Elektroautos 2019 – was müssen Käufer beachten?

Deutschland – Immer mehr Automobilhersteller konzentrieren sich auch auf die Elektromobilität und die Politik will diese deutlich stärken. Es kommt Bewegung in die Sache, VW will in einem Joint Venture in Salzgitter eigene Akkus bauen und auch die Lademöglichkeiten für E-Autos sollen verstärkt werden.

Gut, denn von den Zahlen, die vor einem Jahrzehnt präsentiert wurden, fehlt auf unseren Straßen noch jegliche Spur. Aber wie ist das für Interessenten von E-Autos? Was müssen sie beachten und was kommt auf sie beim Kauf zu?

Immer mehr deutsche Hersteller bringen mittlerweile E-Modelle auf den Markt. Noch sind die Preise recht hoch.
Immer mehr deutsche Hersteller bringen mittlerweile E-Modelle auf den Markt. Noch sind die Preise recht hoch.

E-Autos immer noch teurer

Dies ist ein verständlicher Knackpunkt. Ein E-Auto ist in der Anschaffung deutlich teurer als ein gewöhnlicher Wagen derselben Klasse. Um Kosten zu sparen, müssten Autofahrer auf eine andere Klasse umsteigen, doch ist das wieder mit Einschränkungen verbunden:

  • Wagen bis 10.000 Euro – es gibt E-Autos, die in der Grundausstattung um die 7.000 Euro kosten. Das Problem ist nur, dass das tatsächliche »motorisierte Einkaufswagen« sind. Sie sind klein, haben eine Reichweite von nicht mal 100 Kilometern und sind wirklich dazu gedacht, die kleinen Strecken des Alltags zu überbrücken.
  • Wagen bis 25.000 Euro – von der Größe her sind das typische Kleinwagen, aber auch kleinere Limousinen und Kombis. Die Reichweite reicht oft bis zu 300 Kilometern.
  • Ab 25.000 Euro – ab dieser Preisklasse warten die Fahrzeuge, die sich viele Bürger unter einem alltagstauglichen Auto mit ausreichender Reichweite vorstellen. Ausreichend bezieht sich auf 500 Kilometer. Umso mehr Reichweite gewünscht wird, desto stärker geht der Preis nach oben.
Die Ladeinfrastruktur wird immer besser, ist aber noch ausbaufähig.
Die Ladeinfrastruktur wird immer besser, ist aber noch ausbaufähig.  © @ andreas160578 / pixabay.com

Dass Autos ohnehin meist finanziert werden müssen, ist kein Geheimnis. Doch je höher der Preis eines eigentlich ganz normalen Fahrzeugs ist, desto fordernder ist die Finanzierung. Die Raten schießen in die Höhe, alternativ läuft die Finanzierung noch länger als ohnehin schon.

Das ist natürlich für Käufer ein Risiko, denn wer kann schon sagen, wie es um die eigenen Finanzen in drei Jahren bestellt ist? Aus diesem Grund gilt:

  • Kredite vergleichen – Käufer sollten unbedingt die verschiedenen Kredite und Möglichkeiten miteinander vergleichen und das für sie beste Angebot herausfiltern. Ob der Kredit jetzt vom Autohaus aus vermittelt wird, ob Kunden einen speziellen Autokredit nutzen oder einen normalen Konsumentenkredit, muss die Situation entscheiden. Portale wie smava helfen dabei, schnell und unkompliziert einen kostengünstigen Autokredit zu finden.
  • Prämien nutzen – bereits jetzt gibt es eine Prämie für E-Autos, diese wurde im »Klimaplan 2020« noch einmal verlängert und erhöht. Die staatliche Prämie ist allerdings kaufpreisabhängig, bei teuren Fahrzeugen verringert sie sich. Auch der Hersteller soll mit einer weiteren Prämie mit ins Boot geholt werden. Einige Bundesländer, Städte und Gemeinden haben übrigens eigene Systeme und geben durchaus Förderbeträge. Auch darüber sollten sich Käufer vorab informieren.

Käufer müssen zudem vergleichen, ob der Kauf des Akkus im E-Auto finanziell sinnvoller ist, als diesen zu mieten. Der Gesamtpreis erhöht sich zwar, doch fällt so die Mietgebühr weg.

Reichweiten werden immer besser

Das eigentliche Problem von E-Autos ist, wie bereits angeschnitten, die Reichweite. Gerade Pendler oder Personen, die im Beruf täglich weite Strecken zurücklegen, vertrauen einem E-Auto nicht. Glücklicherweise wird dieses Problem von der Autoindustrie angegangen und die Reichweiten auch der Fahrzeuge aus unteren Klassen erhöhen sich. Das wird mit dem Klimaplan sogar noch gefördert:

  • Bis 30.000 Euro – die Prämien für Autos bis zu diesem Kaufbetrag sind schlichtweg höher. Kunden sollen diese nun vermehrt kaufen, was im Endeffekt die Automobilindustrie dazu bewegen wird, bessere Akkus in eben diese Fahrzeuge einzubauen.
  • Ab 30.000 Euro – die Fördermittel sinken, natürlich auch, weil diese Fahrzeuge zu den Luxuswagen zählen.

Die Problematik mit geringeren Reichweiten ließe sich natürlich beheben, leider befinden sich auf dieser Entwicklungsstraße noch tiefe Schlaglöcher.

Elektroautos werden immer beliebter - doch sind sie mittlerweile auch praxistauglich?
Elektroautos werden immer beliebter - doch sind sie mittlerweile auch praxistauglich?  © @ Markus_Roider / pixabay.com

Lade-Infrastruktur noch ausbaufähig

Wären die Ladesäulen in der Masse vorhanden, wie Schlaglöcher in einigen Regionen, gäbe es kein Problem mit der Reichweite.

Leider ist dies jedoch nicht der Fall und gerade in ländlichen Gebieten sind die Ladestationen rarer gesät als kostenlose Parkplätze in der Innenstadt. Interessenten sollten daher unbedingt vorab prüfen, wie die Situation bei ihnen vor Ort und eventuell am Arbeitsplatz ist. Zugleich gibt es weitere Probleme rund um die Stationen und welche, die durch die noch zu geringe Verbreitung entstehen:

  • Bezahlung – Ladestation werden einem Anbieter angebunden, der die Aufladung abrechnet. Das Problem ist, dass die Anbieter gerne mit eigenen Systemen arbeiten, die wiederum alle andere Tarife und Bezahlmöglichkeiten haben.
  • Stecker – es kann zudem passieren, dass das Fahrzeug nicht ohne Adapter mit einer öffentlichen Ladestation kombinierbar ist.
  • Zu Hause – das ist praktisch nur für Eigenheimbesitzer komplikationslos möglich. Für die Ladung zu Hause sollte in eine Wallstation investiert werden, die vom Fachmann an den Starkstrom angeschlossen wird. Die Ladung über die Wandsteckdose ist zwar möglich, dauert jedoch lange und kann zur Überhitzung der Leitungen führen.
  • Eigentumswohnung/MieterEigentümer einer Wohnung in einer WEG benötigen zumindest dann eine Einverständniserklärung, wenn sie die Wallstation in einer Tiefgarage platzieren möchten. Mieter hingegen dürfen sämtliche Stationen nur fachmännisch anbringen lassen, wenn der Vermieter zustimmt.

Das Problem für Wohnungsbesitzer und Mieter ist jedoch, dass das Laden trotz Erlaubnis nur möglich ist, wenn ein fester und sicherer Parkplatz in unmittelbarer Nähe vorhanden ist. Das Ladekabel kann beispielsweise nicht von der Wallstation über einen Gehweg zum Auto gelegt werden.

Wer sich in dieser Situation ein E-Auto anschafft, ist somit ganz besonders auf öffentliche Lademöglichkeiten angewiesen. Glücklicherweise ergreifen immer mehr Supermärkte, Discounter und Möbelhäuser die Initiative und errichten Ladepunkte auf ihren Parkplätzen. Während des Lebensmitteleinkaufs kann somit auch das Auto geladen werden.

Fazit – Probleme sind noch vorhanden

Die größten Schwierigkeiten rund um den Kauf des E-Autos ergeben sich erst nach dem Kauf. Kunden müssen selbst die Vorarbeit leisten und sich die Infrastruktur in den für sie wichtigen Regionen oder Stadtteilen anschauen.

Gibt es hier ein übergreifendes Ladesystem mit passender Abrechnung? Eventuell erlaubt auch der Vermieter die Aufstellung einer Ladesäule oder Wallstation; einige Gesellschaften überlegen sogar schon, diese eigenständig errichten zu lassen. Glücklicherweise erhöht sich die Reichweite der E-Autos immer mehr, sodass das Auftanken wenigstens nicht so häufig notwendig ist.


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