Elektroflugzeug fängt Feuer und stürzt in Maisfeld: Zwei Menschen sterben

München - Mit dem elektrischen Fliegen sind weltweit große Erwartungen verbunden. Nun ist ein Testflieger mit E-Antrieb von Siemens verunglückt, zwei Menschen starben. Wie es dazu kommen konnte, ist noch völlig unklar.

Ein Elektroflugzeug wie dieses ist über Ungarn aus noch ungeklärter Ursache abgestürzt. Die beiden Insassen kamen ums Leben.
Ein Elektroflugzeug wie dieses ist über Ungarn aus noch ungeklärter Ursache abgestürzt. Die beiden Insassen kamen ums Leben.  © Siemens AG/dpa

Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht im Technologieblog "CNET". Demnach verunfallte die zweisitzige Maschine des Herstellers Magnus Aircraft bereits am 31. Mai auf einem kleinen Flugplatz in der Nähe von Budapest, wie ein Siemens-Sprecher sagte.

Das Flugzeug sei aus relativ niedriger Höhe abgestürzt, die Gründe und genaueren Begleitumstände seien noch unklar und würden derzeit von der ungarischen Luftfahrtbehörde sowie der Polizei untersucht. Man stehe in engem Kontakt mit den Ermittlern.

Bei den beiden Toten handele es sich um den Piloten und einen Techniker, berichtete der Siemens-Sprecher. "Wir sind in Gedanken bei den Familien der Opfer."

Wie die Luftfahrtseite "AVweb" schreibt, habe der Elektroflieger anlässlich der Einweihung eines neuen Magnus-Firmenhauptquartiers zunächst zwei Demonstrationsrunden gedreht. Dann, so schildern es Augenzeugen, habe die Maschine plötzlich Feuer gefangen und sei in ein Maisfeld gestürzt.

Drei weitere Exemplare des Testmodells Magnus eFusion sollen nun vorsichtshalber am Boden bleiben, bis die Unfallursache geklärt ist.

Siemens will das Programm zur Weiterentwicklung elektronisch angetriebener Flugzeuge trotz des Unfalls fortsetzen.
Siemens will das Programm zur Weiterentwicklung elektronisch angetriebener Flugzeuge trotz des Unfalls fortsetzen.  © Sandor Ujvari/MTI/EPA/dpa

Die Flugzeugtests von Magnus Aircraft sind nach Angaben des Sprechers nur ein kleiner Teil des gesamten Programms für hybrid-elektrisches Fliegen, bei dem Siemens mit dem Flugzeugbauer Airbus und dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce zusammenarbeitet.

Das Programm konzentriert sich auf Maschinen für 20 bis 100 Passagiere. Im vergangenen November hatten die Partner angekündigt, dass ein Verkehrsflugzeug mit einem Elektromotor und drei herkömmlichen Düsentriebwerken 2020 zum ersten Testflug starten soll.

Siemens will dafür den E-Motor mit zwei Megawatt Leistung - also der halben Leistung eines herkömmlichen Antriebs - in München bauen. Rolls-Royce soll eine Gasturbine liefern, die in den Rumpf eingebaut wird und den Strom für den Elektromotor erzeugt. Der Flugzeugbauer Airbus ist für die Integration der Systeme zuständig.

Im Zusammenhang mit dem Projekt laufen auch Tests bei mehreren Flugzeugherstellern wie der ungarischen Magnus Aircraft mit kleinen elektrisch angetriebenen Maschinen, wie der Siemens-Sprecher sagte.

Vor dem Unglück habe die abgestürzte Maschine bereits 240 Flugstunden ohne Zwischenfälle absolviert.


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