Vater soll mit seinen Söhnen drei Menschen ermordet haben: Jetzt startet der Prozess

Ellwangen - Nach drei Morden stehen ein Vater und seine zwei Söhne von diesem Dienstag (9 Uhr) an vor dem Landgericht Ellwangen.

Ellwangen: Eine Tafel weist auf das Landgericht hin.
Ellwangen: Eine Tafel weist auf das Landgericht hin.

Dem heute 55-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft drei Morde vor, seinem 33 Jahre alten Sohn zwei Morde und seinem 31 Jahre alten Sohn einen Mord.

Die Bluttaten wurden laut Anklage in Sontheim an der Brenz begangen.

Die Opfer waren demnach der Schwiegersohn des 55-Jährigen, ein Lebensgefährte seiner Tochter und ein Garagenbesitzer.

Den Schwiegersohn soll der Vater 2008 getötet haben, weil er "gegen die Beziehung seiner Tochter zu dem türkischen Staatsangehörigen muslimischen Glaubens" gewesen sei, wie die Staatsanwaltschaft erklärte.

Im Oktober 2014 sollen der Vater und seine beiden Söhne den Lebensgefährten der Tochter getötet haben, weil er die Frau misshandelt habe. Die Leiche sollen die Beschuldigten zerlegt und in der sizilianischen Heimat beseitigt haben.

Die drei Angeklagten sind italienische Staatsbürger.

Gemeinsam mit dem älteren der beiden Söhne soll der Vater zudem im Mai 2019 den 59-jährigen Besitzer der von ihm angemieteten Garage aus Habgier getötet haben.

Mit EC-Karten des Opfers hätten sie mehr als 15.000 Euro von dessen Konten abgehoben. Zudem sei der Mann gezwungen worden, gefälschte Verträge über Geldzahlungen in Höhe von 130.000 Euro zu unterschreiben.

Damit hätten die Beschuldigten später gegenüber den Erben des Opfers Vorauszahlungen für ein Grundstück "beweisen" wollen.

Das Landgericht hat elf Verhandlungstage angesetzt. Mit Urteilen gegen den Vater und seine Söhne wird kurz vor Weihnachten gerechnet, am 20. Dezember.

Ellwangen: Prozess unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Update 10.45 Uhr: Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag vor dem Landgericht Ellwangen ein Mordprozess gegen drei Mitglieder einer Familie begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 55-jährigen Vater und seinen 33 Jahre und 31 Jahre alten Söhnen drei brutal ausgeführte Morde vor.

Der Vater ist in allen drei Fällen, der ältere Sohn in zwei und der jüngere Sohn in einem Fall wegen Mordes angeklagt.

Die in Hand- und Fußfesseln vorgeführten Angeklagten sind italienische Staatsbürger, die seit vielen Jahren in Baden-Württemberg leben. Die beiden Söhne wurden in Heidenheim geboren. Die Opfer sollen 2008, 2014 und 2019 jeweils erwürgt oder erdrosselt worden sein. Wie die Staatsanwaltschaft vor Gericht erklärte, wurden zwei Leichen mit Kettensägen zerteilt und verscharrt - eine davon an unbekannten Orten auf Sizilien, der Heimat des Familienvaters. Der Verbleib der dritten Leiche sei bislang ungeklärt.

Die Opfer waren der Schwiegersohn des angeklagten Familienvaters, ein Lebensgefährte seiner Tochter und ein Garagenbesitzer. Laut Anklage soll der 55-Jährige den Ehemann der Tochter im Februar 2008 getötet haben, weil er "gegen die Beziehung seiner Tochter zu dem türkischen Staatsangehörigen muslimischen Glaubens" gewesen sei. Im Oktober 2014 sollen der Vater und seine beiden Söhne den Lebensgefährten der Tochter getötet haben, weil er die Frau misshandelt habe.

Gemeinsam mit dem älteren der beiden Söhne soll der Vater zudem im Mai 2019 den 59-jährigen Besitzer der von ihm angemieteten Garage aus Habgier getötet haben. Das Landgericht hat elf Verhandlungstage angesetzt.

Mit den Urteilen wird kurz vor Weihnachten gerechnet.

Mann räumt Schuld wegen Dreifachmord ein

Update 15.15 Uhr: Im Prozess gegen einen Vater und seine beiden Söhne hat einer der jungen Männer eingeräumt, an zwei der Bluttaten beteiligt gewesen zu sein. Außerdem belastete er seinen Vater zum Auftakt des Prozesses am Landgericht Ellwangen schwer. "Papa hat gesagt, der muss weg", sagte der Angeklagte am Dienstag über die Tötung des Lebensgefährten seiner Schwester aus.

Als Motiv gab er an, der Lebensgefährte habe die Kinder der Schwester schwer misshandelt. So habe dieser ihnen Zähne ausgeschlagen und sie gezwungen, sich mit der Klobürste die Zähne zu putzen. Deshalb habe man das Opfer 2014 mit einem Seil erdrosselt, sagte der 33-Jährige.

Die Leiche hätten sie zunächst in einer Gefriertruhe aufbewahrt. Tage später habe er seinem Vater geholfen, sie mit einer Kettensäge zu zerlegen, berichtete der 33-Jährige. "Wir haben Folie ausgelegt und Schutzkleidung angezogen." Ob die Leiche dabei nackt war oder Kleidung trug, wollte der Richter wissen. Antwort: "Papa hat ihn ausgezogen, Papa hat auch gesägt."

Mehrfach beteuerte der 33-Jährige: "Ich bereue das. Sowas zu sehen, wünsche ich niemandem." Die Leichenteile habe das Trio dann in Fässer gepackt und diese zubetoniert. Einige Zeit später sei die Familie mit einem Pritschenwagen nach Sizilien in den Urlaub gefahren. Dort hätten der Vater und der ältere Sohn die Fässer in einem Wald abgeladen. Die Mutter habe von dem all dem nichts mitbekommen. Und der Schwester habe man weisgemacht, ihr Lebensgefährte sei "abgehauen" - genau wie angeblich Jahre vorher schon ihr Ehemann.

Den dritten Mord sollen im Mai 2019 der Vater und der ältere Sohn begangen haben. Das Opfer war ein 59 Jahre alter Mann, den die Familie schon lange kannte. Von ihm hatte sie eine Garage gemietet. Diesmal war laut Anklage Habgier das Motiv. Vater und Sohn sollen den Mann im Dachgeschoss ihres Wohnhauses geschlagen und gefesselt haben. Dann sei er gezwungen worden, gefälschte Verträge über Geldzahlungen in Höhe von 130 000 Euro zu unterschreiben und zudem die PIN seiner EC-Karten preiszugeben.

Von den Konten seien später 15.500 Euro abgehoben worden. Mit den Verträgen hätten die Beschuldigten gegenüber den Erben des Opfers Vorauszahlungen für ein Grundstück "beweisen" wollen. Der 59-Jährige sei erdrosselt, dann ebenfalls in einer Gefriertruhe aufbewahrt "und einige Tage später in Teile zerlegt" worden, so die Anklage.

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