Startschuss für Hessens große Eislauf-Offensive

Frankfurt - Hessens Eislaufhallen werden von Familien und Freizeitsportlern ebenso genutzt wie von Profi-Clubs. Doch viele Hallen sind in die Jahre gekommen, die Kommunen als Betreiber suchen Standorte für Neubauten, nach Konzepten oder privaten Investoren.

Einige Schlittschuhfahrer gleiten über das Eis in Frankfurt.
Einige Schlittschuhfahrer gleiten über das Eis in Frankfurt.  © DPA

So möchte etwa die Stadt Bad Nauheim ihr in den 1940er Jahren errichtetes Eisstadion ersetzen. Die Halle sei nicht mehr zukunftsfähig, sagt Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos).

Zumal hier nicht nur Freizeitsportler Schlittschuh laufen, sondern auch der Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim aufspielt. Wie ist die Lage in anderen hessischen Städten?

In Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden gibt es eine 1800 Quadratmeter große mobile Kunsteisbahn unter freiem Himmel. Sie ist nach Angaben der Stadt Wiesbadens einzige Wintersportstätte, die nicht nur von Kindern und Eislauffreunden privat, sondern auch von vielen Vereinen und Schulen genutzt wird.

Weil die Bahn, die Ende 1972 an den Start ging, sowie ein rund 60 Jahre altes Freizeitbad in die Jahre gekommen sind, wird es einen neuen gemeinsamen Standort in der Stadt geben. Nach bisheriger Planung wird mit einer Eröffnung im Jahr 2022 gerechnet.

Auf einem Areal von rund 25.000 Quadratmetern sind dann nach Angaben eines Sprechers des dafür zuständigen städtischen Eigenbetriebs eine Halle für das Freizeitbad und eine Eissporthalle geplant.

In der 30 mal 60 Meter großen Eissporthalle soll es neben Freizeitsport auch Eiskunstlauf und Eishockeyspiele geben, 200 Tribünenplätze sind vorgesehen. Das gesamte Bauvorhaben habe ein Volumen von etwa 60 Millionen Euro.

Die Eissporthalle in Kassel bietet Platz für 6100 Fans.
Die Eissporthalle in Kassel bietet Platz für 6100 Fans.  © DPA

In Kassel ist die Eishalle in privater Hand und Heimat des Eishockey-Teams EC Kassel Huskies. Der 1977 eröffnete Bau bietet Platz für 6100 Fans des Zweitligisten, ist aber ebenfalls in die Jahre gekommen. Die Debatte über Aus-, Um- und Neubauten dauert schon Jahrzehnte - inklusive mehrerer Zitterpartien über die Zukunft der Huskies, die an der Eishalle hängt.

Seit einiger Zeit ist es aber ruhiger um das Thema geworden. Eigentümer der Halle ist mittlerweile Joe Gibbs, Geschäftsführer des Eishockey-Teams. Die Huskies sind die wichtigsten Nutzer des Gebäudes, es gibt aber auch öffentliche Eislaufzeiten und Shows dort.

Im Gespräch war vor einem Jahr auch eine zweite Eisfläche. Doch dazu und zum aktuellen Stand der Modernisierungspläne will sich die zuständige Kassel Sport & Entertainment GmbH nicht äußern.

Hessens größte Stadt Frankfurt hat im vergangenen Jahr die Sanierung der Eiskunsthalle für 3,8 Millionen Euro beschlossen. Die 1981 eröffnete Eissporthalle wird für den öffentlichen Eislauf, Training zahlreicher Eissportvereine und von dem Eishockey-Team der Löwen genutzt.

Geplant sind unter anderem neben der Renovierung verschiedener Räume auch eine neue Eishockey-Bande sowie neue LED-Technik. Außerdem wird die Außeneisbahn erneuert. Das soll bis Ende 2020 so durchgeführt werden, dass der Spielbetrieb und das öffentlichen Eislauf nicht behindert wird.

Wann in Bad Nauheim Eisläufer ihre Runden in einer neuen Halle drehen können, ist noch völlig offen. Eissport hat in der Wetterau-Stadt eine lange Tradition. Das Eisstadion, direkt am Kurpark gelegen, habe eine besondere Atmosphäre, sagt Bürgermeister Kreß. "Die Fans hängen am alten Stadion", sagt er mit Blick auf die Anhänger der Roten Teufel vom EC Bad Nauheim. Doch die Halle sei in schlechtem Zustand.

"Wir müssten in den nächsten Jahren acht Millionen Euro investieren." Es bestehe Konsens, dass eine neue Halle nötig sei. Nun soll in einem ersten Schritt geprüft werden, welche Fläche für einen Neubau infrage kommt. Zudem muss ein Investor gefunden werden, der den größten Teil der geschätzten rund 20 Millionen Euro trägt.

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