Was steckt hinter Stewarts Zettelwirtschaft?

Bill Stewart hat sogar während der Partie immer einen Zettel dabei. Da ist das Wichtigste seiner Gegner-Analyse notiert.
Bill Stewart hat sogar während der Partie immer einen Zettel dabei. Da ist das Wichtigste seiner Gegner-Analyse notiert.

Von Enrico Lucke

Dresden - Irre, wie akribisch sich Eislöwen-Coach Bill Stewart auf den Gegner vorbereitet. In der Kabine herrscht seit seiner Amtsübernahme eine einzige Zettelwirtschaft.

Eins können Steven Rupprich [&] Co. nach einer Niederlage nun wirklich nicht mehr sagen: „Dass sie an der Stelle so stark sind, haben wir nicht gewusst.“ Stewart analysiert für sein Team alles haarklein. „15 Stunden bereite ich mich pro Spiel auf den Gegner vor“, so der 58-Jährige.

„Per Video versuche ich die Bewegungsabläufe der Mannschaften zu analysieren und sie meinen Jungs mit auf den Weg zu geben.“

Klingt nicht außergewöhnlich, doch ein Blick in die Kabine beweist: Der Coach verrät seinen Spielern fast jede Stärke und Schwäche des Kontrahenten. Zum Beispiel zeigen die Zettel, von wo jeder Einzelne der gegnerischen Cracks am meisten aufs Tor schießt und wie hoch die jeweilige Erfolgsquote ist.

„Einen so akribischen Trainer hatte ich noch nie“, meint Kapitän Rupprich. „Besonders hilfreich ist, zu wissen, welche gegnerische Reihe in den letzten fünf Spielen zwar Tore schoss, aber auch viele kassiert hat. Da weißt du, die Reihe ist anfällig in der Defensive.“ Ein Fakt, den der Kapitän auch nicht missen will: „Wer viele Strafminuten hat.“

Derjenige ist schnell reizbar und so springt die eine oder andere Überzahl für die Löwen mehr raus.

Foto: Lutz Hentschel


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