Bei den Schiris sieht selbst Gentleman Mark Cullen rot

Bremerhavens Cody Lampl (r.) steigt etwas rustikal gegen Eislöwe Mark Cullen ein.
Bremerhavens Cody Lampl (r.) steigt etwas rustikal gegen Eislöwe Mark Cullen ein.

Von Enrico Lucke

Dresden - Mark Cullen ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Dresdner Eislöwen. Doch wie beim Team läuft es auch bei ihm zurzeit nicht rund…

Als der 37-Jährige am Sonntag gegen Bremerhaven vom Schiri für ingesamt zwölf Minutenin die Kühlbox (Behinderung plus Beschimpfung Offizieller) geschickt wurde, stockte der Eislöwen-Offensiv-Motor.

Der Ankurbler fehlte. Unberechtigt!

"Mark ist ein Gentleman, die Worte, die der Schiri gehört haben will, würde Cullen nie sagen. Das ist nicht sein Niveau. Da bin ich mir hundertprozentig sicher", so Eislöwen-Coach Thomas Popiesch.

"Allerdings muss Mark da auch cleverer sein und die zwei Minuten für Behinderung akzeptieren statt darüber zu diskutieren."

Marc Cullen hadert mit den Schiris in Sachen Bully.
Marc Cullen hadert mit den Schiris in Sachen Bully.

Offensichtlich sieht der US-Boy momentan rot, wenn er den Männern in den schwarz-weiß gestreiften Anzügen gegenübersteht. Ihre Entscheidungen sind für Cullen wie Popiesch gerade in Sachen Bully nicht nachvollziehbar.

Wenn Mark dran ist, wird er aktuell zu 50 Prozent nach dem ersten Versuch weggeschickt. Ungewöhnlich!

"Stimmt", so Popiesch. "Mark macht aber nichts falsch und seit über 20 Jahren Bullys, aber unsere Schiedsrichter wollen etwas Neues erfinden."

Normalerweise geht es so: Die Spieler stellen ihre Schläger in eine kleine, weiße Fläche - erst defensiv, dann offensiv. Beide müssen stehen, dann heißt es ready, der Puck fliegt.Wer zu früh zuckt, muss gehen. Das Problem: Die Schiris sagen ready, gehen danach erst in ihre Ready-Position und werfen dann den Puck. Diese Verzögerung verunsichert viele Spieler.

"Die Schiris haben was erfunden, was keiner versteht", so Popiesch.

Und die Löwen haben ein Problem: "Dadurch verlieren wir zu viele Bullys, obwohl Mark ein guter Bullyspieler ist. Deshalb haben wir es schon trainiert und angesprochen, aber es hängt immer auch vom Schiri und dem Gegenspieler ab."

Fotos: Lutz Hentschel (2)


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