AfD stellt sich hinter den Skandal-Arzt

Arzt Thomas Schädlich (57).
Arzt Thomas Schädlich (57).

Von Bernd Rippert

Ellefeld - Neues vom Arzt-Skandal im Vogtland: Die Alternative für Deutschland (AfD) stellt sich hinter den Internisten Thomas Schädlich (57), der im Gemeinderat vor 500 Zuhörern angekündigt hatte, keine Ausländer und Flüchtlinge behandeln zu wollen. "Der AfD-Politiker ist kein Rassist!", schreibt die Partei im Internet.

Nach Studium einer Tonaufzeichnung der Sitzung erklärte der AfD-Chef im Vogtland, Gunter Wild, dass Schädlichs Kritik sich gegen mangelnde Regelungen zur Behandlung und Abrechnung von Asylbewerbern richtete.

Der Mediziner und AfD-Kreisrat habe nach Aussage mehrerer Zeugen gesagt: "Wenn ich Ausländer behandeln wollte, wäre ich zu ,Ärzte ohne Grenzen‘ gegangen." Und: "Türen und Fenster meiner Praxis sind für Asylanten zu." Allerdings seien seine Sätze angeblich aus dem Zusammenhang gerissen.

Der Arzt in seiner Praxis.
Der Arzt in seiner Praxis.

Eine Stellungnahme blieb der Arzt bisher schuldig.

Über die Aussagen beschwerte sich ein Bürger bei der Landesärztekammer. Deren Sprecher Knut Köhler (48) widerspricht Schädlich: "Die Abrechnung der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern ist gesetzlich geregelt. Darüber haben wir im Ärzteblatt und online alle Ärzte informiert."

Die Ankündigung, die Behandlung bestimmter Personen zu verweigern, sei „moralisch verwerflich, aber juristisch nicht relevant“.

Die Kammer werde jedoch mit Schädlich reden - auch über das Gleichbehandlungsgesetz.

Gunter Wild (58), AfD-Chef im Vogtland.
Gunter Wild (58), AfD-Chef im Vogtland.

Fotos: Franko Martin, Paul Zinken, Thomas Türpe


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