Wird das Blaue Wunder fürs Elbhangfest gesperrt?

Dresdner Wahrzeichen seit 1893: Das Blaue Wunder soll am Wochenende autofrei 
bleiben.
Dresdner Wahrzeichen seit 1893: Das Blaue Wunder soll am Wochenende autofrei bleiben.

Dresden - Am Wochenende strömen wieder etwa 60.000 Besucher zum Elbhangfest. Das Blaue Wunder wird dabei zum Nadelöhr. Weil ein Fußweg wegen Bauarbeiten gesperrt ist, müssen sich alle Fußgänger und (unerlaubter Weise) Radler einen viel zu kleinen Fußweg teilen. Der erste Politiker fordert daher: Sperrt das Blaue Wunder fürs Elbhangfest!

Noch bis Oktober wird der elbaufwärts gelegene Fußweg für 418.000 Euro saniert. Weil sich kaum ein Radler über die Brücke traut, herrscht auf dem einen verbliebenen Fußweg bereits jetzt Hochbetrieb. Zum Elbhangfest droht dann eine volle Brücke und ein übervoller Fußweg.

„Körnerplatz und Schillerplatz waren nie für solche Verkehrsmengen ausgelegt. Für das Elbhangfest wünsche ich mir ein autofreies Blaues Wunder, damit der Charme der Brücke und der beiden Plätze im Mittelpunkt steht“, so Grüne-Fraktionschef Thomas Löser (45). Doch ist das wirklich umsetzbar?

„Es ist eine spannende Idee“, gibt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (40) zu - um dann aber sofort einen Rückzieher zu machen. „Ich fürchte nur, sie lässt sich schwer umsetzen. Wir müssten 30 000 Fahrzeuge umleiten, die pro Tag über das Blaue Wunder fahren. Wir würden den Busverkehr kappen und müssten den kompletten Linienverkehr umorganisieren.“

Löser ist zu Zugeständnissen bereit, würde Busse über das Blaue Wunder in diesem Jahr akzeptieren. Doch: „Es werden ständig für Cityläufe oder Radveranstaltungen wichtige Straßen gesperrt, das funktioniert auch am Blauen Wunder.“

Löser will jetzt nochmals das Gespräch mit dem Baubürgermeister suchen.

Höherer Eintritt beim Elbhangfest

Grünen-Chef Thomas Löser (45) fordert: Macht das Blaue Wunder für Autos dicht!
Grünen-Chef Thomas Löser (45) fordert: Macht das Blaue Wunder für Autos dicht!  © Holm Helis

Das Elbhangfest findet von Freitag bis Sonntag statt. Auf fünf Kilometer Länge gibt es zwischen Körnerplatz und Pillnitzer Weinbergkirche auf und neben 15 Bühnen satte 350 Veranstaltungen. Anwohner eröffnen zudem Stände, laden in ihre Gärten zu Kaffee und Kuchen ein.

Das Programm widmet sich unter dem Motto „Martins Most und Katharinas Äpfel“ dem Reformationsjubiläum.

Wer bei so vielen Programmpunkten den Überblick verliert: Per Smartphone werden neuerdings der eigene Standort und die umliegenden Spielorte angezeigt.

Achtung, der Eintritt ist gestiegen: Die Tageskarte kostet am Freitag 9 Euro (statt 8 Euro), Samstag 13 Euro (statt 12 Euro) und Sonntag 12 Euro (statt 9 Euro).

Das Fest-Ticket für alle Tage ist für 14 Euro zu haben, Dresden-Pass-Inhaber zahlen 5 Euro, bis 18 Jahre eintrittsfrei.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (40) hält die mögliche 
Brückensperrung für eine „spannende Idee“.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (40) hält die mögliche Brückensperrung für eine „spannende Idee“.  © Thomas Türpe

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