Keine Panik bei der Eintracht: Fredi Bobic hält nichts von Trainer-Diskussion

Frankfurt am Main - Was ist nur aus Eintracht Frankfurt geworden? In vielen Begegnungen begeisterten die Hessen ganz Fußball-Deutschland. Am Ende des Jahres ging es aber steil bergab. Nun muss die Eintracht zeigen, dass sie auch Abstiegskampf kann.

"Es ist sehr schade, dass wir uns in den vergangenen vier, fünf Wochen sehr viel kaputt gemacht haben", sagte Fredi Bobic nach der Niederlage in Paderborn.
"Es ist sehr schade, dass wir uns in den vergangenen vier, fünf Wochen sehr viel kaputt gemacht haben", sagte Fredi Bobic nach der Niederlage in Paderborn.  © dpa/Simon Hofmann

Endlich Winterpause! Nach dem Ende eines lange Zeit erfolgreichen, am Ende aber ernüchternden Fußball-Jahres sehnten sich Fußballer und Verantwortliche bei Eintracht Frankfurt nur noch nach Urlaub.

56 Pflichtspiele absolvierten die Hessen 2019, viele davon spektakulär und erfolgreich. Doch weil die letzten sieben Partien allesamt nicht gewonnen wurden, gehen die Frankfurter mit einem miesen Gefühl in die Weihnachtstage.

"Es ist sehr schade, dass wir uns in den vergangenen vier, fünf Wochen sehr viel kaputt gemacht und unsere gute Ausgangslage verspielt haben", sagte Sportvorstand Fredi Bobic am Sonntag nach dem 1:2 beim Tabellenletzten SC Paderborn.

Anstatt wieder um die internationalen Plätze mitzuspielen, steckt die Eintracht mitten im Abstiegskampf. Nur drei Zähler liegt das Team von Trainer Adi Hütter noch vor dem Relegationsplatz 16 und die Leistung in Paderborn machte wenig Mut für die Zukunft.

Doch in Panik werden sie in Frankfurt trotzdem nicht verfallen. Sie setzen darauf, dass die Spieler über die Feiertage wieder Energie für die kräftezehrende Spielweise tanken. "Und dann greifen wir ab dem 2. Januar wieder an", kündigte Bobic an.

Einige Fans träumen schon wieder von Niko Kovac

Einige Fans träumen bereits von einer Rückkehr von Niko Kovac (l.). Aber Fredi Bobic will an Adi Hütter (r.) festhalten.
Einige Fans träumen bereits von einer Rückkehr von Niko Kovac (l.). Aber Fredi Bobic will an Adi Hütter (r.) festhalten.  © Bild-Montage: dpa/Hasan Bratic, dpa/Thomas Frey

Dass die Aufholjagd in der Liga mit Hütter geschehen wird, daran besteht in der Main-Metropole kein Zweifel.

Zwar träumen einige Fans in den sozialen Netzwerken von einer Rückkehr von Niko Kovac, doch dazu wird es nicht kommen. "Eine Trainer-Diskussion brauchen wir bei uns gar nicht erst zu beginnen", stellte Bobic klar.

Hütter will die Tage im Kreise seiner Familie ebenfalls nutzen, um wieder Kraft zu tanken. In Paderborn wirkte der Österreicher müde, aber nicht ratlos. Hütter setzt darauf, in der Vorbereitung endlich einmal wieder "im technisch-taktischen Bereich mit der Mannschaft trainieren zu können".

Zuletzt war das wegen der Terminhatz mit Spielen in der Liga, im DFB-Pokal und in der Europa League nahezu unmöglich.

Gut möglich, dass bis zum Rückrundenstart bei der TSG 1899 Hoffenheim am 18. Januar auch noch neue Spieler dazu kommen. Bekannt ist das Frankfurter Interesse am deutschen U21-Nationalspieler Ragnar Ache vom niederländischen Erstligisten Sparta Rotterdam. Noch liegen die beiden Clubs bei der Ablöse aber zu weit auseinander.

Viel Kraft wird die Eintracht weiterhin brauchen. In der Europa League geht es in der ersten K.o.-Runde am 20. und 27. Februar gegen RB Salzburg weiter. Davor kommt es am 4. Februar im Achtelfinale des DFB-Pokals auch noch zum Duell gegen Herbstmeister RB Leipzig.

Fredi Bobic: "Kein Aktionismus auf dem Transfermarkt"

Ragnar Ache macht das Tor zum 2:3-Endstand in der EM-Qualifikation gegen Belgien. Auf den U21-Nationalspieler hat die Eintracht ein Auge geworfen.
Ragnar Ache macht das Tor zum 2:3-Endstand in der EM-Qualifikation gegen Belgien. Auf den U21-Nationalspieler hat die Eintracht ein Auge geworfen.  © dpa/Patrick Seeger

"Wir haben einen Kader, der gezeigt hat, dass er erfolgreich sein kann. Aber es ist doch klar, dass wenn im Januar eine Möglichkeit besteht, wir uns das anschauen", sagte Bobic.

Wie in der Vergangenheit sollen die Aktivitäten aber auch in die Zukunft gerichtet sein. "Es ist jetzt nicht so, dass wir sagen, wir müssen jetzt brutal aktionistisch auf dem Transfermarkt sein. Es ist kein Muss."

Schließlich werden in der Rückrunde im Normalfall auch die zuletzt fehlenden Stammspieler wie David Abraham, Martin Hinteregger, Sebastian Rode oder Gonçalo Mendes Paciência wieder zur Verfügung stehen.

"Und dann hat die Mannschaft gezeigt, was sie kann", sagte Bobic, der aber noch in den Katakomben des Paderborner Stadions eine Mahnung an die Profis richtete.

"Wir sind im unteren Drittel und das müssen wir jetzt auch annehmen. Wenn du den Kampf nicht annimmst, wirst du niedergekämpft." So wie in Paderborn, wo sie nach dem dritten Sieg der Saison wieder vom Klassenerhalt träumen.

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