Großer Umbruch! Coach Stewart fordert besseres Eislöwen-Team

Löwen-Trainer Bill Stewart fordert eine bessere Mannschaft. Zur Not will der Verein auch bestehende Verträge auflösen.
Löwen-Trainer Bill Stewart fordert eine bessere Mannschaft. Zur Not will der Verein auch bestehende Verträge auflösen.  © Lutz Hentschel

Dresden - Nach Platz vier in der Hauptrunde und dem Aus im Play-off-Viertelfinale gegen Kaufbeuren schwanken die Dresdner Eislöwen zwischen Freude und Enttäuschung. Eins steht aber fest: Es wird einen Umbruch im Team geben!

Wie sich die Zeiten doch ändern. Vergangenes Jahr schmeckte es Eislöwen-Coach Bill Stewart nicht, dass die Fans zum Play-off-Halbfinale ein Banner mit den Worten aufhängten: „Halbfinale ist schön“. Das war dem Coach zu wenig. Ein Jahr später würde der 59-Jährige froh sein, wenn dieses Plakat hängen könnte. Doch nach der 2:3-Pleite gegen Kaufbeuren im siebten und entscheidenden Spiel des Viertelfinals ist der Traum geplatzt.

„Das letzte Spiel möchte ich am liebsten ganz, ganz schnell vergessen. Es ist bitter und ich bin enttäuscht, dass wir es nicht ins Halbfinale geschafft haben“, so Eislöwen-Geschäftsführer Volker Schnabel. „Aber wenn Spieler, die 50 Tore in der Saison geschossen haben, verletzt auf der Tribüne sitzen, dann ist es Schicksal. Andere Vereine hat es während der Saison getroffen, uns am Ende.“ Er spielt dabei auf die Ausfälle von Brendan Cook und Martin Davidek an.

Die Enttäuschung nach dem Saisonaus im Viertelfinale war am Dienstag riesengroß.
Die Enttäuschung nach dem Saisonaus im Viertelfinale war am Dienstag riesengroß.  © Lutz Hentschel

Im Viertelfinale hatten die Eislöwen zuletzt nur mit 14, 15 Spielern agieren können und davon schnürten sogar Verletzte die Schlittschuh.

Kapitän René Kramer verriet: „Wir hatten drei Jungs mit gebrochenen Rippen. Jungs, die mit Gehirnerschütterung gespielt haben und mit angerissenen Bändern. Die Einstellung hat auf jeden Fall gestimmt.“

Deshalb ist der Coach stolz auf sein Team, aber trotzdem enttäuscht über das frühe Saison-Aus. „Das ist wie eine Zahnpastatube. Da kann man versuchen alles herauszuquetschen, aber irgendwann ist nichts mehr drin“, so Stewart. „Aber wir sollten das Positive sehen. Wir waren Vierter nach der Hauptrunde - so gut wie nie.“

Aber als erste Analyse der vergangenen Monate fordert der Kanadier für seine Vertragsverlängerung: „Ein besseres Team und einen breiteren Kader.“ Bis Ende April will sich der Coach entscheiden, ob er eine weitere Saison hinter der Bande steht. Am Sonntag fliegt er voraussichtlich erst einmal heim.

Zuvor stehen die Gespräche mit den Spielern an. Schnabel: „Bei der Saisonabschluss-Feier am Sonnabend werden wir ab 17 Uhr im Stadion den einen oder anderen Spieler verabschieden, oder dessen Vertragsverlängerung verkünden.“ Der Geschäftsführer deutete aber auch an, dass möglicherweise bereits geschlossene Verträge wegen zuletzt schwacher Leistung aufgelöst werden könnten.

Es wird also spannend. Wie in der Frage, wer neuer DEL-Förderlizenz-Partner wird. Köln will nächste Saison mit Frankfurt zusammenarbeiten. Aber eine gute Nachricht gab‘s von Schnabel: „Wir haben die DEL-Bürgschaft für die 816.000 Euro zusammen und werden sie fristgerecht am Freitag abgeben.“

DIE ZEIT DER HARTEN HUNDE IST VORBEI

Letztes Jahr erzürnte sich Stewart über dieses Plakat, diese Saison wäre er über den Halbfinaleinzug froh.
Letztes Jahr erzürnte sich Stewart über dieses Plakat, diese Saison wäre er über den Halbfinaleinzug froh.  © Lutz Hentschel

Ein Kommentar von Enrico Lucke

Es ist zwar bitter, aber das frühe Saison-Aus der Dresdner Eislöwen hatte sich angekündigt. Fast durchweg monierte Coach Bill Stewart die schwankende Mentalität seiner Spieler. Mal gaben sie alles, mal zu wenig, so auch in den Play-offs.

Klar, die Verletzungs-Ausfälle wiegen schwer. Die Frage stellt sich, warum gelang es dem 59-Jährigen nicht, seine Spieler auf ein konstant hohes Niveau zu bringen? Defensiv weniger, dafür im Punkt Torabschluss. Er hat die Spieler verpflichtet und unter der Saison Ville Hämäläinen und Juuso Rajala geholt. Die Jungs haben geackert, aber nicht die Leistung gebracht, die der Coach und die Fans erwarten konnten. War der Druck zu groß?

Stewart will davon nichts wissen. Es seien Profis, die müssten damit umgehen. So einfach ist es nicht. Die Zeit der harten Hunde ist vorbei. Neben dem knallharten und taktisch cleveren Coach, brauchen die Eislöwen jemanden, der die Spieler locker macht. Vergangene Saison waren dafür Sami Kaartinen und Marcel Rodman zuständig. Das Resultat - Halbfinale. Ein besseres Team ist somit kein Allheilmittel, nur ein Baustein.


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