Gerüchte um vergewaltigte Kassiererin im Elbepark

Bei Facebook wurde der "Vergewaltigungsvorwurf" über 1000 Mal geteilt.
Bei Facebook wurde der "Vergewaltigungsvorwurf" über 1000 Mal geteilt.

Von Matthias Kernstock

Dresden - Im Elbepark in Dresden soll eine Kassiererin in einer Tiefgarage vergewaltigt worden sein. So zumindest lautet ein Gerücht, welches seit Tagen von Dresdnern bei Facebook geteilt wird. Jetzt äußern sich der Elbepark-Chef und die Polizei.

Falk Hegewald verbreitete das Gerücht am Freitag. Er schrieb den öffentlichen Beitrag bei Facebook. Der Post fand sofort großen Zuspruch, wurde fleißig geteilt.

Die Vorwürfe von Hegewald: "Im Elbepark Höffner Tiefgarage wurde eine Kassiererin vergewaltigt von 6 verdammten Flüchtlingen! Höffner Chef hat die Anweisung bekommen alle Beweise wie videoaufnahmen zu vernichten damit nicht an die Öffentlichkeit gelangt!!!!", heißt es in dem Post.

Bis Sonntag haben über 1000 Menschen das Gerücht weiter verbreitet. Die Hetze im Netz ufert aus. Doch wie wahr oder falsch sind diese Vorwürfe wirklich?

Centermanager vom Elbepark Gordon Knabe.
Centermanager vom Elbepark Gordon Knabe.

MOPO24 fragte bei Elbepark-Chef Gordon Knabe nach. Er ist Centermanager, kennt alle Geschäfte und seine Ladenbesitzer.

"Wir wissen von dem Post bei Facebook und halten ihn für eine Lüge. Also, wir wissen von dem Fall nichts und verschweigen da auch nichts", so Knabe. Auch bei der Polizei in Dresden gibt es dazu eine Stellungnahme. Ein Polizeisprecher sagte: "Wir haben keine Kenntniss von einer Vergewaltigung im Elbepark."

Gordon Knabe schließt eine Vertuschung aus: "Wenn die Polizei allerdings eine Anzeige vorliegen hätte, hätte sie uns sicher auch befragt. Auch das ist nicht passiert."

Eine Frau, die zum Schweigen gezwungen wird? Eine Firma, die alle Videoaufnahmen und Beweise gelöscht oder zurückgehalten haben soll und damit wissentlich eine Straftat begeht? Elbepark-Chef Knabe schüttelt den Kopf: "Also wieder nur eine Verschwörung mehr im Netz."

Nicht das erste Mal, dass erfundene Gerüchte die Stimmung unnötig aufheizen.

Erst Anfang August kochten die Emotionen im Netz über. Damals waren sich einige Dresdner sicher, am Elbepark würde eine neue Asyl-Zeltstadt für Asylbewerber entstehen und dies von der Stadt geheim gehalten. Bis heute hat sich auch diese Stimmungsmache nicht bewahrheitet.

UPDATE 11:45 Uhr: Der Post wurde vom Verfasser am Sonntag gelöscht.

In eigener Sache

Aber keine Frage, dass es auch kriminelle Asylbewerber gibt. Wir hatten in den letzten Wochen leider einige Fälle in Sachsen, über die wir berichteten.

Wahrheit und Hetze voneinander zu trennen, wird immer schwerer. Wir bleiben da aber dran und sind auch auf die Hilfe unserer Leser angewiesen. Gern bei Facebook per PN oder Email: online@tag24.de.

Fotos: Petra Hornig, Christian Suhrbier


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