Leipziger Elefantenbaby von Tante getreten und geschlagen

Leipzig - Autsch, das tat sicher weh! Leipzigs vier Monate alter Elefantenbulle Ben Long war in der "Elefant, Tiger & Co."-Folge am gestrigen Freitag wieder einer der Hauptdarsteller. Diesmal traf er das erste Mal in einem gemeinsamen Gehege auf seine Tante Trinh, die dritte im Bunde. Doch die innerfamiliäre Begegnung verlief alles andere als harmonisch.

Während der Nahrungsaufnahme pirschte sich Ben Long von hinten an Tante Trinh heran. Die quittierte die Aktion mit einem kraftvollen Rüsselschlag.
Während der Nahrungsaufnahme pirschte sich Ben Long von hinten an Tante Trinh heran. Die quittierte die Aktion mit einem kraftvollen Rüsselschlag.  © MDR Mediathek

Daran muss sie sich erst noch gewöhnen! Elefantenkuh Trinh (gesprochen Tsching) hat ihren Neffen Ben Long in dieser Woche erstmals hautnah getroffen. Die letzten zwei Wochen konnten sich die beiden Dickhäuter lediglich am Gitter beschnuppern, waren aber räumlich noch getrennt. Zurecht, wie die Fernsehzuschauer am Freitagabend sehen konnten.

"Trinh hat einen etwas speziellen Charakter, die ist so eine Troublemakerin", ahnte Tierpfleger Thomas Günther schon die drohende Gefahr. "Sie ist nicht diejenige, die anfängt, aber wenn jemand anfängt, motzt sie mit."

Im Schutze seiner Adoptivmutter Don Chung verlief das Leben des kleinen Bullen bislang recht ungefährlich. Von seiner leiblichen Mutter Hoa ist er frühzeitig getrennt worden, da sie ihr Jungtier verstoßen hatte. Doch auch in der aktuellen Zooepisode wurde es brenzlig für Dumbo.

"Seine Welt wird immer ein Stück größer und interessanter", kündigte der Pfleger freudig an. Doch wie seine dritte Tante reagierte, damit hatte er wohl nicht gerechnet. Mehr als zehnmal ging Trinh darin auf das neue und unbekannte Herdentier los, verjagte es, trat es mit dem Hinterbein und schlug es kraftvoll mit dem Rüssel. Günther: "Er braucht ein Gespür, wann man sich besser zurückhält."

"Don Chung bietet nicht so viel Schutz, wie wir uns wünschen würden"

Deutlich zu sehen: Sogar mit dem Bein tritt Trinh nach dem kleinen Elefantenbullen.
Deutlich zu sehen: Sogar mit dem Bein tritt Trinh nach dem kleinen Elefantenbullen.  © MDR Mediathek

Zaghafte Berühungsversuche unternahm Ben Long mehrfach. Trinh war davon wenig beeindruckt. Doch Pfleger Thomas Günther machte dem Kleinen Mut: "Irgendwann hast du Stoßzähne und bist groß, da hat die nichts mehr zu lachen."

Und auch Seniorkurator Gerd Nötzold, der den mittlerweile 21 Wochen alten Dickhäuter seit der Geburt begleitet, ordnete die Situation im Elefantentempel ein. "Es muss nicht zwingend heißen, dass sie böse Absichten hat", so Nötzold. Aber: "Da lässt ein Elefant natürlich ganz andere Kräfte walten, als wir uns vorstellen können."

Immer wieder flitzte der Minirüssel unter den Bauch von Ziehmutter Don Chung, wollte sich bei seiner wichtigsten Bezugsperson verstecken. Der Seniorkurator musste jedoch feststellen: "Sie bietet nicht so viel Schutz, wie wir uns wünschen würden, was aber wiederum normal ist. Das ist eine Situation, die durchaus fragil ist - wir brauchen einfach Zeit", bittet er um Geduld.

Seit dieser Woche lernen sich Trinh und Ben Long besser kennen, stundenweise wird die Herde sogar ohne Aufsicht gelassen. Bislang mit Erfolg. Denn bis ein neues Gruppentier zunächst einmal akzeptiert wird, dauert es natürlich ein Stück.

"Die Sicherheitsabstände muss er selber im Auge behalten. Wir können am Anfang zwar vermitteln, aber wenn er irgendwo zu dicht dran ist oder sich zu weit von der Tante [Don Chung, Anm. d. Red.] entfernt, dann muss er selber mit den Konsequenzen leben", sagte Elefantenprofi Thomas Günther. "Wie jedes kleine Kind, probiert er seine Grenzen aus. Die Spielregeln muss er erst einmal kennenlernen."

Die aktuelle "Elefant, Tiger & Co."-Folge könnt Ihr Euch >>>hier noch einmal anschauen.

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