Fluch oder Segen: Was ist eigentlich der "Elphi-Effekt"?

Hamburg - In diesem Jahr besuchten rund 125.500 Musikfreunde die Veranstaltungen der sieben großen Musikfestivals in Mecklenburg-Vorpommern, etwa 4500 mehr als noch im Vorjahr.

Die Elphi soll Besucher am Hamburger Hafen begrüßen.
Die Elphi soll Besucher am Hamburger Hafen begrüßen.  © DPA

"Damit feiern die Festivals im vierten Jahr in Folge einen neuen Besucherrekord", sagte der Koordinator im Musikland MV, Thomas Hummel. Als denkbare Ursache für den Anstieg nannte Hummel den "Elphi-Effekt".

Die Elbphilharmonie in Hamburg habe einen Klassik-Hype ausgelöst, der offenbar auch bis nach Mecklenburg-Vorpommern ausstrahle.

Das Konzerthaus wurde Anfang 2017 fertiggestellt (TAG24 berichtete). Jahrelang stand es wegen seiner horrenden Baukosten und immer wieder verzögerter Fertigstellungstermine in der Kritik.

Jetzt wird die Elphi von allen Seiten gefeiert, der Ansturm auf Konzertkarten im Großen Saal der ist ungebrochen. Schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung sprach die CDU vom "Elphi-Effekt" und plante, in einer Studie messen zu lassen, wie sich die positiven Effekte der Elbphilharmonie auf die Hamburger Wirtschaft auswirke.

Höhere Besucherzahlen, mehr Übernachtungen und auch ein gesteigertes internationales Interesse hat der gigantische Bau der Stadt zumindest zu Anfang mit Sicherheit beschert. Zurzeit wird etwa der Hollywoodfilm "Drei Engel für Charly" in den Räumen des Konzerthauses gedreht (TAG24 berichtete).

Jetzt scheint mit dem "Elphi-Effekt" aber auch das kulturelle Interesse in anderen Regionen gestiegen zu sein. In Mecklenburg-Vorpommern hofft man, dass der Effekt noch eine Weile anhält.

Thomas Hummel, zugleich Intendant des Usedomer Musikfestivals, erwartet, dass die Jubiläumssaison seines Festivals den Besucherrekord vom letzten Jahr mit 14.000 Gästen einstellt oder sogar noch überbietet.

Titelfoto: DPA


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