Bald wird gebaggert! Elbvertiefung startet in wenigen Tagen

Hamburg - Nach jahrelangem Streit geht die Elbvertiefung in der kommenden Woche los.

Ein Baggerschiff versenkt seinen Saugkopf in der Elbe. (Archivbild)
Ein Baggerschiff versenkt seinen Saugkopf in der Elbe. (Archivbild)  © dpa/Daniel Reinhardt

Am Dienstag wird Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zum Auftakt des Ausbaus der Fahrrinne in der Hansestadt erwartet. Der CSU-Politiker will gemeinsam mit Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) während einer Fahrt auf der Elbe den Start begleiten.

Beide sollen ein Grußwort sprechen. Das geht aus dem Terminkalender des Hamburger Senats hervor.

Ein Behördensprecher und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bestätigten den Termin und den Beginn der Arbeiten am Mittwoch.

Mit der Elbvertiefung soll der Fluss so ausgebaut werden, dass künftig große Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter unabhängig von der Flut und mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können.

Zudem sollen sich die Schiffe durch den Bau einer Begegnungsbox beim Ein- und Auslaufen besser passieren können.

Vorbereitendes Ausbaggern kostet bereits 100 Millionen Euro

Der Hamburger Hafen mit der Köhlbrandbrücke aus der Luft aufgenommen. (Archivbild)
Der Hamburger Hafen mit der Köhlbrandbrücke aus der Luft aufgenommen. (Archivbild)  © dpa/Marcus Brandt

Die FDP hatte am Mittwoch kritisiert, dass es bei der Vertiefung der Elbe zu Verzögerungen komme.

"Anders als vom Senat geplant, sind die Strombaumaßnahmen für die Elbvertiefung nicht im zweiten Quartal 2019 fertiggestellt worden", sagte der Fraktionsvorsitzende Michael Kruse der Deutschen Presse-Agentur. Das ergebe sich aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der FDP.

Danach seien für zwei kleinere Ablagerungsflächen, die Aushub aus der Vertiefung der Fahrrinne aufnehmen sollen, die Arbeiten noch nicht begonnen worden.

Fertig oder fast fertig seien allerdings drei größere Ablagerungsflächen unter Wasser in der Elbmündung, sodass die Baggerarbeiten auf der Elbe beginnen könnten.

Die Einrichtung der Unterwasser-Ablagerungsflächen ist eine wichtige vorbereitende Maßnahme für die Elbvertiefung und kostet allein rund 100 Millionen Euro.

Nach Ansicht des Senats gibt es bislang keine Abweichung vom Zeitplan der verschiedenen Bauabschnitte, wie er im Herbst vergangenen Jahres öffentlich vorgestellt wurde.

Danach sollte im 2. Quartal mit dem Ausbau der Fahrrinne und im 3. Quartal mit der so genannten Begegnungsbox bei Wedel begonnen werden, wo sich dann zwei Schiffe passieren können.

In drei Jahren soll Projekt fertig sein

Auf der Elbe fahren immer größere Containerschiffe. (Archivbild)
Auf der Elbe fahren immer größere Containerschiffe. (Archivbild)  © dpa/Marcus Brandt

"Die neuesten Verzögerungen bei den Baumaßnahmen der Elbvertiefung zeigen, dass der rot-grüne Senat diesem Projekt nicht die notwendige Priorität einräumt", sagte Kruse.

"Anders ist es nicht zu erklären, dass Maßnahmen, die bereits abgeschlossen sein sollten, bisher nicht einmal beauftragt worden sind."

Dagegen erklärte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn: "Die für das Baggergut erforderlichen Ablagerungsflächen stehen wie geplant zur Verfügung."

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hatte den Baggerauftrag in Höhe von 238 Millionen Euro im April an die Bietergemeinschaft Nordsee-Dredging International vergeben.

Zuvor hatte ein Unternehmen, das bei der Auftragsvergabe unterlegen war, seine Beschwerde und den Antrag auf aufschiebende Wirkung beim Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf zurückgenommen.

Die Behörde rechnete zuletzt für das Jahr 2022 mit einer komplett abgeschlossenen Elbvertiefung. Insgesamt werden rund 32 Millionen Kubikmeter ausgebaggert.

Begonnen wird mit der Verbreiterung bei Wedel. Damit soll es Ende des Jahres erste Erleichterungen für die Schifffahrt auf der Elbe geben.

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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