Hier baut die Stadt den Elberadweg wieder auf

Dresdens Straßen-Chef Reinhard Koettnitz am Samstagmorgen am Elberadweg.
Dresdens Straßen-Chef Reinhard Koettnitz am Samstagmorgen am Elberadweg.

Dresden - Der Streit am Elberadweg zwischen Architektin Regine Töberich und der Stadt Dresden geht weiter. Am Samstagmorgen beginnt die Stadt, den zerstörten Teil des Radwegs wieder aufzubauen.

Und noch schlimmer: Frau Töberich hat am Donnerstag den falschen (nämlich den städtischen Teil) des Radweges zerstört. Siehe unten im Liveticker bei ab 07:39 Uhr.

Die Stadt Dresden ist aktuell mit den Aufräumarbeiten am Elberadweg beschäftigt. Bis Mittag soll er wieder komplett hergestellt sein, so Dresdens Straßen-Chef Reinhard Koettnitz zu MOPO24.

07:10 Uhr: Die Stadt beginnt bereits mit den ersten Aufräumarbeiten

07:12 Uhr: Ob Architektin Regine Töberich heute wieder für eine Überraschung sorgt, bleibt vorerst offen. Die Stimmung in der Stadt ist gespalten, viele Dresdner haben für ihre Baggeraktion aber kein Verständnis.

07:15 Uhr: Die Polizei sichert die Arbeiten ab. Die Passanten wundern sich, dass die Aufräumarbeiten so schnell beginnen.

07:25 Uhr: Der Bagger schafft die Trümmerteile des Radwegs Stück für Stück weg.

7:39 Uhr: Wie Bild berichtete, hat Regine Töbericht (50) den falschen Teil des Elberadwegs weggebaggert. Das bestätigte sie auch gegenüber MOPO24 auf Nachfrage: "Ja, ich habe den falschen Radweg weggebaggert," so Töberich.

„Das demolierte Stück liegt auf städtischem Grund und nur wenige Meter entfernt von dem Teil des Elbradwegs, der über ihr Grundstück verläuft“, bemerkte Vermessungstechniker Tobias Ackermann (28) gegenüber Bild Dresden.

Bei Facebook entschuldigte sich Töberich dafür:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Übertragung der Grundstücksgrenzen auf die Google Map Karte, die als Arbeitsgrundlage für den Abriss des 59 m langen auf unserem Grundstück verlaufenden Teiles des Elbradweges dienen sollte, ist ein Fehler unterlaufen. Der Teil des Elbradweges, der abgerissen wurde, befindet sich auf städtischem Grundstück, nicht auf dem Grundstück Marina Garden.

Für diesen Fehler entschuldige ich mich in aller Form und übernehme die volle Verantwortung. Selbstverständlich lasse ich den Elbradweg an dieser Stelle von einer Fachfirma unverzüglich wieder in einen einwandfreien und ordentlichen Zustand versetzen oder übernehme, je nachdem nachdem für welche Variante die Stadt sich entscheidet, die Wiederherstellungskosten."

07:42 Uhr: Auf MOPO24-Nachfrage sagte Töberich am Samstag, dass sie persönlich heute nicht zum Elberadweg kommen will.

07:45 Uhr: Schwer vorzustellen, dass der Elberadweg gegen Mittag wieder befahrbar sein soll.

07:58 Uhr: Sobald die Trümmerteile beseitigt sind, kommt ein Asphaltmischer. Der wird von Lkws mir halbfertigem Asphaltbeton befüllt und trägt den neuen Elberadwegbelag auf. Eine Walze plättet den Weg, danach muss der Asphaltbeton kühlen, so Koettnitz.

08:04 Uhr: Im Netz machen sich viele Nutzer lustig über Regine Töberich, da sie den falschen Teil des Elberadwegs weggebaggert hat.

08:07 Uhr: Hat sich die OB-Kandidatin von PEGIDA, Tatjana Festerling (51), am zerstörten Teil des Elberadwegs fotografieren lassen? Diese Bilder lassen es vermuten...

08:40 Uhr: Anwohner und Jurist Jürgen Wolf (57) äußert sich gegenüber MOPO24: "Wir wollen uns das nicht gefallen lassen." Er ist sauer auf Regine Töberich (Interview im Video unten).

08:55 Uhr: Die letzten drei Stücke des zerstörten Elebradwegs werden entfernt. Bald kommt der neue Asphalt drauf.

09:00 Uhr: Dieses Bild könnte zum Kult werden. Während der Bagger-Aktion zeigt Töberich entschlossen mit ihrem Finger auf den Elberadweg. Spaßvögel lassen sich dazu lustige Sprüche einfallen.

09:08 Uhr: Jetzt wird der Boden für den Asphalt vorbereitet.

09:24 Uhr: Die Arbeiten schreiten voran. Bald kommt der neue "Belag" für den Elberadweg.

09:28 Uhr: Regine Töberich lag falsch: Stefan Ulmen erklärt im Video, wo genau sie gebaggert hat.

09:38 Uhr: Mit der Walze wird der Untergrund gefestigt.

Bilder des Protests

10:18 Uhr: Jetzt ist der Asphaltfertiger da und überzieht den Elberadweg mit neuem Belag. Die Reparatur muss nicht öffentlich ausgeschrieben werden, da die Summe für die Erneuerung zu gering sei, so Mitarbeiter vom Straßbauamt zu MOPO24.

10:24 Uhr: Ein trauriger Dresdner hat einen Zettel an der Absperrung angebracht: "Seit gestern vermissen wir ein Stück des Elberadwegs. Falls es jemand gefunden hat, BITTE MELDEN."

10:25 Uhr: MOPO24-Reporter Stefan Ulmen blickt nach drei Stunden auf den aktuellen Stand am Elberadweg.

10:39 Uhr: Dresden hat ein neues Highlight für Touristen. Ein zerstörter Radweg an der Elbe. Dieser Stadtführer erklärt in aller Ruhe, was sich hier zugetragen hat.

10:51 Uhr: Der erste Meter des neues Elberadwegs ist da!

11:00 Uhr: Es sieht so aus, als ob der Elberadweg tatsächlich bis Mittag fertig wird.

11:24 Uhr: Es ist vollbracht: Der neue Asphalt ist fertig, der Elberadweg ist wieder ganz. Um 16 Uhr gibt das Straßenbauamt den Radweg wieder frei.

Der Elberadweg ist fertig
Der Elberadweg ist fertig

15:09 Uhr: Die Stadt hat die Wiedereröffnung des Elberadwegs auf 16 Uhr verschoben. Der Asphalt sei noch zu heiß, hieß es. Die Menschen warten schon gespannt an der Absperrung.

15:55 Uhr: Gleich wird der Elberadweg wieder freigegeben. Sebastian Hähner (31, l.) und Johann Koenitz (25) von "Direkte Demokratie Jetzt" haben für die bessere Orientierung extra einen Wegweiser mitgebracht.

16:17 Uhr: Es ist geschafft - zumindest vorerst! Kurz nach 16 Uhr war der Elberadweg wieder komplett befahrbar.

Peinliche Nummer

Kommentar von Uwe Blümel

Ganz Deutschland lacht mal wieder hämisch über Dresden. Erst war es die Aberkennung des Welterbe-Titels, jetzt die Elberadweg-Posse - wie unangenehm.

Am lautesten krakeelen jetzt die Stadtpolitiker, die einst für den irrsinnigen Verkauf des Grundstücks samt Radweg verantwortlich waren - wie dilettantisch.

Und dann baggert die Eigentümerin auch noch am falschen Fleck herum - wie peinlich.

Das alles passiert mitten im heißen Wahlkampf zum neuen Dresdner Oberbürgermeister. Doch statt dass sich die Kandidaten bei der Befriedung und Lösung des Radweg-Konflikts einen Namen machen würden, eskaliert die Lage - welch vertane Wahlkampf-Chance!

Der Wähler fragt sich verbittert: Wem soll ich bloß meine Stimme geben, wenn die OB-Bewerber schon bei diesem Eklat straucheln? Denn wer bereits an der Befriedung des Radweg-Streits scheitert, ist wohl einfach zu schwach für das große Amt.

Fotos: Steffen Füssel, Stefan Ulmen, Janis Brod, Kathrin Richter, Montage Elberadweg-Grafik: Matthias Kernstock


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