Eltern kaltblütig ermordet und eingemauert: Das sagt der Angeklagte

Nürnberg - Im Doppelmordprozess von Schnaittach wollen die Angeklagten die Aussage verweigern. Über ihre Anwälte ließen der 26-Jährige und seine drei Jahre jüngere Ehefrau vor dem Landgericht Nürnberg am Dienstag erklären, dass sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Ein 26-Jähriger (M) und dessen Ehefrau (v) sitzen auf der Anklagebank im Sitzungssaal im Landgericht Nürnberg-Fürth. Das wegen zweifachen Mordes angeklagte Paar soll zunächst versucht haben, die Mutter des Mannes zu vergiften.
Ein 26-Jähriger (M) und dessen Ehefrau (v) sitzen auf der Anklagebank im Sitzungssaal im Landgericht Nürnberg-Fürth. Das wegen zweifachen Mordes angeklagte Paar soll zunächst versucht haben, die Mutter des Mannes zu vergiften.  © DPA

Die Anklage wirft dem Paar aus dem Landkreis Nürnberger Land vor, aus Habgier zunächst versucht zu haben, die Mutter des Mannes zu vergiften.

Das Paar informierte sich im Internet über Giftstoffe und bestellte Rizinus-Samen. Diese mischten sie in Muffins und boten sie Elfriede P. an. Als dieser Mordversuch scheiterte, boten sie der Mutter vergifteten Kaffee an. Auch diesen zweiten Mordversuch innerhalb weniger Wochen überlebte die Frau.

Nach den gescheiterten Vergiftungen soll der Sohn Mitte Dezember 2017 die im Bett liegende 66-jährige Elfriede P. mit einem Zimmermannshammer erschlagen haben. Danach soll er auch seinen 70 Jahre alten Vater mit dem Hammer getötet haben.

In den Tagen nach der Tat sollen die beiden angeklagten Deutschen die Leichen der Eltern in einem Nebenraum der Garage eingemauert haben, um Spuren zu beseitigen. Das kaltblütige Vorgehen des Paares ist unbegreiflich.

Ende Dezember meldeten sie die Eltern bei der Polizei als vermisst - einen Tag später heiratete das Paar. Bei den Ermittlungen zum Verschwinden der Eltern fanden Beamte auf deren Anwesen die eingemauerten Leichen. Die Angeklagten sitzen seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft.

Prozess in Nürnberg: Angeklagte schweigen zu Doppelmord

Das Haus des ermordeten Ehepaars in Schnaittach im Januar 2018: Der Sohn soll seine Eltern mit seiner Freundin umgebracht haben.
Das Haus des ermordeten Ehepaars in Schnaittach im Januar 2018: Der Sohn soll seine Eltern mit seiner Freundin umgebracht haben.  © DPA

Am ersten Prozesstag beantragte ein Verteidiger, dass die polizeiliche Videovernehmung der Angeklagten vom Tag ihrer Festnahme am 22. Januar 2018 nicht verwertet werden darf, weil seine Mandantin hierbei keinen Rechtsanwalt habe hinzuziehen können.

Diesem Antrag gab die Vorsitzende Richterin nicht statt. Es gebe nach derzeitigem Prozessstand keine Anhaltspunkte für ein Beweiserhebungsverbot.

Für das Verfahren sind bis Ende April 21 Verhandlungstage angesetzt. Mehr als 60 Zeugen hat das Schwurgericht vorgeladen, unter anderem auch einen psychiatrischen Gutachter.

Titelfoto: DPA


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