Wegen Lärm: Wird der Eisenbahntunnel nach Prag noch länger?

Pirna - Das Mega-Bahn-Neubauprojekt Dresden - Prag rückt in greifbare Nähe, ist im "vordringlichen Bedarf". Doch der geplante Verlauf der Hochgeschwindigkeitsstrecke sorgt wegen des befürchteten Lärms für Kritik. Eine Bürgerinitiative (BI) schlägt nun eine alternative Route vor.

Die neue Zugstrecke Dresden - Prag soll auch über das Seidewitztal vor. Eine Bürgerinitiative hat eigene Vorschläge.
Die neue Zugstrecke Dresden - Prag soll auch über das Seidewitztal vor. Eine Bürgerinitiative hat eigene Vorschläge.  © SMWA

Denn die aktuelle Vorzugsvariante sieht zwar als Kernstück einen Tunnel durch das Osterzgebirge vor, 15 Kilometer auf deutscher Seite. Aber eben auch oberirdische Abschnitte. "Wir möchten aber keine Lärmverlagerung vom Elbtal in andere bewohnte Gebiete", so Steffen Spittler (57), Mitglied des Arbeitsvorstands der BI "Basistunnel nach Prag".

Ihr Vorschlag: Ein durchgehender Basistunnel von Heidenau bis nach Tschechien! 21 Kilometer lang. Spittlers Begründung: "Die Trasse des Wirtschaftsministeriums verläuft über eine fast 40 Meter hohe Brücke durch das Wohngebiet Pirna-Zehista, danach über einen sehr hohen Damm zu einem Überholbahnhof nahe der Ortschaft Goes.

"Erst danach beginne der durchgehende Tunnel. Das heiße: Etwa sechs Kilometer offene Strecke quer durch Ortschaften. "Ein immenser Lärm insbesondere durch Güterzüge. Das wollen wir nicht."

Die BI glaubt fest daran, dass ihre Variante umsetzbar ist. Sie koste 112 Millionen Euro mehr als die des Ministeriums mit 1,6 Milliarden Euro. "Wir haben alles untersucht, etwa hydrologische und geologische Gegebenheiten. Bisher gab es kein K.O.-Krititerium."

Noch steht die Strecke, die gebaut wird, nicht fest, betont das Ministerium. Einen Erfolg kann die BI schon vorweisen: Ihr Vorschlag wird in die weiteren Untersuchungen einbezogen.

Landrat Michael Geisler (58, CDU) findet die Bürgerbeteiligung gut: "Der umfassend vorbereitete Vorschlag der Bürgerinitiative bietet eine gute Grundlage für weitere Debatten über eine alternative Streckenführung."

Die Strecke soll das lärmgeplagte Elbtal entlasten, die Reisezeit Dresden - Prag auf rund 50 Minuten verkürzen. Baubeginn: frühestens 2028.

Landrat Michael Geisler (58, CDU) wurde die neue Trasse bereits vorgestellt.
Landrat Michael Geisler (58, CDU) wurde die neue Trasse bereits vorgestellt.  © Daniel Förster
Die Neubaustrecke soll in weiten Teilen durch Tunnel verlaufen.
Die Neubaustrecke soll in weiten Teilen durch Tunnel verlaufen.  © SMWA

Titelfoto: SMWA

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