Heiß auf die neue Saison! Ab heute beißen die Löwen wieder

Dresden - Es geht wieder los! Am Freitag starten die Dresdner Eislöwen mit dem Auswärtsspiel beim ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr) in die neue Saison.

Zehn Neuzugänge hat Trainer Thomas Popiesch in den vergangenen Wochen der Vorbereitung in sein Team integriert, drei Reihen komplett neu formiert.

Mit dem Ziel, die Playoffs direkt zu erreichen (unter die ersten sechs der Hauptrunde), nimmt die Mannschaft die Spielzeit 2015/16 in Angriff.

MOPO24-Reporter Enrico Lucke traf sich im Vorfeld mit dem Cheftrainer zum Interview und hat den beiden Rodman-Brüdern auf den Zahn gefühlt, die eine wichtige Rolle im neuen Team spielen.

Trainer Thomas Popiesch im MOPO24-Interview

Daumen hoch: David und Marcel Rodman (v.l.) bilden ein perfektes Duo.
Daumen hoch: David und Marcel Rodman (v.l.) bilden ein perfektes Duo.

Von Enrico Lucke

Dresden - Egal ob beim Heimatverein Jesenice, später bei den Capitels in Wien, den Bietigheim Steelers oder in der slowenischen Nationalmannschaft - wenn Marcel (33) und David Rodman (31) in einem Team spielten, dann erfolgreich.

Führt das Bruder-Paar jetzt die Eislöwen ins Play-off-Halbfinale?

Die Chancen stehen gut, denn die Chemie zwischen beiden ist nahezu perfekt. Sie haben es zwar noch nicht probiert, aber sie könnten mit verbundenen Augen miteinander spielen. „Stimmt. Wir wissen einfach instinktiv, was der andere in gewissen Situationen macht“, so David.

Marcel ergänzt: „Gemacht haben wir es aber nicht, weil es zu gefährlich wäre.“

Nicht nur auf dem Eis gibt es bei den Brüdern viele Parallelen.
Nicht nur auf dem Eis gibt es bei den Brüdern viele Parallelen.

Der Grund für die Harmonie ist einfach. „Von Anfang an spielen wir zusammen“, erzählt der 33-Jährige. „Ich war fünf, David vier.“

Und nach dem Training im kleinen Örtchen Jesenice, das in der Nähe der bekannten slowenischen Stadt Bled liegt, ging‘s daheim weiter. David: „Wir sind zusammen erfolgreich, deshalb gibt es für mich keinen Grund, warum ich nicht mit Marcel in einem Team spielen sollte. Somit versuchen wir immer zusammen zum selben Verein zu wechseln.“

Mal abgesehen von der Nationalmannschaft sind die Eislöwen schon ihre vierte gemeinsame Station und das in der siebten gemeinsamen Saison. Die in Elbflorenz kam aber erst im zweiten Anlauf zustande.

Als Marcel verpflichtet wurde, wollte Eislöwen-Coach Thomas Popiesch die vierte und letzte Ausländer-Position anderweitig vergeben. Nachdem Patrick Jarrett endgültig absagte, war der Weg für die Familien-Zusammenführung frei.

Irgendwie scheint das Brüder-Paar ein unsichtbares Band zusammenzuhalten. Denn nicht nur auf dem Eis gibt es viele Parallelen.

Schrecksekunde in der Vorbereitung gegen die Hamburg Freezers: Marcel Rodman wurde böse in die Bande gecheckt, hatte zwischendurch sogar Taubheitsgefühl in Armen und Beinen.
Schrecksekunde in der Vorbereitung gegen die Hamburg Freezers: Marcel Rodman wurde böse in die Bande gecheckt, hatte zwischendurch sogar Taubheitsgefühl in Armen und Beinen.

„Wir haben sechs Monate voneinander getrennt geheiratet, jeweils zwei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren und machen viel in der Freizeit zusammen - spielen Golf oder segeln in Kroatien“, berichtet Marcel.

Und der Eislöwen-Kapitän meint augenzwinkernd. „Ja, wir sind fast wie Zwillinge - aber die Frauen sehen nicht gleich aus.“

Die Liebsten der beiden sind auch während der Saison dabei. Marcels Frau Veronika kam mit Sohn Henrik (4) und Tochter Rebekka (2) diese Woche. Davids Frau Ajda folgt mit den Mädels Lisa (4) und Nina (2) Ende September. Das hat mehrere Vorteile.

Die Ehefrauen sind nicht alleine und die Kinder haben ihre Spielgefährten, während die Männer auf Torejagd gehen. „Das ist immer wichtig“, weiß Marcel. „Meinen Sohn wird man aber in der Eishalle sehen, Schlittschuh laufen kann er schon. Eishockey spielen möchte er auch, aber ich soll beim Training dabei sein.“

Diesen Vorteil hatten die Brüder nicht. Eishockey-Vorbilder gab’s zuvor keine im Rodman-Clan. „Der Vater hat nur gern Eishockey im Fernsehen geschaut“, erinnert sich David.

Mittlerweile sind die Brüder Stars in ihrer Heimat. Immerhin qualifizierte sich die Nationalmannschaft mit ihnen erstmalig für die Olympischen Spiele. In Sotschi 2014 schafften die Rodmans [&] Co. es ins Viertelfinale und das für ein Land, in dem nur 0,05 Prozent der Bevölkerung überhaupt Eishockey spielen.

„In der Nationalmannschaft haben wir keine Top-Spieler wie die anderen, aber wir waren als Mannschaft stark und diesen olympischen Geist wollen wir gern bei den Eislöwen einbringen und so auch erfolgreich in Dresden sein.“

Allerdings muss David zu Saisonbeginn auf seinen Bruder Marcel verzichten. Er muss nach dem bösen Bandencheck beim Testspiel gegen die Hamburg Freezers immer noch medizinisch (neurologische Untersuchungen) durhcgecheckt werden.

Wann er wieder aufs Eis zurückkehren kann, ist noch ungewiss. Doch Marcel selbst ist frohen Mutes, dass er in naher Zukunft sein Comeback gibt.

Fotos: Lutz Hentschel


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