Kritik am Elphi-Klang: Jetzt meldet sich der Akustiker zu Wort!

Hamburg - In der Diskussion um den Klang in der Hamburger Elbphilharmonie findet der Akustiker des Konzerthauses, Yasuhisa Toyota, die Kritik einiger Besucher wenig überraschend.

Der Akustiker Yasuhisa Toyota bei der Eröffnung der Elbphilharmonie. (Archivfoto)
Der Akustiker Yasuhisa Toyota bei der Eröffnung der Elbphilharmonie. (Archivfoto)  © DPA

"Beschwerden einiger Besucher, dass sie etwas nicht hören konnten, sind sehr normal", sagte er dem Hamburger Abendblatt am Donnerstag.

Musiker benötigten ausreichend Zeit, um sich an das Spielen zu gewöhnen. Bauliche Veränderungen oder Anpassungen seien nicht geplant.

"Grundlegende Veränderungen an der Akustik sind bei solchen Sälen nicht möglich", sagte der dem Blatt.

Nach einem Konzert in der Elbphilharmonie hatte kürzlich der Startenor Jonas Kaufmann die Akustik in dem Konzerthaus kritisiert (TAG24 berichtete).

Während des Konzerts hatten Zuhörer, die hinter dem Orchester saßen, den Platz gewechselt, weil sie den Sänger nicht hörten, oder "Hier hört man auch nichts" gerufen.

"Ich frage mich auch wirklich, ob man nur bei der Planung dieses Saals einzig an Konzerte mit großen Orchestern gedacht hat und nicht die Vielfalt unseres Metiers", hatte der Sänger anschließend gesagt.

Auf das Konzert angesprochen, sagte Toyota: "Als ich diese unglückliche Nachricht erhielt, habe ich gefragt: Wer hat dirigiert, welches Orchester hat gespielt? Beide waren nie vorher im Großen Saal gewesen."

Die Elbphilharmonie leuchtet in der aufgehenden Sonne.
Die Elbphilharmonie leuchtet in der aufgehenden Sonne.  © DPA

Seine Erklärung: "Sie hatten nicht genügend Zeit für die Vorbereitung." Toyota rät dem Sänger, in die Elbphilharmonie zurückzukehren.

Und weiter: "Aufgeben wäre für ihn keine gute Idee. Das Ganze hat eben auch viel mit Psychologie zu tun."

Auch Dirigent Ingo Metzmacher hält die aktuelle Diskussion um die Akustik der Elbphilharmonie für überzogen.

"Es gibt tolle, sehr unterschiedliche Konzertsäle aus dem 19., 20. und jetzt auch aus dem 21. Jahrhundert. Aber es gibt keine ideale Akustik", sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am Donnerstag.

"Ich habe in der Elbphilharmonie nur gute Erfahrungen gemacht", sagte der Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen.

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