenen Anhängers mit Trauerflor auf.  © dpa/bild pressehaus

Fast noch schwerer dürfte der Ausfall vom Held des Leipzig-Spiels, Kevin-Prince Boateng, wiegen. Dieser sei zwar nach Aussage seines Trainers "soweit gesund", seine fünfte gelbe Karte am Montag zwingt den Ghanaen jedoch dazu die Partie abseits des Platzes mitzuverfolgen.

Edel-Reservist Jetro Willems wurde von seinem Fußballlehrer aufgrund von dringlichen privaten Angelegenheiten freigestellt. Die Lücke im zentralen Mittelfeld soll ein weiterer Dauerbrenner erfolgreich füllen. "Wir haben das ja mit Makoto (Anmerkung der Redaktion: Makoto Hasebe) gegen Leipzig schon sehr gut gemacht", lobte Kovac die Qualitäten des Japaners.

Boatengs Ausfall stellt den Frankfurter Übungsleiter zwar vor eine knifflige Aufgabe, er gab sich jedoch zuversichtlich, dass der entsprechende Ersatzmann seinen Job zu seiner vollsten Zufriedenheit erfüllen werde. Ein absolutes Muss gegen die viertstärkste Heimmannschaft des Fußball-Oberhauses.

Kovac rechnete mit einem "harten Fight" gegen eine wahre "Heimmacht", war sich aber auch sicher, "dass die Mannschaft weiß, dass sie dieselbe Leistung wie am Montag abrufen" müsse. Unter dieser Prämisse gab sich der Mann auf der Frankfurter Trainerbank zuversichtlich, dass man auch beim VfB punkten könne und wolle.

Schwerwiegender Ausfall: Eine Gelbsperre zwingt Kevin-Prince Boateng gegen Stuttgart zum Zuschauen.
Schwerwiegender Ausfall: Eine Gelbsperre zwingt Kevin-Prince Boateng gegen Stuttgart zum Zuschauen.  © dpa/Peter Steffen

Die Favoritenfrage beantwortete der 46-jährige Ex-Bayern München- und Hertha BSC-Akteur gewohnt demütig: "Zuhause hat Stuttgart richtig viele gute Spiele abgeliefert. Daher sind wir nicht der Favorit am Samstag. Das ändert aber nichts daran, dass wir mit der Unterstützung unserer fantastischen Fans etwas mitnehmen wollen."

Das turbulente Spiel gegen Leipzig (TAG24 berichtete) habe seine Mannschaft schnell verarbeitet. Vor dem nächsten Auswärtsspiel lenkte Kovac den Fokus umgehend wieder auf die Gegenwart. "Ich hebe in solchen Momenten auch mal den Finger und sage den Jungs, dass das Geleistete gut WAR und nun ein richtig ernstzunehmender Gegner wartet."

Um einem Einbruch wie beim 0:3 gegen Augsburg möglichst aus dem Weg zu gehen, gab er seinen Schützlingen die Anweisung "an ihre Grenzen zu gehen." Mit diesen Ermahnungen wolle er keinesfalls die Euphorie "ersticken", doch besonders die Vorsaison habe ihm gezeigt, wie schnell man in der Bundesliga abstürzen könne.

Mit einer weiteren Spende ins Eintracht-Phrasenschwein erinnerte Kovac abschließend daran, dass man nun "nicht den zweiten Schritt vor dem Ersten" tun dürfe. Die offensichtlich blendende Stimmung im Team sorge letztlich aber für die erfreulichen Ergebnisse auf dem Rasen.

Titelfoto: dpa/Fabian Sommer


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