Ganzes Dorf in Angst: Über 50 Eisbären belagern Ortschaft

Ryrkaypiy (Russland) - Ein ganzes Dorf wird seit Jahren von Eisbären heimgesucht. So viele wie jetzt waren es jedoch noch nie!

Zwei Eisbären suchen vor dem Dorf nach Futter.
Zwei Eisbären suchen vor dem Dorf nach Futter.  © WWF Russland/Maxim Dyominov

Eisbären sind in den vergangenen Jahren immer wieder mal in Ryrkaypiy im Nordosten des Landes aufgetaucht, berichtete der WWF in Russland.

Die Tiere sind zumeist auf Futtersuche und deshalb eine Gefahr für die Bewohner des Dorfes und deren Haustiere.

Vor allem Kinder sind großen Risiken ausgesetzt, wenn sie allein unterwegs sind. Sie werden deshalb mit speziellen Shuttle-Bussen von Zuhause zur Schule oder dem Kindergarten und zurück gefahren.

Auch wurde eine besondere Patrouille eingerichtet, die mit Schneemobilen das Dorf rund um die Uhr im Blick behält.

Allein in den letzten drei bis fünf Tagen sollen 56 der dünnen, weißen Bären an der Ortschaft gesehen worden sein.

"Wenn es genug Eis gibt, gehen die Bären weiter nach Norden, um die Robben zu jagen", erklärt Michail Stishov, Koordinator für Projekte zur Erhaltung der arktischen Artenvielfalt beim WWF-Russland. Doch Eis ist im Moment Mangelware. "Solange das Eis nicht dick genug ist, bleiben sie auf dem Festland."

Er informierte die Dorfbewohner weiterhin darüber, dass offener Müll die wilden Eisbären anziehen könnte. "Wenn die Bären Lebensmittel riechen, werden sie davon angezogen", so Stishov.

Zum Schutz aller Bewohner wurden nun auch sämtliche öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Wann das Eis wieder tragfähig genug ist und die Bewohner zum geregelten Alltag zurückkehren können, ist unklar.

Die Eisbären sind immerzu hungrig.
Die Eisbären sind immerzu hungrig.  © WWF Russland/Maxim Dyominov

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